Karlsruhe und Bodenseekreis

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19.03.-30.03.2026
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Karlsruhe, Maulbronn und Bodenseekreis
(19.-30.03.2026)

  • Klosteranlage Maulbronn:
    Die ehemalige Zisterzienserabtei gilt als die am besten erhaltene mittelalterliche Klosteranlage nördlich der Alpen und wurde 1993 zum UNECSO-Welterbe. Die gesamte Anlage ist von einer Mauer umgeben und enthält neben dem Kloster das Rathaus von Maulbronn, Verwaltungsgebäude, Restaurants und die Polizeistation. In den Klostergebäuden befindet sich auch ein evangelisches Gymnasium mit Internat.
    1138 wurde auf dem Land des Edelfreien Walter von Lomersheim ein erstes Kloster gegründet. Da dem Bischof von Speyer Günther von Henneberg die Lage der Ländereien ungeeignet erschien, schenkte er dem Kloster das Bischofslehen Mulenbrunnen. 1147 wurde das Kloster hierher verlegt. 1178 wurde die romanische Kirche geweiht. Sie wurde aufgrund der geographischen Gegebenheiten entlang des südlichen Talhangs gebaut. Aus diesem Grund liegt der Bereich der Klausur ungewöhnlicherweise nördlich der Kirche. Um 1200 wurde die Anlage modernisiert. Es entstand der südliche Flügel des Kreuzganges in frühgotischen Formen. Als Architekt gilt der Baumeister, der 1220 auch die Vorhalle der Kirche erbaute. Etwas zur gleichen Zeit entstand auch das Mönchsrefektorium und die berühmte Brunnenhalle.
    Die Anlage entwickelte sich schnell zu einem wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Zentrum der Region.

    In der Mitte des 13. Jahrhunderts gab es dann einen Wirtschaftshof mit Fruchtkasten, Mühle, Schmiede usw., sowie eine Toranlage mit Häusern aus Stein und eine große Umfassungsmauer.
    Ende des 13. Jahrhunderts bzw. im Verlauf des 14. Jahrhunderts fanden wieder Umbauten statt. Der Kapitelsaal entstand in gotischem Stil. Zwischen 1300 und 1350 wurden die westlichen, nördlichen und ostlichen Flügel des Kreuzganges umgebaut. 1525 plündern aufständische Bauern das Kloster und 1534, als das Herzogtum Württemberg protestantisch wurde, säkularisierte Herzog Ulrich v on Württemberg das Kloster. Erst nach der Niederlage im Schmalkaldischen Krieg musste der Herzog das Kloster im Jahr 1546/47 dem Konvent zurückgeben.

    Blick auf den im Westen der Klosteranlage liegenden Hexenturm.
    Blick entlang der westlichen Umfassungsmauer mit der ehemaligen Schmiede, der Wagnerei und einem Gästehaus.
    Tor zur Klosteranlage aus dem 15. Jahrhundert in Buckelquaderbauweise. Es war ursprünlich mit einer Zugbrücke versehen.
    Blick in den Innenhof der Klosteranlage. Links der Fachwerkbau des Kameralamtes, des Vorläufers des Finanzamtes. Ganz hinten Klosterkirche und Klausurgebäude.
    Rechts vom Eingang ein kleines Pförtnerhaus.
    Fachwerkbau der Remise.
    Fachwerkbau der ehemaligen Schmiede, jetzt das Restaurant „Zum Kloserkeller“.

    Im rechten Winkel angeschlossen der ehemalige Marstall, seit dem 19. Jahrhundert das Rathaus von Maulbronn. Der gotische Steinbau wurde um 1600 in manieristischen Formen umgebaut.
    Giebel des Rathauses, daneben der Haberkasten aus dem Ende des 15. Jahrhunderts, ebenfalls ein Fachwerkbau. Hier wurde Getreide wie Gerste und Hafer gelagert. Rechts im Hintergrund die Wohnung des Pfistermeisters, dem Vorsteher der Bäckerei. Das Gebäude von 1521 hat im Untergeschoss mehrere Ställe.
    Blick Richtung Norden auf das Haus des Pfistermeisters mit der dahinter liegenden Mühle und Backerei. Dahinter die nordliche Umfassungsmauer mit einem Wachturm. Rechts das Gesindehaus mit dem anschließenden Kameralamt.
    Der Fachwerkbau des
    Kameralamtes oder Bursarium, das Verwaltungsgebäude mit Sitz der Klosterverwaltung. Das Gebäude wurde 1742 erbaut und 1899 erneuert.
    Blick von Osten auf den Giebel des Kameralamtes und des Gesindehauses.
    Rechts vom Eingangstor befindet sich der ehemalige
    Fruchtkasten, die heutige Stadthalle, das größte einzelne Gebäude der Anlage. 45 x 25 m groß, wurde es kurz nach 1200 mit einer Durchfahrt angelegt. 1580 wurde der frühgotische Bau umgebaut und das Bodenniveau angehoben.
    Am westlichen Giebel sieht man noch das große Einfahrtstor.
    Grundriss der Klausurgebäude und der Kirche des Klosters.
    Blick vom Hof auf die
    Klostergebäude hinter dem Klosterhofbrunnen. Links der Laientrakt mit dem Laienrefektorium im Erdgeschoss aus dem 13. Jahrhundert. Darüber entstand im 19. Jahrhundert ein Obergeschoss im neuromanischen Stil.
    Blick auf den Eingang zu den Klausurgebäuden. Hinter dem vorgelagerten Bogengang befindet sich der westliche Flügel des Kreuzganges.
    Mit Ostereiern geschmückter Klosterhofbrunnen.
    Blick auf die dreiteilige Paradiesvorhalle im Westen der
    Klosterkirche, die heutige Pfarrkirche von Maulbronn. Sie wurde um 1220 im Stil der Frühgotik errichtet. Der Architekt ist unbekannt.
    Blick auf den Giebel des Laientraktes im Norden.
    Im Norden der Klausurgebäude, hier rechts der Giebel des Herrenrefektoriums, welches sich im rechten Winkel an den nördlichen Flügel des Kreuzganges anschließt. Links ein weiteres Klostergebäude im Norden den Kreuzganges.
    Am Ende des Klosterhofes liegt unten ein Heizraum mit darüber liegendem Kalefaktorium, der Wärmestube.
    Dreiteilige
    Paradiesvorhalle im Westen der Klosterkirche. Ein in der Frühgotik Nordfrankreichs geschulter Architekt, desssen Name unbekannt ist, erhielt den Auftrag, die Vorkirche, den neuen Kreuzgang und den Speisesaal der Herrenmönche zu bauen. Das Paradies ist im spätromanisch-frühgotischen Stil mit Kreuzrippengewölben errichtet worden. Im Inneren haben sich Reste von Fresken um 1430 erhalten.
    In der Mitte das Hauptportal zur Kirche. Das aus 2 Türflügeln bestehende Portal, ist zusammen mit einem Portal im Süden mit schmiedeeisernen Zierbeschlägen auf Tannenholz verziert. Es handelt sich um die ältesten datierbaren Türen Deutschlands, um 1178.
    Details der Schlusssteine und der Wandmalereien.
    Blick in den
    Konversengang mit dem Zugang zum Cellarium im Westen der Klausurgebäude, dem ehemaligen Vorratskeller, der fast an das Laienrefektorium anschließt. Hier befindet sich heute das Lapidarium, eine Sammlung von Kapitellen und Skulpturen.
    Reste von Deckenmalereien im Gang.
    Über die Klosterpforte neben dem Cellarium gelangt man in den
    Kreuzgang. Er liegt ungewöhnlicherweise im Norden der Kirche und war seit der Mitte des 15. Jahrhunderts verglast.

    Blick in den Westflügel des Kreuzganges. Hinten der Durchgang zur ehemaligen Küche.
    Blick in die 1898 in neuromanischen Formen rekonstruierte Küche. Sie liegt zwischen den beiden Speisesälen – Laienrefektorium und Herrenrefektorium – im Norden des Kreuzganges.
    Gewölbekonsolen aus der Zeit um 1300, zeigen florale Motive und Tiermotive.
    Auf einer der Konsolen der Kopf des Priors Walther mit den eingeritzten Zeilen „Wan er hat diesen Bu vollebraht“ – heißt „Wann er hat diesen Bau vollbracht“.
    Portal aus dem 15. Jahrhundert, Stabwerkportal, das in das Laienrefektorium führt.
    Blick in das
    Laienrefektorium, eine zweischiffige Halle, erbaut um 1201, umgebaut im 15. und 16. Jahrhundert. Die Säulen und das Gewölbe wurde 1869/70 ersetzt.
    Blick von der nordwestlichen Ecke des Kreuzganges auf den Ost- und Südflügel des Kreuzganges, sowie auf die Vierung der Kirche. Der hohe Dachreiter aus Holz, entstand entgegen der ursprünlichen Bauregeln der Zisterzienser.
    Blick vom Westflügel des Kreuzganges auf den Ostflügel und den Südflügel mit seinen Rundbogenfenstern. Im Hintergrund die Vierung der Kirche.
    Blick in den
    Nordflügel des Kreuzganges, um 1300. Am Ende eine Treppe in das obere Geschoss.
    Blick auf den Südflügel und die Vierung.
    Blick über den Garten des Kreuzganges auf das in der Mitte des Nordflügels liegende
    Brunnenhaus. Es wurde im 13. Jahrhundert zunächst kreisförmig bis zur Brüstungshöhe erbaut. Um 1340-1350 erfolgte der Einbau von 5 Maßwerkfenster und die Decke wurde eingewölbt. Oben ein Fachwerkaufbau, um 1611 entstanden, nach den Entwürden des Baumeisters Heinrich Schickhardt (1558- 1635).
    Das Innere des Brunnenhauses mit einem Brunnen mit drei Brunnenschalen. Aus dem Mittelalter hat sich nur die unterste Schale aus Stein erhalten. Die mittlere und obere Schale kamen also hinzu, der Bronzeaufsatz stammt vom Abtsbrunnen.
    Blick in das Rippengewölbe des Brunnenhauses mit Resten von Wandmalereien.
    Detail der Deckenmalerei mit der Darstellung der Gründungslegende des Klosters Maulbronn. Demnach hat ein Maulesel den richtigen Standort des Klosters, nämlich ein Ort mit Wasserquelle, gefunden.
    Blick durch den Nordflügel des Kreuzganges.
    Gegenüber vom Brunnenhaus befindet sich das
    Herrenrefektorium. Der prächtige Speisesaal der Mönche entstand in frühgotischer Zeit um 1230. Er ist 27,2 m lang, 11,5 m breit und 10,4 m hoch. In der Ostwand befindet sich eine erhöhte Kanzel, von der aus ein Mönch aus geistlichen Schriften vorlas.
    Im Rippengewölbe haben sich einige Rötelmalereien erhalten, die auf 1517 datiert werden.
    Details der Gewölbekonsolen.
    Blick zurück zum Eingang.
    Die Treppe in der nordöstlichen Ecke des Kreuzganges.
    Bei der Treppe das
    Kalefaktorium, der Heizraum aus dem 13. Jahrhundert. Darüber befindet sich die Wärmestube für die Mönche.
    Blick über den Klostergarten auf den Ostflügel des Kreuzganges mit seinem Maßwerk.
    Blick vom Ostflügel über das Brunnenhaus zum Westflügel des Kreuzganges.
    Verbindungsbau bzw. Parlatorium:
    Vom Ostflügel des Kreuzgangs kommt man in den spätgotischen Verbindungsbau bzw. das Parlatorium, mit einem prächtigem Netzrippengewölbe. Er wurde von dem Laienbruder Conrad von Schmie bzw. Conrad Walter zwischen 1493-1495 erbaut. Der korridorartige Raum wurde warscheinlich als Marienkapelle unter Abt Johannes Burrus von Bretten (reg. 1491-1503) beauftragt, auch eine Nutzung als Skriptorium oder Bibliothek ist denkbar. Der Bau führte einst zur Krankenstation im östlichen Hof des Klosters, der Infirmerie.
    An der Ostwand Reste einer Wandmalerei mit der Darstellung der thronenden Maria mit Kind. Neben ihr knien zwei heilige Äbte, die als Benedikt von Nursia und Bernhard von Clairvaux gedeutet werden.
    Details des Gewölbes mit Deckenmalereien mit floralen Motiven. Darstellungen von Akelei und Rosen gelten als Mariensymbole. Es gibt aber auch Darstellungen von Adlern und Köpfe von Löwen.
    Direkt dahinter, in der Mitte des
    Ostflügels liegt der Kapitelsaal. Der Raum entstand im Zuge der Erneuerung zwischen 1270 -1300. Drei runde Säulen tragen ein Sterngewölbe, dessen Deckenmalereien um 1424 entstanden sind. Sie wurden teilweise im 16. Jahrhundert übermalt.
    Kapitell mit acht Adlern.
    Blick vom Kapitelsaal Richtung Ostflügel.
    Blick vom Ostflügel auf die südwestliche Ecke des Kreuzganges.
    Südflügel des Kreuzganges. Er entstand im frühgotischen Stil um 1210/1220 und stammt aus der Werkstatt des Baumeisters der Paradiesvorhalle. Er hat schmale hohe Rundbogenfenster. Das Gewölbe ist ein sechsteiligen Kreuzrippengewölbe und ruht auf der Seite der Kirche auf halber Höhe, auf kurzen runden Säulen, die von Konsolen gestützt werden.
    Blick vom Südlfügel auf das Brunnenhaus und den Ostflügel.
    Eingang vom Südflügel in die Klosterkirche.
    Inneres der Klosterkirche:

    Die dreischiffige Basilika wirkd recht schlicht und streng. Im Westen sind die Joche noch romanischen Ursprüngs. Die Kirche wurde gotisch umgestaltet und hat schlichte Würfelkapitelle. Zeitgleich mit der Schaffung des Gewölbes entstanden die Kapellen im südlichen Seitenschiff.
    Eine romanische Chorschranke sorgt für die strikte Trennung von Mönchen und Laien.
    Blick durch das
    Mittelschiff der Laienkirche.
    Kruzifix aus Stein von 1473 des Meisters „CVS“, welches Conrad von Sinsheim bzw. Konrat Seyfer (Wirkungszeit um 1488) zugeschrieben wird.
    Blick in das um 1424 fertiggestellte, gotische Netzgewölbe. Auf den Schlusssteinen das Christuslamm, Hirsch, Adler, Löwe und Einhorn, sowie Kreuzblumen.
    Detail eines der Ziborien bzw. Baldachine.
    Blick Richtung Osten auf die
    Orgel vom Orgelbauer Gerhard Grenzing mit Orgelempore. Im Laufe der Geschichte gab es in der Klosterkirche 9 Orgeln. Als die Vorgängerorgel 2002 als nicht mehr sanierbar eingestuft wurdeInsgesamt entstanden im Laufe der Zeit neun Orgeln, die oftmals erweitert, umgebaut oder versetzt wurden. Die Vorgängerin der heutigen Orgel hielt kaum 30 Jahre, ihr Zustand wurde baulich und klanglich als nicht mehr sanierbar eingestuft. So wurde 2013 diese neue Orgel vollendet.
    Details von
    Gewölbekonsolen mit Darstellungen von Menschen, Fratzen und Tieren.
    Reste von Wandmalerei an den Arkaden des Mittelschiffs. Sie gehören zu den ältesten erhaltenen Wandmalereien in Maulbronn und zeigen die Wappen der Wohltäter und Stifter des Klosters. Entstanden um 1300.
    Durch die Erhöhung der Anzahl der Mönche, musste das
    Chorgestühl erweitert werden und so wurde die Chorschranke weiter nach Westen verschoben. Das Chorgestühl entstand um 1450 im Mönchschor. Es bot Platz für 92 Mönche. Im 19. Jahrhundert wurde das Chorgestühl ergänzt. An den Wangen der Sitze Reliefs mit Darstellungen vom trunkenen Noah, Davids Tanz vor der Bundeslade, Kain und Abel, sowie der Wurzel Jesse.
    Details des Chorgestühls.
    Der Mönchschor hat einen geraden Abschluss mit einem großen Fenster. Davor rechts ein spätgotischer Dreisitz, der ehemals in der Laienkirche stand und auch im 19. Jahrhundert ergänzt wurde. In den aufwändigen Schnitzereien sind Tiere und Fabelwesen abgebildet. Vorne in der Mitte spannt ein Jäger seine Armbrust.
    Auf dem Altar stehen seit 1978 Reliefs aus Eichenholz mit Szenen aus der Passion Christi. Die Schnitzarbeit wird einer Werkstatt um die süddeutsche Bildhauerfamilie Parler zugeschrieben. Es sind die erhaltenen Reste eines 1394 geweihten Altars, dessen Reliefs ursprüntlich bemalt und teilweise vergoldet waren.
    Maulbronner Madonna, Anfang des 14. Jahrhunderts aus Walnussholz geschnitzt. Das überlebensgroße Kunstwerk stammt aus dem Kölner Kreis und war ehemals farbig bemalt und mit Glassteinen verziert.
    An den Pfeilern rechts und links Epitaphien mit Bildnissen einstiger Hochgräber aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Dargestellt sind zwei Bischöfe aus Speyer: auf der rechten Seite Gunther, Graf von Henneberg (gest. 1161), Gründer und Förderer des Klosters. Im gegenüber sein Nachfolger Ulrich von Dürrmenz (gest. 1163).
    Blick in ein Kreuzrippengewölbe mit Deckenmalereien mit der Darstellung der Evangelistensymbole. Der Schlussstein zeigt Maria mit dem Jesuskind.
    Im Mönchschor der
    Ausgang zum Kreuzgang im Norden. Darüber eine Wandmalerei mit der Darstellung der Anbetung der heiligen drei Könige.
    Ephoratsgarten: Er liegt zwischen dem Chorabschluss im Osten der Kirche und der ehemaligen Infirmerie und diente einst dem Leiter der Klosterschule als Garten. Blick vom Garten auf die Vierung der Kirche.
    Blick auf den
    Faustturm, der in der Südostecke der Umfassungsmauer liegt. Er hat einen Aufbau aus Fachwerk mit einer früher offenen Loggia aus herzoglicherr Zeit. Der Turm ist in die Mauer eingefügt, ersetzt wohl einen älteren Turm und wird datiert auf die Zeit um 1500. Seinen Namen hat er von der Legende, nach der hier Doktor Faustus 1516 gewohnt haben soll, als er für Abt Entenfuß Gold hergestellt haben soll.
    An der östlichen Seite des Ephoratsgartens, als Durchbruch durch die östliche Umfassungsmauer, steht die Ruine des 1430 errichteten
    Pfründhauses. Auf der Informationstafel wird auch im Längsschnitt die Wasserführung der Salzach gezeigt, die wohl bereits im 12. Jahrhunert angelegt wurde. Sie war ein wesentlicher Grund für die Eintragung der Klosterlanlage in die UNESCO-Welterbeliste.
    Ruine des Pfründhauses, dessen obere Etagen 1892 abbrannten. In Hintergrund der Faustturm.
    Blick auf den Chorabschluss und Vierung der Klosterkirche.
    Auf dem Weg zum im Nordosten der Klosteranlage liegenden Hof mit dem Fachwerkbau des Oberamtsgefängnisses, kommt man an Ruinen von Bauten vorbei, die an dem unterirdischen Lauf der Salzach liegen und Resten der Umfassungsmauer.
    Blick auf den
    Hof im Nordosten der Klosteranlage mit dem Bau der Infirmerie, dem Herrenhaus und heutigen Ephorat.
    Das heutige
    Ephorat ist im Kern noch romanisch, wurde aber mehrfach umgebaut und aufgestockt. Es diente nach seiner Zeit als Krankenstation als Abts- und Herrenhaus, wurde aber auch als Gästehaus genutzt. Im Erdgeschoss sind noch Spitzbogenfenster erhalten. Kurz vor 1500 wurde das Gebäude durch Abt Johannes Burrus verändert. Aus dieser Zeit stammt der Erker.im 1. Obergeschoss. Ein weiterer Erker mit eigenem Dach entstand zwischen 1512-1517 unter Abt Entenfuß.
    Auf der gegenüberliegenden Seite des Hofes das Jagdschloss. Dazwischen ein runder Brunnen.
    Jagdschloss: errichtet 1588 unter dem württembergischen Herzog Ludwig. Das Schloss wurde über alten Kellerräumen eines Vorgängerbaus erbaut und hat zwei runde Türme an den Seiten. In der Mitte ein schlanker giebelartiger Aufbau mit Sonnenuhr. Heute befindet sich hier das Evangelische Seminar.
    Blick über den Brunnen im Hof auf Klostergebäude ganz im Nordosten der Anlage, zum Teil noch aus romanischer Zeit, die den sogenannten Großen Keller enthalten, einen großen ehemaligen Vorratsraum.
    Kleiner Dachreiter mit Glocke.
    Entlang der Wehhrmauer, die ab dem 13. Jahrhundert entstand geht es zurück Richtung Eingang.
    Blick zum Mühlturm und Wirschaftsgebäuden an der nördlichen Wehrmauer.

  • Karlsruhe:
    Karlsruhe ist mit etwas über 300.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt in Baden-Württemberg. Sie war die Haupt- und Residenzstadt des ehemaligen Landes Baden. 1715 vom heutigen Stadtteil Durlach aus als barocke Planstadt gegrundet.
    Charakteristisch ist sein fächerartiger Grundriss, weshalb die Stadt den Beinamen „Fächerstadt“ erhalten hat. Rings um das Schloss führen 32 Straßen fächerförmig in die Parkanlagen und den Hardtwald der Oberrheinebene.

    Hanami in der Kirschblütenstraße im Kleingartenverein Eschwinkel, südlich vom Hauptbahnhof Karlsruhe.
    Schloss Karlsruhe:
    Das Karlsruher Schloss wurde 1715 als Residenz des Markgrafen Karl Wilhelm von Baden-Durlach errichtet. Die barocke Dreiflügelanlage wurde 1715 durch Karl III. Wilhelm von Baden-Durlach (1679-1738) vom Architekten Jakob Friedrich von Batzendorf (Wirkungsdaten 1712-1722) begonnen und 1781 durch Karl Friedrich von Baden (1728-1811) von Albrecht Friedrich von Kesslau (1726-1789) vollendet. Es diente bis 1918 als Residenzschloss der Markgrafen bzw. Großherzöge von Baden. Während des Zweiten Weltkriegs brannte das Karlsruher Schloss im September 1944 durch Bombenangriffe aus und wurde zwischen 1955 und 1966 wurde es als Museum wiederaufgebaut, wobei nur die Fassaden wieder hergestellt wurden.
    Blick auf die an der Hans-Thoma-Straße liegende
    Orangerie. Eingangshalle mit Kuppel, heute die Junge Kunsthalle, eine Abteilung der Staatlichen Kunsthalle. Die Orangerie wurde 1853-1857 von Heinrich Hübsch (1795-1863) erbaut.
    Der lange Bau der Orangerie aus Backsteinen mit einer blühenden Magnolie.
    Tür mit Supraporte zur Jungen Kunsthalle.
    Blick in das Innere des Kuppelbaus.
    Details eines korinthischen Kapitells.
    Modernes Kunstwerk, ein mit Backsteinen gefüllter Baumstamm.
    Hinter der ehemaligen Orangerie, auf der der Straße abgewandten Seite, befindet sich der
    Botanische Garten mit Gewächshäusern und einem Backsteinbau mit zwei runden Türmen, in dem sich der Torbogensaal befindet.
    Blick über einen Brunnen mit Statuen von zwei Putti und einem Fisch Richtung Gewächshauser.
    Skulpturengruppe „Orest und Pylades“
    220 m hohe Statue „Die große Badende“ von Christoph Voll (1897-1939) aus dem Jahr 1930.
    Tor zum Gelände des Schlosses. Auf den Pfosten ein Greif, der ein Wappenschild hält und eine Laterne.
    Blick auf des Ende des westlichen Seitenflügels des
    Karlsruher Schlosses, in dem sich heute das Badische Landesmuseum befindet. Das Schloss wurde 1752-1774 neu erbaut und ist eine Dreiflügelanlage, die vor einem zurückgesetzten Turm steht. Die zwei Flügel stoßen in einem stumpfen Winkel auf den Zentralbau und verweisen damit auf die Fluchtlinien des geplanten Stadtdreiecks.
    Oben ein kleiner turmartiger Aufbau, darunter eine Uhr flankiert von Skulpturen mit Kriegstrophäen wie Putti, Fahnen und Kanonen.
    Über dem Eingang ein von 4 Säulen getragener Balkon mit schmiedeeisernem, teilweise vergoldeten Gitter.
    Blick auf die Schlossfassade Richtung Stadt mit dem Mittelbau und dem östlichen Seitenflügel.
    Vor dem Schloss liegt ein Garten in der Form eines Viertelkreises, der Schlossplatz. Hier befinden sich zwei ehemalige
    Wachhäuser, mit offenen Säulenhallen und Kriegstrophäen auf dem Dach.
    Balkon auf Konsolen mit Gesichtern sowie einem schmiedeeisernen Gitter.
    Im Garten hinter dem Schloss der
    Seepferdbrunnen mit Nixen, Putti, Nereiden und einem Hippokampos.
    Blick auf den hinter dem Schloss liegenden, 51 m hohen Turm.
    Der Durchgang zurück zum Schlossplatz.
    Auf dem Schlossplatz zwei Brunnen, die 1864 unter Großherzog Friedrich I. von Baden beauftragt und von Karl Philipp Dyckerhoff (1825-1893) geschaffen wurden. .
    Blick auf die der Stadt zugewandte Fassade des Schlosses.
    Die Wachhäuser mit offener Säulenhalle und Kriegstrophäen auf dem Dach. Sie stehen direkt hinter der breiten Einfahrt, dessen Torpfosten ebenfalls von Kriegstrophäen bekrönt werden.
    Blick durch das Tor auf den symmetrisch angelegten Schlossplatz und die Schlossfassade.
    Blick über den Garten des Schlossplatzes Richtung Süden, Richtung Stadt.
    Statuen auf dem Schlossplatz:
    Entlang der zentralen Achse des Schlossplatzes stehen zwei parallel verlaufende Skulpturenreihen mit insgesamt zehn mythologischen Skulpturen von Ignaz Friedrich Lengelacher (1698-1780), die verschiedene Götter beziehungsweise Helden darstellen. Ursprünglich im Jahr 1782 aufgestellt, ließ Friedrich Weinbrenner die Figuren 1814 entfernen. Die Originale befinden sich heute im Staatlichen Hochbauamt. 1965-1966 wurden dann Kopien der Figuren aufgestellt.
    Pan, der Gott des Waldes und der Natur.
    Aphrodite, Göttin der Schönheit und Liebe.
    Herakles mit dem Fell des Nemeischen Löwen.
    Eventuell die Göttin Hekate.
    Asklepios, Gott der Heilkunst.
    Herakles mit der Keule.
    Dionysos mit einem Kind auf dem Arm.
    Denkmal für Großherzog Karl Friedrich: Es wurde 1844 auf Anweisung von Großherzog Leopold vom Bildhauer Ludwig von Schwanthaler (1802-1848) auf dem Schlossplatz errichtet. Es zeigt den Großherzog Karl Friedrich von Baden mit der Urkunde zur Aufhebung der Leibeigenschaft in Baden in seiner rechten Hand. Den Sockel ziert das großherzogliche Wappen von 1807 bis 1830. An jeder Ecke des Sockels steht eine weibliche Figur.
    Blick zurück Richtung Schloss.
    Skulptur des Herkules mit dem Drachen Landon, der die goldenen Äpfel bewacht. Es ist eine Kopie aus Epoxydharz des barocken Originals von Ignaz Lengelacher (1698-1780) aus dem 18. Jahrhundert.
    Modell der Stadt Fächerstadt Karlsruhe mit dem Schloss unten in der Mitte.
    Blühende Magnolien im Schlosspark.
    Gebäude des Badischen Kunstvereins in der Waldstraße 3. Das Gebäude des Architekten Friedrich Ratzel (1869-1907) wurde 1900 eingeweiht und dem Kunstverein „auf unbestimmte Zeit“ zum allgemeinen Zweck der Bildenden Kunst übergeben.
    Schweden-Palais von 1768-1789 erbaut von Johann Friedrich Weyhing (1716-1781) für den markgräflichen Geheimen Hofrat Georg Ernst Ludwig von Preuschen von und zu Liebenstein. Der Name „Schwedenpalais“ geht auf seine prominenteste Bewohnerin zurück: Friederike Dorothea von Baden (1781–1826), die Königin von Schweden und Schwester des Großherzogs Karl Ludwig von Baden, zog nach ihrer Entthronung in das Gebäude gegenüber der Staatlichen Kunsthalle, Hans-Thoma-Straße 1.

  • Ravensburg:
    Die ehemalige Reichsstadt liegt im Schussental unweit des Bodensees und wurde aufgrund ihrer zahlreichen, gut erhaltenen mittelalterlichen Türme früher auch als „das schwäbische Nürnberg“ bezeichnet.Sie hat ca. 61.000 Einwohner und ist bekannt durch die Unternehmergruppe Ravensburger.
    Nach ersten Ansiedelungen in der Jungsteinzeit um 2000 vor Christus, den Römern und den Alemannen, wurde Ravensburg 1088 erstmals urkundlich erwähnt und war bis 1803 Reichsstadt. Oberhalb der Stadt befindet sich seit Jahrhunderten eine erste Burg der Welfen, die um 1050 durch eine größere Burg ersetzt wurde, die heutige Veitsburg. Später war sie Residenz der Staufer. Mit dem Untergang der Staufer endete auch das Herzogtum Schwaben. Wie viele andere Städte Schwabens regierte sich Ravensburg fortan selbst, die Burg wurde Reichsbesitz.
    Zur Überwachung der Vorgänge in der Reichsburg errichtete die Reichsstadt an der höchsten Stelle des Stadtgebiets den über 50 Meter hohen Sankt-Michaels-Turm, im Volksmund Mehlsack genannt.,

    Die rasante wirtschaftliche Entwicklung hatte vor allem im 14. Jahrhundert mehrfach zu Erweiterungen des Stadtgebiets geführt. Am markantesten ist dabei die Einbeziehung der sogenannten Unterstadt in die Stadtbefestigung und der Abriss der alten Stadtmauer zwischen den beiden Stadtteilen (1330–1370). Dabei entstand auf der Fläche des alten, zugeschütteten Stadtgrabens der heute noch das Stadtbild prägende Platz, heute Marienplatz genannt. 1544 wurde auf Betreiben der Zünfte die Reformation eingeführt.
    Historischer Stadtplan mit Verwendung eines alten Stiches von der Stadt. Der Marienplatz teilt die Stadt praktisch in 2 Bereiche. Auf dem Plan rechts die Unterstadt, links die Oberstadt. Der im Norden liegende Frauentorplatz ist links auf dem Plan.
    Frauentorplatz im Norden der Altstadt: das heutige 35,5 m hohe Frauentor wurde 1318 erstmals erwähnt und hieß damals „NiederesTor“. Durch die direkt daneben stehende Liebfrauenkirche erhielt es später den Namen Frauentor. 1747-1751 wurde der Turm als Gefängnis ausgebaut.
    Blick von der Nordseite der benachbarten Kirche Richtung Frauentor und Grünem Turm.
    Im Dach vom Turm des Frauentors wurde dafür eine Folterkammer eingerichtet. Mit einem Flaschenzug wurden die Gefangenen nach oben gezogen.
    Wandmalerei mit der Darstellung der Kreuzigung.
    Rechts vom Frauentor befindet sich das Gebäude der Bauhütte mit dem 1398-1418 erbauten 32 m hohen
    Grünen Turm, der seinen Namen von den überwiegend grünen Dachziegeln erhalten hat. Auch der Grüne Turm dienste vom 15. Jahrhundert bis 1943 als Gefängnis. Die teure Mode der farbig glasierten Dachziegel kam aus Flandern über Burgund nach Deutschland.
    Blick auf den Grünen Turm von der Stadtseite aus.
    Liebfrauenkirche:
    Die Liebfrauenkirche, erbaut zwischen 1279 und 1360, ist die zweitälteste Pfarrkirche in Ravensburg. Sie liegt am nördlichen Eingang zur Altstadt. Die Kirche war von 1279 – 1803 dem Kloster Weingarten unterstellt. Im Jahr 1470 wurde im Süden ein zusätzliches Seitenschiff angebaut.
    Südseite der Kirche, gesehen von der Herrenstraße aus.
    Mariensäule auf dem ehemaligen Friedhof der Liebfrauenkirche. Sie stammt von der Ravenburger Künstlerin Maria Stapp (1908-1995). In die 9 m hohe Säule aus Bronze wurde in 24 Sprachen das Wort „Friede“ eingraviert. Oben die 2,5 m hohe Muttergottes mit dem Jesuskind mit eingelassenen farbigen Glasteilen.
    Nordseite der Kirche.
    An der nordwestlichen Ecke ein Portal zum nördlichen Seitenschiff und ein kleiner Turm.
    Westfassade mit dem Hauptportal und einem gotischen Fenster mit Maßwerk darüber. Links und rechts die schlichte Fassade mit Fenster der beiden flacheren Seitenschiffe.
    Portal im Westen mit einem Tympanon aus Sandstein von 1350.

    Detail des Tympanons mit der Darstellung des Marienlebens. Unten die Verkündigung, Heimsuchung und Christi Geburt. Darüber der Tod Marias und oben die Marienkrönung.
    Inneres:
    Blick durch das
    Langhaus mit seinen drei Schiffen, Richtung Osten zum Chor. 1910 fanden weitgehende Umbauten im neugotischen Stil statt. Die Schiffe sind flach gedeckt und wie in einer Basilika üblich, sind die Seitenschiffe niedriger als das Mittelschiff.
    Blick in den
    Chorabschluss mit Chorgestühl und Altar. Über dem Chorbogen ein Mosaik von 1910 von Gebhard Fugel (1863-1939). Es zeigt den segnenden Christus in der Mandorla, flankiert von Maria und Johannes. Der Chor war früher durch einen Lettner vom Langhaus getrennt.
    Informationstafel zum Schwarzen Tuch.
    Das Schwarze Tuch bzw.
    Fastentuch von 2026. Es wurde aus schwarzer PE-Folie, Füllmaterial und Rettungsfolie von Schülern des Kunstporfils des Welfen-Gymnasiums gestaltet. Dahinter verbirgt sich ein spätgotisches Kruzifix.
    Blick in den Chor mit farbigen Glasfenstern von 1415 und einem
    Sakramentshaus aus grauem Sandstein. Über dem Sakramentshaus des Apostelfenster mit den 12 Aposteln und ihren Symbolen.
    Das Sakramentshaus besteht aus Rorschacher Sandstein und wurde in den Formen der Spätgotik bzw. Frührenaissance errichtet. Stilistisch zeigt es Parallelen zum Bronzeguss des Sebaldusgrabes von Peter Vischer in der Sebalduskirche in Nürnburg.
    Details des Sakramentshauses.
    Predella des spätgotischen Schnitzaltares von 1519 mit der farbigen Darstellung von Christus und den 12 Aposteln. Der Altar ist abgedeckt wegen der Karwoche. Der Altar stammt aus der Schweiz und wurde Ende der 1950er Jahre angekauft, nachdem man die neugotische Ausstattung abgebaut hatte.
    Hinter dem Altar farbiges dreibahniges
    Glasfenster mit Dreipässen im Giebelfeld. Die Malereien stammen überwiegend von 1900. Dargestgellt sind Szenen aus dem Leben Marias und Jesu.
    Farbige zweibahniges Glasfenster im Südosten mit der Flucht nach Ägypen, dem Kindermord von Bethlehem und die Rückkehr der heiligen Familie nach Nazareth.
    Chorgestühl: das gotische Chorgestühl wurde im 19. Jahrhundert teilweise ergänzt.
    Über dem Chorgestühl befinden sich insgesamt sechs großflächige Wandgemälde von Gebhard Fugel (1863-1939), die die Andreaslegende und Szenen aus dem Leben Jesu in einem nahezu expressionistischen Stil darstellen.
    Blick vom Chor im Osten durch das
    Langhaus Richtung Westen zum Eingang mit der Orgel darüber.
    Die heutige
    Orgel aus dem Jahre 1959, stammt von der Firma Reiser in Biberach. Es wurde viel von Vorgängerorgeln vorhandenes Pfeifenmaterial und Windladen wieder verwendet.
    Blick auf die Spitzbogen und die Rippengewölbe unter der Orgelempore. An der Westwand Grab- und Gedenksteine eingelassen.
    Blick in das
    nördliche Seitenschiff Richtung Osten. Hier steht die Chororgel bzw. Marienorgel. Sie wurde 1989 durch Rudolf Kubak aus Augsburg erbaut.
    Blick in das
    südliche Seitenschiff Richtung Osten.
    Taufbecken mit Deckel aus dem 19. Jahrhundert.
    An der östlichen Stirnwand des südlichen Seitenschiffs steht die Kopie einer Schutzmantelmadonna. Das Original stammt aus dem Jahr 1480 und befindet sich heute in der Skulpturensammlung in Berlin.
    Daneben hinter Glas ein kleiner spätgotischer Reisealtar aus limousiner Emaille.
    Blick vom nördlichen Seitenschiff Richtung südliches Seitenschiff. Oberhalb der Spitzbogenarkaden sind farbige Statuen von Heiligen angebracht.
    Blick vom südlichen Seitenschiff auf das nördliche Seitenschiff. Auch hier oberhalb der Spitzbogenarkaden farbige Statuen von Heiligen.
    Details von zwei farbigen Statuen von Heiligen auf Konsolen mit Engeln, daneben Kapitelle mit floralen Motiven und Wappenschild.
    Farbige Statuen von Johannes dem Täufer und dem heiligen Josef.
    Gemälde mit der Darstellung der Verkündigung.
    Beispiele moderner farbiger Glasfenster aus den 1960er Jahren.
    Kleines Modell der Stadt. Oben (im Norden) der Frauentorplatz mit dem Grünen Turm und rechts daneben die Liebfrauenkirche. Die breite Straßen die nach unten Richtung Süden führt ist der langgestreckte Marienplatz. In der Mitte das Waaghaus mit dem Blaserturm. Der große Gebäudekomplex unten im Süden das ehemalige Karmeliterkloster mit der Stadtkirche.
    Blick durch die
    Kirchstraße Richtung Süden zum Waaghaus und Blaserturm am Marienplatz 28.
    Ehemalige Engel Apotheke in der Kirchstraße 3. Die historische Fassade ist mit Wappen bemalt und über der Tür ein schmiedeeisernes Schild mit der goldfarbenen Statue eines Engels.
    Blick von der Kirchstraße auf den Giebel des
    Waaghauses. Hier stand ursprünglich das Heilig-Geist-Spital, welches 1496/97 abgerissen wurde und das Waaghaus als städtisches Kaufhaus erbaut wurde. Es diete als Zollstation für ein- und ausgeführte Waren und hier befand sich sie Stadtwaage, daher der Name. Außerdem wurde 1621 die städtische Münze hier eingerichtet. Im ersten Stock befindet sich ein prächtiger neugotischer Saal, der Tuchhalle genannt wird. Unter dem Dach befand sich ehemals ein Lager für Korn. Die reiche Bemalung des Gebäudes aus der Zeit der Renaissance wurde bei der letzten Renovierung in den 1970er Jahren nicht wieder hergestellt.
    Blaserturm: er ist architektonisch mit dem Waaghaus verbunden. Ursprünglich hieß er Spitalturm, wegen des hier ehemals vorhandenen Heilig-Geist-Spitals. Bis 1365 war er Teil der Stadtbefestigung. Im Zuge der Stadterweiterung ab 1320 geriet der Turm in die Stadtmitte und diente fortan als Späh- und Feucherwachtturm, sowie als Uhrenturm. Die Turmwächter hatten zu jeder vollen Stunde die Glocke zu läuten und drei Mal am Tag auf der Trompete zu blasen. Der originale romanische Turm stürzte 1552 ein und wurde im Renaissancestil wieder aufgebaut. Er ist 51 m hoch. Der letzte Turmwächter quittierte 1911 seinen Dienst.
    Relief mit Wappen und Inschrift an einer Hauswand.
    Lederhaus: ursprünglich hatte das Haus den Namen „Schuhhaus“. Erst 1626 bürgerte sich der Name „Lederhaus“ ein. Erbaut wurde es um 1400 als Marktgebäude für Schuhmacher, Gerber und Sattler. Durch Abriss zahlreicher Nachbarhäuser, wurde es 1512/13 wesentlich vergrößert. Die Bemalung im Renaissancestil entstand 1574. 1905/06 wurde das württembergische Wappen im Giebel ergänzt. Ab 1689 diente das Gebäude als kaiserliches Proviantmagazin. Heute befindet sich hier die Touristeninformation.
    Rathaus: der spätgotische Bau wurde 1386 erbaut. Es hat einen Staffelgiebel und einen kleinen Glockenturm, in dem die Ratsglocke die reichsstadtischen Ratsmitglieder zur Ratssitzungen rief. Aus der Seite zum Waaghaus befindet sich ein kleiner Erker im Renaissancestil, 1571, Gerichtserker genannt.
    Blick über den
    Marienplatz Richtung Süden. Hier befand sich 500 Jahre lang, vom 15. Jahrhundert bis 1973 der Viehmarkt. Im Hintergrund der Gebäudekomplex des ehemaligen Karmeliterklosters mit der Stadtkirche.
    Landknechtsbrunnen auf dem Marienplatz, südlich vom Rathaus. Der sechseckige neugotische Brunnen hat in der Mitte eine Säule mit einer kleinen Statue eines Landsknechts.
    Kornhaus: Südlich des Rathauses und des Landknechtsbrunnens, steht das 1451/52 errichtete Kornhaus. Der spätgotische Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach hat im Erdgeschoss eine große Halle und darüber drei übereinanderliegende ehemalige Kornböden. 1618 wurde das Fachwerk durch ein teilweise bemaltes Blendmauerwerk verdeckt.
    Gegenüber des Kornhauses, fast am südlichen Ende des Marienplatzes befindet sich das
    ehemalige Karmeliterkloster mit der evangelischen Stadtkirche. Das Kloster des Bettelordens wurde 1344 von Mönchen aus Dinkelsbühl gegründet. Um 1400 war eine turmlose, dreischiffige Säulenbasilika mit hohem Rechteckchor entstanden. Als Kirche eines Bettelordens wurden das Langhaus, bestehend aus 3 Schiffen, und der Chor mit seinen hohen Fenstern nicht mit Gewölben, sondern nur mit flachen Holzbalkendecken ausgestattet.
    Da es bei den reichen Bürgern der Stadt hohes Ansehen genoss, wurden in der Folgezeit fünf Kapellen von wohlhabenden Ravensburger Familien gestift. Viele Patrizier ließen sich im Chor der Kirche begraben. Die Kirche wurde ab 1549 von den Mönchen im Chor, gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde im Langhaus, genutzt. 1806 (lt. Wikepedia 1810) ging die gesamte Kirche an die Kirchengemeinde über, das das Kloster aufgelöst worden war. In den Gebäuden des Klosters ist seit 1869 das Landgericht Ravensburg untergebracht. Der Glockenturm stammt aus dem Jahr 1844.
    Blick auf die Ostseite der Kirche mit geradem Chorabschluss und Turm im Süden.
    Inneres:
    Blick durch das
    Langhaus Richtung Chor, mit Altar und drei spitzbogigen, farbigen Glasfenstern. Sie wurden 1965/66 von Hans Gottfried von Stockhausen (1920-2010) geschaffen. Die drei Schiffe sind flach gedeckt. Über dem Altar „Christus in der Mandorla“ von Ulrich Henn (1925-2014). Hier besteht die Mandorla um die Figur des Christus aus vielen Engeln.
    Wandmalerei am
    Chorabschluss.
    An der linken Chorwand eine
    Wandmalerei mit der Darstellung von Christus.
    An der rechten Chorwand eine weitere Wandmalere
    i mit einem sogenannten Feiertagschristus. Blutend und verwundet von den Nägeln des Kreuzes, seine Dornenkrone und Geißelungen. Außerdem hier verschiedene Werkzeuge abgebildet, wie ein Rechen, eine Axt und ein Schieber, um das Brot aus dem Ofen zu holen. Diese Darstellung sollte die Gläubigen daran erinnern, an Sonn- und Feiertagen die Arbeit niederzulegen.
    An der rechten Chorwand, über einer Tür mit Spitzbogen, Wandmalerei mit der Darstellung der Gregorsmesse, um 1450, und einem knieenden Stifter der Patrizierfamilie Besserer.
    Wandmalereien am Chorbogen aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Durch den Lettner waren sie vom 16. Jahrhundert bis zum Abbruch des Lettners 1810 verdeckt. Links mit Resten von Spitzbogen in der Mauer die Darstellung von Heiligen und Reiter. Rechts Reste einer Wandmalerei mit einer Heiligen und einem Ritter.
    Daneben um eine Nische mit einer Statue von Christus Wandmalereien mit der Darstellung u.a. der Kreuzigung.
    Blick vom Chor durch das
    Langhaus Richtung Westen zur Orgelempore mit Orgel und dem farbigen Glasfenster über dem Eingang.
    Wandmalerei mit der Darstellung des letzten Abendmahls.
    Weitere Wandmalerei.
    Blick in das
    südliche Seitenschiff. Hier befanden sich zwei Patrizier-Kapellen, die einst durch ein Gitter abgeteilt waren. Hinten die Möttelinkapelle mit eienm Kreuzrippengewölbe und vorne die St. Anna-Kapelle mit einem Sterngewölbe.
    Die neugotischen farbigen Glasfenster in den beiden ehemaligen Kapellen zeigen Reformatoren und Verfechter des evangelischen Glaubens. Sie entstanden in den Jahren 1860-1862.
    Gesellschaftskapelle bzw. Kapelle der Humpisgesellschaft: Die kleine Kapelle ist vom Chorraum aus erreichbar ist, war früher die Verbindung zum Dormitorium der Mönche. Sie wurde 1452 von den Mitgliedern der Fernhandelsfamilie Humpis gestiftet und 1461 fertiggestellt. Von der originalen Ausstattung hat sich nur das spätgotische Netzrippengewölbe erhalten.
    Am Ende der Kapelle ein farbiges Glasfenster, welches sich ursprünglich in einer Seitenkappelle des Langhauses befand. Oben Maria Magdalena und der heilige Onuphrius. Darunter der heilige Fabian und die heilige Barbara. Unten zwei Wappen.
    Die zahlreichen Epitaphien und Grabplatten stammen von Ravenburger Patrizierfamilien und wurden vom Chor und Kreuzgang hierher verlegt.
    Der stehende, betende Mann auf einer der Grabplatten ist Henggi Humpis, der 1429 verstarb. Es handelt sich um die älteste Grabplatte in der Kirche.
    Östliche Altstadt bzw. Oberstadt:

    Auf der östlichen Seite des Rathauses beginnt die Marktsstraße. Hier, auf dem ehemaligen Fischmarkt, steht der Marktbrunnen mit der Statue einer Marktfrau von 1939. Hier stand ab dem 16. Jahrhundert der Justitia-Brunnen, der einen Bezug zum Gerichtserker am Rathaus herstellte.
    In der Marktstraße 13 die
    Brotlaube, die ehemalige Markthalle der Bäcker, Metzger und Kürschner. Erbuat im 15. Jahrhundert, ursprünglich als städtisches Kaufhaus. Als dieses dann 1497/98 in das Waaghaus verlegt wurde, folgte die Nutzung durch Bäcker und Metzger, die bis heute unter den beiden Bögen ihre Waren am Markttag anbieten. 1625 wurde das Gebäude im Renaissancestil erneuert. Aus dieser Zeit stammt das Relief eines großen Wappens zwischen den Rundbögen.
    Haus von 1362 des Onofrius Humpis, ab 1800 Gasthaus „Zum Rad“, Marktstraße 21.
    Haus der Patrizierfamilien Deuring, Belli und Stapf, Marktstraße 10. An der Fassade Wandmalereien.
    Schmiedeeisernes Tor zum Hof, in dem sich die ursprüngliche Ausstattung aus kleinen Fachwerkbauten für Remise, Waschküche und Stallungen erhalten hat. Über dem Tor die Wappen der ehemaligen Besitzer, die teilweise die Bürgermeister von Ravensburg stellten. Die Familie Bellis kam Ende des 17. Jahrhunderts als Kaufleute aus Italien.
    Marktstraße 12 ein schmiedeeisernes Werbeschild der ehemaligen Gaststätte „Drei Könige“
    Gegenüber Marktstraße 27 ein Detail der Blendbögen mit kleinen Wappen des Hauses der Patrizierfamilie Gäldrich, erbaut 1436-1493.
    Eingang zum Museum Humpis-Quartier, Marktstraße 45. Im Hintergrund das Obertor. Um einen Innenhof gruppiert sich ein Wohnquartier der Patrizierfamilie Humpis, die im Fernhandel und auch als Bürgermeister tätig waren. Diese Gruppe von Häusern gilt als eines der am besten erhaltenen Wohnquartiere aus dem Spätmittelalter in Süddeutschland. Die Häuser stammen teilweise aus der Zeit vor 1380. An der Marktstraße eines der zwei Turmhäuser mit einem dekorierten Erker von 1435, der das Wappen der Familie Humpis zeigt.
    Gegenüber Marktstraße 26 das heutige
    Museum Ravenburger und Stammhaus des Otto Maier Verlages befindet sich in einem 1416 erbauten Haus der Patrizierfamilie Möttelin. Die Malereien an der Fassade stammen aus dem 18. Jahrhundert.
    Detail der Tür aus Holz mit Türklopfer aus Messing.
    Blick auf die Ecke Burgstraße, die ebenfalls durch parzellenübergreifende Bebauung zu dem Museum Ravensburger dazugehört.
    Im Hintergrund, in der Brugstraße 9, das direkt anschließende moderne Gebäude des Kunstmuseums Ravensburg.
    Rutenbrunnen an der Ecke Marktstraße / Burgstraße. Vier Kinder halten Zweige hoch, ein seit 1645 nachgewiesener Brauch, das „Ruten gehen“, in dem Schüler mit ihrem Lehrer in die Natur gingen, um Ruten für die Züchtigung zu schneiden.
    Mehlsack: Der 51 m hohe Turm (Durchmesser 10 m) wurde 1425-1429 erbaut und ist das Wahrzeichen von Ravensburg. Oberhalb von ihm liegt die Veitsburg, von der damals eine Bedrohung für die Reichsstadt ausging. Um sich gegen den habsburgischen Landvogt auf der Burg wehren zu können, wurden in den beiden obersten Geschossen Armbrustschützen platziert. Neben dem Grünen Turm ist es der einzige runde Turm der Stadtbefestigung.
    Südliches
    Ende der Marktstraße mit Blick auf das Obertor.
    Fassaden historischer Häuser. Links Marktstraße 59 das sogenannte
    Romanische Haus. Das Anwesen einer Patrizierfamilie im barocken Stil, wurde über einem romanischen Gebäudekomplex errichtet.
    Rechts daneben das rote Haus der Humpisgesellschaft, Marktstraße 61. Nach Auflösung der international tätigen Handelsgesellschaft 1530, wurde das Haus als Gaststätte genutzt. 1603 taucht erstmals der Name „Zum Schwarzen Mohren“ auf.

    Detail des schmiedeeisernen Werbeschildes mit der kleinen Statue eines Mohren bzw. Schwarzen.
    Obertor: es stammt noch aus staufischer Zeit und ist daher vermutlich das älteste Stadttor von Ravensburg. 1432 und 1485 wurde es im oberen Bereich erhöht. Mit einer Höhe von 42 Metern steht es am höchsten Punkt der Altstadt. 1616 erhielt der Turm eine Uhr.
    An einer Seite des Tores sieht man noch das unverputzte Baumaterial und eine Leiter, die zu einem weiter oben liegenden Zugang führt.
    Blick auf das Obertor von außerhalb der Stadt.
    Blick auf einen alten Festungsturm.
    Gänsbühl: nördlich vom Obertor und der Häuserzeile an der Marktstraße befand sich der Gänsbühl, ein Handwerkerviertel in der Marktsiedlung. Dieses Viertel wurde 1702 und 1972-1977 total abgerissen. In dieser, später aufgefüllten Senke standen einst Mühlen, Gerbereien, Färbereien und man hat Reste eines Kalkofens gefunden. Blick in einen Hof mit einem historischen Treppenaufgang.
    Ein überwölbter Durchgang unter Häusern.
    Blick auf historischen Fachwerkbau in der Humpisstraße.
    Historische Fachwerkbauten in dem Viertel.
    Fachwerkbau Humpisstraße Ecke Roßbachstraße, das sogenannte
    Neideggsche Haus bzw. Humpishaus. Erbaut 1470 im Auftrag von Wilhelm von Neidegg, Bürgermeister und erfolgreicher Fernhändler.
    Informationstafel zum Papiermühlenweg.
    Blick auf den kleinen
    Wasserkanal in der Roßbachstraße. Die Wasserkraft des östlich der Stadt entspringenden Flusses Flappach, sorgte für den Antrieb zahlreicher Mühlen. Auch eine Rossschwemme befand sich einst hier. Ende des 14. Jahrhunderts entstand hier eine bedeutende Produktion von Papier, die die Stadt bis in das 19. Jahrhundert prägte.
    Blick von der Roßbachstraße über den
    Gespinstmarkt Richtung Waaghaus und Blaserturm. Im Untergrund verläuft der kleine Stadtbach Flappach.
    Parallel zum Gespinstmarkt und der Marktstraße verläuft die
    Herrenstraße. Der Name entstand durch die zahlreichen geistlichen Niederlassungen in der Umgebung der Liebfrauenkirche. Historisches Haus in der Herrenstraße 24. Das ursprünglich gotische Haus wurde 1757 im Rokokostil umgestaltet. Bauherr war Leonhard von Beck, der zum Stadtammann (Blutrichter) ernannt und in den Adelsstand erhoben worden war. Über der Tür das Wappen des Hausherren und ein Zitat von Cicero.
    Konzerthaus in der Wilhelmstraße, die im 19. Jahrhundert jenseits des nordlichen Stadtgrabens entstand. Das Konzerthaus wurde 1896/97 nach Entwürfen der Wiener Theaterbauarchitekten Fellner & Helmer erbaut.
    Parallel zur Stadtmauer im Süden, südlich der Stadtkirche, verläuft die
    Kohlstraße. Historischer Fachwerkbau.
    Parallel dazu verläuft außerhalb der Stadtmauer der Hirschgraben. Hier wurde vom 15. Jahrhundert bis 1971 Rotwild gehalten. Hier hat sich der doppelte Mauerring der mittelalterlichen Stadtbefestigung fast unzerstört erhalten. 1525-1550 wurde ein halbrunder Flankierungsturm hinzugefügt, um Mauer und Graben vor Handfeuerwaffen zu verteidigen.
    Spitalturm an der südwestlichen Ecke der Altstadt. Der 44 m hohe Turm wurde am Hirschgraben 1363 erbaut. Wie alle Wehrtürme war er nur über einen Wehrgang erreichbar. Der ursprüngliche Staffelgiebel wurde 1725 durch ein Zeltdach ersetzt.
    In der Meersburger Straße vor dem Untertor steht der
    Brunnen „Zwischen Esel und Ballen“ von Karl-Henning Seemann (1934-2023) von 1985/87. Er thematisiert die von 1380-1530 existierende bedeutende Große Ravensburger Handelsgesellschaft. Es zeigt den mittelalterlichen Fernhandel.
    Untertor: Auf der Westseite der Stadt steht das 1363 erbaute, 36 m hohe Untertor, an der Straße Richtung Meersburg. Es wurde aus Bruchsteinen und Kieseln errichtet und 1478 mit Ziegelbauweise bis zum Staffelgiebel aufgestockt. Die Uhr und das Glockentürmchen wurde 1616 ergänzt. Auf der Außenseite befand sich einst ein stark befestigter Zwinger, der nicht mehr existiert.
    Untertor von der Stadtseite aus gesehen. Hier im Westen des Marienplatzes und im Osten von Untertor und dem Gemalten Turm, befindet sich die Unterstadt. Die hier Richtung Osten führende Marktstraße führte einen offenen Bach, der durch das Viertel der Geber führte.
    Heilig-Geist-Spital in der Bachstraße 57, die vom Untertor Richtung Osten zum Zentrum der Altstadt führt. 1287 erstmals urkundlich erwähnt, wurde das von den Bürgern der Stadt finanzierte Heilig-Geist-Spital vom Marienplatz hier an das Untertor verlegt. Es erfüllte die Aufgaben eines Waisen- und Armenhauses und fungierte auch als Altersheim. Ab 1884 war es ein städtisches Krankenhaus. Auch heute gibt es hier noch Arztpraxen und die Stadtbibliothek Ravensburg befindet sich auch in diesem Gebäude.
    Seiteneingang zum Heilig-Geist-Spital mit einer neugotischen Tür aus Holz und einer Darstellung der heiligen Dreieinigkeit als fast vollplastisches Relief. Gott mit päpstlicher Tiara hält Jesus in seinem Schoß, darüber die Taube des heiligen Geistes.
    Weiter nördlich in der Unterstadt, Eisenbahnstraße 11 eine Wandmalerei „Die Müßiggänger“ von Jim Avignon (1966-).
    Sankt Jodokus bzw. St. Jodok in der Eisenbahnstraße: die dreischiffige, katholische Kirche wurde 1385 für die Bewohner der neu angelegten Unterstadt erbaut. Der heilige Jodok gilt als Beschützer vor der Pest, die von 1348-1350 in der Unterstadt gewütet hatte. Bis in das 19. Jahrhundert war die Kirche von einem Friedhof umgeben. 2018 wurde die Kirche durch Brandstiftung schwer beschädigt und 2019 wieder eröffnet, nachdem der Architekt Jürgen Hildebrand ein neues Raum- und Lichtkonzept umgesetzt hatte.
    Westfassade der dreischiffigen Basilika
    Südseite der Kirche.
    Eingang von der Südseite mit einem Relief darüber. Darstellung des betenden Jesus im Garten Gethsemane.
    Details der Kirchturmspitze mit farbigen Dachschindeln.

    Inneres:
    Blick in den flach gedeckten
    Chor, mit einem Kruzifix im Chorbogen. Es stammt vermutlich aus der Werkstatt des Bildhauers Jakob Russ (1455-1525) und entstand um 1480.
    Rechts und links vom
    Chorbogen Konsolen mit Darstellungen von Engeln, um 1480. Darauf farbige Statuen aus Holz von Maria und Johannes aus der gleichen Zeit.
    An der rechten Chorwand ein moderner Reliquienschrein mit Teilen der Gebeine des Pilgerheiligen Jodok. Die Reliquie erhielt die Kirche 1989 von der Kirchengemeinde St. Jodok in Landshut. Das Relief auf dem Schrein stammt vom Bildhauer Ludwig Erb.
    Informationstafel zum
    Reliequienschrein und der Statue des heiligen Judokus im nördlichen Seitenschiff.
    Statue des heiligen Judokus, geschnitzt von Theodor Schnell (1836-1909), 1867.
    An der linken Wand des Chores eine Wandmalerei mit der Darstellung des „Feiertagschristus“ aus dem 15. Jahrhundert.
    Spätgotisches
    Sakramentshaus, bei der Marienkrönung weiter oben datiert mit 1451. Ganz oben Fialen und das Schweißtuch der Veronika.
    Rundes
    Taufbecken aus Metall mit Reliefs
    Blick vom Chor Richtung Westen zur Orgel auf der Empore. Die heutige Orgel wurde 1993 von der Orgelbaufirme Rieger in Schwarzach erbaut.
    Vogthaus: nördlich der Kirche in der Charlottenstraße 36 gelegen, ist ein 1474 erbauter Fachwerkbau, der ursprünglich der Humpisgesellschaft gehörte. Ab dem Ende des 15. Jahrhunderts diente es dem Vogt Peter Spät als privater Alterssitz. Nach seinem Tod wohnten hier von 1514 – 1802 die Kapläne der Kirche St. Jodok. Ab 1955 war hier für eine gewisse Zeit das Stadtmuseum untergebracht.
    Detail des schmiedeeisernen Werbeschildes vom Vogthaus.
    Bruderhaus: in der nordwestlichen Ecke der Altstadt, ganz in der Nähe des Gemalten Turms, in der „Grüner-Turm-Straße“, die bis 1934 Judenstraße hieß, entstandt 1479 ein Zeughaus. Dieses wurde 1725 abgebrochen. Heute steht hier ein barockes Gebäude, welches als Zucht- und Arbeitshaus genutzt wurde. Rund 120-200 Gefangene, die als nicht sesshafte, umherstreunende Personen aufgegriffen wurden, mussten hier Brasilienholz zur Tuchfärbung raspeln. Gleichzeitig war es auch ein Armenhaus. 1823 wurde das Bruderhaus hierher verlegt. Heute befindet sich hier ein Altenheim.
    Zehntscheuer Grüner-Turm-Straße 26, 1378 direkt an der Stadtmauer errichtet. Hier sich sich die alemannische Fachwerkkonstruktion erhalten. Es diente der Einlagerung von Waren und auch als Pferdestall. Der Name Zehtscheuer entstand durch eine Verwechlung mit einem anderen Gebäude. Heute ist hier eine Kleinkunstbühne untergebracht.
    Haus mit überdachtem Erker in der Grüner-Turm-Straße Ecke Obere Breite Straße.
    Westlicher
    Turm der Stadtbefestigung an der Schussenstraße, die hinter der Stadtmauer entlang führt.

  • Landkarte des Bodensees. Stationen sind im Folgenden Lindau, Konstanz, Reichenau, Sankt Gallen und Meersburg.

  • Lindau:

    Die ehemalige Reichsstadt Lindau mit ca. 26.000 Einwohnern, liegt auf einer 0.69 qkm großen Insel im östlichen Teil des Bodensees und gehört zum Bundesland Bayern. Mit den Stadtteilen auf dem Festland ist die Insel durch eine Straßenbrücke und einen Eisenbahndamm verbunden.
    Auf dem Festland gegenüber der Insel hat man 1878 römische Siedlungsspuren entdeckt. Man geht davon aus, das Adalbert von Rätien zwischen 810 und 820 ein Kanonissenstift, ein adliges Frauenstift, gegründet hat. Urkundlich erwähnt wurde Lindau erstmals 882 in einer St. Gallener Schenkungsurkunde. Bereits im 11. Jahrhundert gab es die Peterskirche, 1180 folgte die Kirche St. Stephan und 1224 wurde ein Franziskanerkloster gegründet. 1274/75 bestätigek König Rudolf I. die bisher erworbenen Stadtrechte und Lindau wurde zur Reichsstadt.
    1528 wurde Lindau im Zuge der Reformation evangelisch.
    Im Jahre 1728 verwüstete ein Stadtbrand den Stiftsbezirk und einen Teil der Altstadt; der Wiederaufbau am Marktplatz erfolgte im damaligen Barockstil.
    Blick in die
    Schmiedgasse mit ihren historischen Häusern, die von Osten in das Zentrum der Altstadt zum Marktplatz führt.
    Details der Häuser mit ihren Zwerchhäusern auf dem Dach.
    Evangelische Kirche Sankt Stephan: die größte Kirche in Lindau steht direkt an der Schmiedgasse und am Marktplatz, sowie neben dem Münster Unserer Lieben Frau. Der Bau geht auf eine dreischiffige romanische Basilila von 1180 zurück. Anfang des 16. Jahrhunderts wurde sie vergrößert und von 1781-1783 im Stil des Spätbarock umgestaltet. In dieser Zeit kam auch der Turm mit barocker Zwiebelhaube dazu.
    Blick vom Marktplatz auf die geschwungene Westfassade mit einem schmiedeeisernen Balkon. Rechts neben dem Hauptportal steht eine große Glocke, die Anfang des 17. Jahrhunderts in der Lindauer Glockengießerwerkstatt Ernst gegossen wurde. Um 1506 wurden die beiden Seitenschiffe vergrößert und die Kirche zum Marktplatz hin verlängert.
    Blick auf die Nordseite der Kirche und den 58 m hohen Kirchturm. Der untere Teil ist noch romanisch (um 1180). Später wurde er im gotischen Stil aufgestockt und ab 1781 im Rokokostil erneut erhöht.
    Der Chorabschluss im Osten.
    Eingang auf der Südseite mit Reliefs von Engeln, die Wappen halten über dem Türsturz.
    Inneres:
    Blick durch das
    Langhaus Richtung Chor. Die Seitenschiffe sind mit Rundbögen abgeteilt. Der helle Innenraum mit Stuckornamenten entstand 1781 im Rokokostil.
    Kanzel aus rötlich-buntem Stuckmarmor vom Ende des 18. Jahrhunderts.
    Blick in den
    Chor mit dem barocken Altar, der ebenfalls aus Stuckmarmor besteht.
    Farbige Glasfenster im Chor von 1965. Links das Fenster Johannes des Täufers. In der Mitte das Fenster des heiligen Stephanus, der unter dem auferstandenen Christus liegend dargestellt ist. Rechts das Fenster des Sehers Johannes. Geschaffen wurden die Fenster von Adolf Klemann (1904-1989).
    Details der Stuckornamente im Chor an der Wand und an der Decke.
    Taufbecken aus rötlichem Stuckmarmor, ebenfalls vom Ende des 18. Jahrhunderts.
    Infromationstafel zur Kopie des Gemäldes „
    Gastmahl des Levi“. Das Original von Paolo Veronese befindet sich in Venedig. Eigentlich ist es die Darstellung des letzten Abendmahls, welches aber von der Inquisition wegen verschiedener Details verurteilt wurde. Um es nicht übermalen zu müssen, hat Veronese dem Gemälde einen neuen Titel gegeben.
    Informationstafel zum
    Epitaph von Daniel Heider (1572-1647).
    Epitaph von Daniel Heider mit der Darstellung der Grablege Jesu, darüber das Wappen der Familie. Unten kniet neben dem aufserstandenen Christus die Familie Heider.
    Informationstafeln zu dem an der gegenüberliegenden Chorwand vorhanden weiteren Epitaph und einem Grabmal.
    Oben das Epitaph von Valentin Heider (1605-1664), dem Sohn von Daniel Heider. Das Epitaph stammt vom Bildhauer Daniel Schenk und zeigt die Auferstehung Jesu. Links vom Gemälde die Skulptur von Chronos mit der Sense und rechts die Klugheit (Prudentia) als Frau mit der Schlange in der Hand. Valentin Heider vertrat die Interessen der Reichsstädte Schwabens beim Westfälischen Frieden.
    Darunter das Grabmal aus Sandstein für Magdalena Juliana Gräfin von Wolfegg.
    Informationstafel zum Gemälde „
    Von Adam zu Christus“.
    Das Gemälde von 1643 ist eine Abfolge von 5 Einzelbildern, in der die Unheils- bzw. Heilsgeschichte der Menschheit dargestellt wird.
    Informationstafel zum Gemälde „
    Das Werk der Versöhnung“.
    Das Gemälde von 1638 stammt von einem unbekannten Künstler. Gestiftet wurde es warscheinlich von Daniel Heider, wie die Initialen H. D. auf dem Kruzifix vermuten lassen.
    Blick vom Chor durch das Langhaus Richtung Westen zur Orgel auf der Orgelempore. In den ersten 10 Bankreihen historische Holzbänke mit umklappbaren Rückenlehenen, eingebaut am Ende des 18. Jahrhunderts.
    Orgel: das Orgelprospekt stammt von 1783. Sie stand ursprünglich im Chorraum und wurde 1860 auf die erweiterte Empore umgesetzt. Die Orgel wurde 1924 und 1975 verändert und erweitert, zuletzt durch die Firma Steinmayr.
    Farbige
    Glasfenster im nördlichen Seitenschiff mit Darstellungen der Passion Jesu. Links betet Jesus im Garten Gethsemane, im Hintergrund führt Judas bereits die Soldaten in den Garten. Rechts die Kreuzigung.
    Grablegung Jesu mit der trauernden Maria und Christi Auferstehung.
    Kupferstiche mit Bildnissen von Predigern und Pfarrern der Kirche.
    Münster „Unserer lieben Frau“ bzw. Sankt Maria bzw. Stiftskirche: sie steht direkt neben der Kirche Sankt Stephan am Marktplatz. Die Ursprünge des Münsters reichen bis ins Jahr 817 zurück. 1000 Jahre lang war es die Kirche des Kanonissenstifts Lindau. Nach dem Stadtbrand von 1728 wurde in den Jahren 1748-1752 die heutige barocke Kirche errichtet. Architekt war der Architekt Johann Caspar Bagnato (1696-1757). Von ihm stammen auch die Entwürfe für das Schloss und die Kirche auf der Insel Mainau und das Neue Schloss in Meersburg. Die verwitwete Fürstäbtissin Therese Wilhelmine von Pollheim-Winkelhausen († 1757) stiftete für diesen Zweck ihr gesamtes Vermögen, daher befindet sich auch ihr Wappen an zentraler Stelle über dem Chorbogen.
    Die Kirche ist ein Saalbau mit kurzem Querschiff, rechteckigem Chor und einem Turm mit quadratischem Turm und schlichter barocker Haube.
    Blick auf die Nordseite der Kirche.
    Fasse des Querschiffs von Norden. Im Giebel eine Statue des Erzengels Michael.
    Inneres:
    Hohe zweigeschossige Bogenöffnungen an den Seitenwänden mit Durchgangsverbindungen zwischen den Doppelsäulen, erwecken den Eindruck von drei Kirchenschiffen. Das Mittelschiff ist von drei Seiten mit Emporen umgeben. Durch einen Brand 1922 stürzte das Dach und die Decke des Kirchenschiffs ein. Bei diesem Brand wurden auch die Deckenfresken von Joseph Ignaz Appiani (1706-1785) aus dem Jahr 1749 vernichtet. 1925 wurde der Münchner Künstler Waldemar Kolmsperger (1851-1943) mit der Wiederherstellung des
    Deckengemäldes beauftragt. Es zeigt Marias Aufnahme in den Himmel. Wegen eines erneuten großen Schadens 1987, wurde das Deckenfresko von Josef Loch restauriert.
    Barocke
    Kanzel von Joseph Wagner (1707-1764) von 1751. Sie besteht aus Stuckmarmor. Auf dem Schalldeckel die Gesetzestafeln und das Auge Gottes.
    Blick auf den
    Chor mit dem Hochaltar und zwei Nebenaltären, die von unterschiedlichen Künstlern stammen. Sie leiten über zu den ehemaligen Vierungspfeilern. Die ehemalige Vierung ist mit einer flachen Rundgewölbe versehen und schließt mit dem Hochaltar die Kirche nach Osten ab. So nimmt der Chor in der barocken Kirche die alte Vierung ein. Der mittelalterliche rechteckige Chor dient jetzt als Sakristei.
    Wegen der Karwoche ist das zentrale Gemälde des
    Hochaltars verhüllt. Es stammt vom Maler Franz Georg Hermann (1692-1768) und zeigt die Anbetung der heiligen drei Könige von 1752. Es wird flankiert von Säulen aus rotem Stuckmarmor, an deren Fuß Statuen des heiligen Petrus und Paulus stehen. Davor Statuen der Apostel Andreas und Johannes. Sie stammen wohl aus der Werkstatt des Dominikus Hermenegild Herberger (1694-1760).
    Detail des Hochaltars mit dem Sakramentshaus und den Statuen, die das verhängte Altarbild flankieren.
    Blick auf den Altartisch und das vor dem Hochaltar liegende Sakramentshaus.
    Im
    Chorbogen als farbiges Relief das Wappen der Stifterin der Kirche, Fürstäbtissin Therese Wilhelmine von Pollheim-Winkelhausen. Dahinter ein Kruzifix aus dem frühen 16. Jahrhundert (Künstler unbekannt) und das Deckengemälde in der Kuppel der ehemaligen Vierung von Joseph Ignaz Appiani, allerdings nur noch in Resten im Original erhalten. Im Gemälde ist die Krönung Marias durch die heilige Dreifaltigkeit dargestellt. Die Szene ist umgeben von Heiligen des Alten und Neuen Testaments und Engeln.
    Lesepult mit einem Relief aus Metall, Fischer darstellend.
    Nebenaltar links vom Hochaltar mit einem Gemälde von Johann Georg Bergmüller (1688-1762). Es zeigt die Übergabe des Rosenkranzes an den heiligen Dominikus. Nebenaltar auf der rechten Seite des Hochaltars ein Gemälde von Franz Ludwig Hermann (1723-1791). Es zeigt ein selten dargestelltes Motiv: die Bekehrung von König Abgar von Edessa durch das Zeigen eines authentischen Bildes Christi, das sogenannte Abgarbild. Der Stuckmarmor des Rahmens ist von Andreas Bentele.
    Blick vom Chor durch das Kirchenschiff Richtung Orgel und Orgelempore.
    Orgel von 1924-1926. Die originale Orgel von 1898 stammte von der Orgelfaufirma Steinmeyer, die ein verbreitertes Orgelprospekt von 1755 verwendete..Bei dem Brand von 1922 wurde die originale Orgel weitestgehend zerstört, aber die Orgelbaufirma konnte einige historische Register in die neue Orgel einbauen.
    Marien-Orgel von 1993 von Josef Maier auf der nördlichen Seitenempore.
    Blick auf eine der Emporen an der Seite des Kirchenschiffs mit Stukkaturenund Reliefs im Stil des Rokoko.
    Säulen aus Stuckmarmor unterhalb der Orgelempore.
    Barockes
    Epitaph an einer der Säulen mit der Skulptur eines liegenden Kindes, welches sich auf einen Totenschädel stützt.
    Beichtstuhl
    Detail einer der teils farbigen Stukkaturen.
    Blick vom
    Marktplatz auf Westfassade der Kirche Sankt Stephan links und das Münster rechts. Davor der Neptunbrunnen.
    Blick über den rechteckigen Marktplatz Richtung Cavazzen, heute Sitz des Stadtmuseums. In der Mitte der Neptunbrunnen und rechts das ehemalige Patrizierhaus Grubenmann bzw. Haus zum Baumgarten.
    Details des
    Neptunbrunnens, der ehemals Maximiliansbrunnen hieß.. Hoch auf einer Säule steht die Statue des Neptun mit Dreizack. Der Brunnen entstand um 1840. Er ist eine Kopie des Augsburger Neptunbrunnen.
    Cavazzen, seit 1929 Stadtmuseum: Nach dem Stadtbrand 1729-1730 vom Schweizer Baumeister Jakob Grubenmann (1694-1758) erbaut. Die Patrizier- und Adelsfamilie Seutter von Loetzen hatte hier ca. 200 Jahre lang ihre Residenz. Der Künstler der Fassadenmalerei ist nicht bekann. Der künstlerische Stil lässt eine Herkunft aus Tirol oder Oberitalien vermuten. Typisch für das Barock werden die Fenster von Atlashermen oder Kyriatiden gerahmt. Über den Fenstern liegen Löwen und Sphingen. Dazwischen Waffen und Musikinstrumente, sowie Urnen, Frucht- und Blumengirlanden. Auffällig ist ein Armbrustschütze mit Hund, der aus einem gemalten Torbogen tritt und auf den Betrachter zu zielen scheint. Neben der bemalten Fassade ist auch das mächtige Walmdach bemerkenswert.
    Blick in den Innenhof des Cavazzen mit Brunnen und einen Kaffeehaus.
    Alte Hauptwache: 1732 auf der Südseite des Marktplatzes für die Bürgerwehr errichtet. Heute Hotel Gasthof Stift. An der Ecke des Hauses die Statue eines Satyr.
    Ehemaliges
    Patrizierhaus Grubenmann bzw. Haus zum Baumgarten auf der Nordseite des Martkplatzes. Nach dem Stadtbrand 1728 vom Baumeister Jakob Grubenmann errichtet. Hier befand sich ursprünglich der Obstgarten des Kanonissenstifts. Über dem Portal eine Kartusche, die an den ehemaligen Obstgarten erinnert.
    Blick in die Eingangshalle mit Treppenaufgang und Gewölbe.
    Historisches Haus mit Stufengiebel und Erker über mehrere Etagen, darüber Balkon mit schmiedeeisernem Gitter. Cramergasse 2 Ecke In der Grub.
    Zierelement mit Kopf und floralen Motiven an einem Fenster.
    Historisches Haus in der Cramergasse mit Reliefs an der Fassade und Zwerchehaus, 1899.
    Historisches Haus Cramergasse 12. Fassadenmalerei täuscht Reliefs vor. Faschen, Medaillons mit Köpfen im Profil und florale Girlanden.
    Schmiedeeiserne Supraporta mit Initialen, Cramergasse 17.
    Blick durch die westliche Cramergasse Ecke Maximilianstraße..
    Erker in der Maximilianstraße 2.
    Detail an einer Regenrinne mit Kopf eines Drachens.
    Haus zum Sünfzen, heute Gasthaus zum Sünfzen, Maximilianstraße 1. Es ist benannt nach einer vom 14. Jahrhundert bis 1830 existierenden Patriziergesellschaft. Dieses ehemalige Gesellschaftshaus der Lindauer Patrizier hat eine 1939 Fassadenmalerei von 1939. Dargestellt sind Kutschen und Boote, die für den Transport von Waren verwendet wurden, Kaufleute und ein Wappenschild mit Doppeladler. Im Erdgeschoss ein Laubengang. Im 14. Jahrhundert erstmals erwähnt und über Jahrhunderte mehrfach umgebaut und erweitert.
    Relief des Wappens mit Doppeladler über einem der Rundbögen.

    Blick auf das schmiedeeiserne Werbeschild mit Davidstern und Krug.
    Blick durch die insgesamt 230 m lange
    Maximilianstraße Richtung Westen. Sie hieß ursprünglich nur Hauptstraße und wurde um 1815, nachdem Lindau zu Bayern gehörte, erstmals Maximilianstraße genannt, nach Max I., dem ersten bayerischen König. Seit 1973 ist die Straße eine Fußgängerzone. Architektonisch ist sie durch Patrizierhäuser und Laubengänge von Gotik und Renaissance geprägt.
    Historische Häuser in der Maximilianstraße.
    Historische Fachwerkbauten mit Erkern und Zwerchehäusern.
    Details der Zwerchhäuser.

    Historisches Haus an der Ecke Salzgasse, heute „Restaurant zum Alten Rathaus“.
    Gegenüber der
    Kinderfest-Brunnen, ehemals Königsbrunnen von 1937 in der Bürstergasse. Die Bronzeskulptur zeigt einen Jungen mit einer Flagge und ein Mädchens mit einem Blumenbogen.
    Zitronengässele, eine extrem enge Gasse zwischen Maximilianstraße und In der Grub, die parallel verläuft.
    Mit farbigen Reliefs verzierter Erker am Haus
    In der Grub 32.
    Historisches Haus mit einem über mehrere Etagen gehenden Erker in der
    Schneeberggasse 7. 1897.
    Allgäuer Art Galerie Schneeberggasse 3.
    Detail der Fassade vom Haus zum Kleeblatt in der Schneeberggasse 4. Ehemaliges Bürgerhaus von ca. 1400. Neben dem zweigeschossigen Erker mehrere Wappen als Malerei an der Fassade, farbig bemalte Fensterläden.
    Blick auf eine Häuserzeile am
    Paradiesplatz im Norden der Altstadt. Davor der Paradiesbrunnen. Im Hintergrund der Kirchturm der Peterskirche.
    Peterskirche:
    Die Peterskirche ist die älteste Kirche in Lindau. Die im Kern romanische Kirche ist inzwischen profanisiert und eine Kriegergedächtnisstätte.
    Im 9. Jahrhundert wurde hier bereits eine Kirche aus Holz für ein Fischerdorf gebaut. Im 11. Jahrhundert dann der romanische Bau aus Stein, neben einem Wachturm der Stadtbefestigung. Die Stadt Lindau entsteht östlich des Fischerdorfes. Im 13. Jahrhundert wird die Kirche nach Westen erweitert und erhält ein Maßwerkfester mit Fischblasen. 1425 Wiederaufbau des ursprünglich zur Stadtbefestigung gehörenden Kirchturm. Um 1485/90 Entstehung der Lindauer Passion. Mit Einführung der Reformation verliert die Kirche an Bedeutung und wird als Lager genutzt. 1928 wird die Gedenkstätte für gefallene Lindauer des Ersten Weltkrieges, später auch des Zweiten Weltkrieges eingerichtet.
    Turm der Peterskirche mit dem dahinter liegenden Diebesturm.
    Informationstafel
    Blick auf die Kirche und ein angrenzenden Gebäude vom Oberen Schrannenplatz.
    Portal mit darüber liegendem kleinen Rundfenster mit Fischblasen.
    Inneres:
    Der einschiffige Saalbau hat eine halbrunde Apsis. Er ist 18 m lang und 8 m breit. Im Eingangsbereich befindet sich die Kriegergedächtnisstätte. Unter dem NSDAP-Bürgermeister Ludwig Siebert rief der Stadtrat in den 1920er-Jahren einen Wettbewerb zur Errichtung eines Ehrenmals aus. Der Entwurf der Münchner Künstlerin Marie Feulner gewann den Wettbewerb. Der liegende tote Soldat im Zentrum entstand in Anlehnung an den Soldaten von Bernhard Bleeker im Münchner Kriegerdenkmal im Hofgarten. Gedenktafeln nennen die Namen der Gefallenen der beiden Weltkriege. 1981 wurden die Tafeln ergänzt um Oper der NS-Gewaltherrschaft.
    An der Wand eine im frühen 14. Jahrhundert entstandene Rötelzeichnung mit der überlebensgroßen Darstellung des heiligen Christophorus. Die ehemalige farbige Ausmalung ist nicht mehr erkennbar.
    Blick in das Kirchenschiff Richtung Chor.
    Informationstafel zur
    Lindauer Passion.
    An der Nordwand befindet sich die Lindauer Passsion. Auf einer Fläche mit vier Metern Höhe und sieben Metern Breite ist die Passion Christi sowie die Petrusgeschichte dargestellt. Sie umstritten und nicht gesichert Hans Holbein d. Ä. zugeschrieben. In mehreren Punkten weicht die Lindauer Passion von der klassischen Bildfolge ab. Einige Szenen fehlen: Einzug in Jerusalem, die Fußwaschung und das letzte Abendmahl. Dafür ist auch die Leidensgeschichte von Petrus dargestellt, was vermutlich auf das Patrozinium der Peterskirche zurückzuführen ist.
    Die obere Reihe beginnt mit Jesus im Garten Gethsemane und endet mit der Dornemkrönung. Darunter der gefolterte Jesus vor dem Volk „Ecce Homo“ bis zur Kreuzabnahme. Ganz unten links Maria Magdalena, die dem auferstandenen Christus begegnet und die Begegnung mit Petrus. Die folgenden nicht erhaltenen Wandmalereien vermutlich Szenen aus dem Leben des Apostels Petrus. Ganz rechts unten die Kreuzigung Petri.
    Die Bildfelder sind durch rote Linien getrennt und oben mit einem stilisierten Blattwerkfries abgeschlossen.
    Chorbogen und Apsis: In der Apsis wird als zentrales Motiv die Marienkrönung dargestellt. Rechts im Chorbogen der heilige Hieronymus. Beide Wandmalereien werden Matheis Miller (1480-1569) zugeschrieben.
    An der Chorwand über der Apsis Christus als Weltenrichter, links oben die geretteten Seelen, darunter Petrus.
    Rechts Seite des Chorbogens mit dem heiligen Hieronymus und dem Beginn der Südwand. Der 20 cm breite Bogen ist mit al-secco-Architekturmalerei aus späterer Zeit ornamentiert.
    Auf der rechten Seite der Chorwand oben der Höllenrachen mit den verdammten Seelen. Darunter Anna Selbstdritt, ebenfalls von Matheis Miller.
    Blick vom Chor zurück zum Eingang mit der Kriegergedächtnisstätte.
    Diebsturm bzw. Malefizturm bzw. Stadtknechtsturm oder Körbler: erbaut um 1350 und lange als Gefängnis genutzt, ist er der westlichste Punkt der Stadtbefestigung und liegt an der höchsten Stelle der Insel. Er ist rund, 35 m hoch und hat ein Spitzdach, umgeben von kleinen Türmen.
    Historisches Haus mit Stufengiebel und Erker.
    Der Narrenbrunnen (1989) von Michael Veit (1941- ) am Unteren Schrannenplatz vor dem Zeughaus. Dargestellt sind die Narrenfiguren der Lindauer Narrenzunft – Binsengeist, Pflasterbutz, Kornköffler und 2 Moschtköpfe.
    Blick auf historische Häuser mit Zwerchhäusern in der Ludwigstraße, die parallel zum Hafen im Süden der Insel verläuft.
    Blick durch den Inselgraben Richtung Süden auf Hafen und Mangturm.
    Mangturm bzw. Alter Leuchtturm: erbaut im 12. Jahrhundert als Teil der Stadtbefestigung. Der 35 m hohe, quadratische Turm mit farbigen Dachziegeln steht direkt am Hafen im Süden der Insel. Früher war er noch von Wasser umgeben. 1856 verlor der Mangrurm seine Funktion als Wach- und Signalturm. Zu dieser Zeit war Lindaus neuer Leuchtturm errichtet worden. Der Mangturm erhielt ein weiteres Geschoss und das Dach wurde mit den farbigen, glasierten Zigeln eingedeckt. Auf einer Seite des Turms hängt ein langer, blonder Zopf aus einer der Schießscharten, ein Hinweis auf Rapunzel und damit die Märchenstuden, die häufig in dem historischen Turm stattfinden.
    Am Hafenbecken gibt es eine kleine
    Ausstellung mit historischen Stadtansichten. Beginnend mit einer Stadtansicht von 1600, mehreren Ansichten des Hafens von 1800 bis zum Bau des neuen Hafenbeckens 1856. Außerdem Grundriss und Aufriss vom Neuen Leuchtturm und dem Löwenmonument.
    Hafen Lindau mit seinen Wahrzeichen, dem Neuen Leuchtturm und dem Bayerischen Löwen. Der neue Hafen entstand 1856. Der neue Leuchtturm ist der südlichste Leuchtturm Deutschlands und der einzige in Bayern. Der 6 m hohe Löwe, sitzt auf einem dreistufigen Posdest aus Nagelfluh und blickt zum gegenüberliegenden Schweizer Ufer. Geschaffen wurde er von Johann von Halbig (1814-1882) aus Kelheimer Marmor. Die alte Hafenmole wurde 1812 errichtet und 1986 wegen Einsturzgefahr aus Südtiroler Sandstein neu erbaut.
    Vom Hafen fahren Schiffe, auch zu Rundfahrten Richtung Bregenz auf die österreichische Seite des Bodensees.
    Blick auf den Hafen.
    Blick vom Schiff auf die
    Altstadt von Lindau. Kirchturm vom Münster links, von Sankt Stephan rechts.

  • Bregenz und Lochau
    Blick Richtung Bregenz mit den Österreichischen Bergen mit Schnee im Hintergrund.
    Villa Gravenreuth in Lochau, nördlich von Bregenz. Sie wurde von Max Graf von Gravenreuth beauftragt. Architekt war Wilhelm Widmann. Es ist in einem historisierenden italienischen Stil, mit einem fünfgeschossigen Turm erbaut. An der seeseitigen Fassade ein zweigeschossiger Balkon aus Eisen im Jugendstil. .
    Blick auf
    Bregenz. In der Mitte am Hang mit grüner Turmhaube, das historische Gebäude der Vorarlberger Landesbibliothek. Oberhalb der fast 600 m hohe Gebhardsberg am Sudwesthang des Pfänders. Auf dem Berg befinden sich die Ruine der Burg Hohenbregenz, die Wallfahrtskapelle des heiligen Gebhard und ein Burgrestaurant. Am Ufer des Sees die Bregenzer Seebühne.
    Blick auf das
    Hauptpostamt in Bregenz mit dem Kirchturm von Sankt Gallus im Hintergrund. Das Postgebäude wurde vom Architekten Friedrich Setz (1837-1907) geplant und von 1893-1895 vom Architekten Romedius Wacker ausgeführt.
    Blick auf das 1825 erbaute Nostalgiebad Mili, das alte Militärbad, ein Pfahlbau aus Holz.
    Stadtzentrum mit dem Hauptpostamt und der
    Herz-Jesu-Kirche im Hintergrund. Sie hat zwei 62 m hohe Turme im neugotischen Stil. Im Vordergrund der Hafen von Bregenz.
    Fassade der Herz-Jesu-Kirche. Erbaut nach Entwürfen von Joseph Cades (1855-1943) von 1905-1908, finanziert ausschließlich durch Spenden.
    Bregenzer Seebühne.

  • Lindau:
    Blick auf den
    Luitpoldpark im Nordwesten der Insel Lindau. Hier steht die 1902/03 erbaute Luitpold-Kaserne. Direkt benachbart die Pulverschanze und der Pulverturm, Teile der alten Stadtbefestigung. Im Hintergrund die Villa Wacker aus Nürnberger Rotsandstein. Erbaut 1902 im Gründerzeit-Stil.
    Zurück in Lindau am
    Hafenplatz. In der Mitte der Mangturm, hinten rechts das 1912 als Rentamt erbaute Finanzamt.
    Hotels und Restaurants am Hafenplatz.
    Historisches Gebäude mit Stufengiebel, Sitz des
    Bundespolizeireviers Lindau am Brettermarkt, der an den Hafenplatz anschließt.
    Abel-Haus Brettermarkt 8 im Stil der Neurenaissance mit Giebeln, Dachreiter und Erker.
    Detail des Erkers mit Reliefs.
    Portal des historischen Gebäudes vom
    Finanzamt Lindau an der Römerschanze. Über dem gesprengten Giebel ein Wappenschild als Relief und in einer Kartusche als Relief „Finanzamt“.
    Römerschanze: ursprünglich handelte es sich hier um eine kleine Insel mit Brücke zur Hauptinsel Lindau, die Teil der Befestigunganlagen war. Anfang des 19. Jahrhunderts fand man in den Grundmauern römische Münzen, daher der Name Römerschanze. Erst 1851 wurde im Zuge der Neugestaltung des Hafens, der Bereich zwischen der Insel und Lindau verfüllt.
    Informationstafel
    Blick von der Römerschanze auf den Hafen und den Hafenplatz.
    Blick auf eine Badeanstalt im See.
    Blick vom Gustav-Röhl-Uferweg auf Bootsschuppen aus Holz an der Marina.
    Am Beginn der Fischergasse, Ecke Linggstraße der historische
    Aichbrunnen bzw. Eichmeisterbrunnen, eine typische Pferdetränke.
    Historische Tür von 1579 in der Ludwigstraße 10
    Schmiedeeisernes Werbeschild mit einer Krone, Ludwigstraße 2.

    Historisches Haus, erbaut 1544 in der Fischergasse 33. Zahlreiche Wappen sind auf die Fassade gemalt. Der Erker zeigt in einer Kartusche eine stilisierte Linde, den Namen „Zur Linde“ und zahlreiche Jahreszahlen.
    Im Erdgeschoss des Hauses befindet sich das Café Augustin, eine gemütliche Kombination von Kaffeehaus und Buchladen.
    Direkt daneben ein Fachwerkbau, das Kick’sche Egghaus, 1390 ermals erwähnt.
    Fischergasse 13, historisches Gebäude mit einem Café und Reliefs mit farbigen Früchten, Blumen und einer Fratze.
    Hintere Fischergasse 1, historischer Fachwerkbau kurz vor der Max-Josef-Kaserne.
    Historische
    Max-Josef-Kaserne genannt Max-Kaserne. Sie liegt gleich neben dem Stadtgarten bzw. der Grünen Bastion im Nordosten der Insel. 1804 gehörte Lindau für kurze Zeit zu Österreich und schon 1805/06 musste Österreich nach der Niederlage gegen Napoleon, Lindau an Napoleons Bundesgenossen, das junge Königreich Bayern abtreten. In dieser Zeit entstand die Kaserne mit einem Hof und einem heute modernen Brunnen, der sich zur Fischergasse hin öffnet.
    Informationstafel zum
    Stadtgarten bzw. der Grünen Bastion.
    Durch einen Durchgang in der ehemaligen Stadtmauer gelangt man in den Stadtgarten mit Blick auf den Bodensee.
    Wieder im Stadtzentrum,
    Ludwigstraße 7, Hotel Ratsstuben mit einem historischen Erker mit farbigem Reliefs und einer farbigen Konsole mit der Darstellung eines Mannes, der zwei Wappenschilde hält.
    Ludwigstraße 14, Ecke Bindergasse, ein historisches Haus mit Fassadenmalerei.
    Historisches
    Portal mit Rundbogen, umgeben von Reliefs mit graphischen Motiven. Oben ein farbiges Wappenschild. Die Tür aus Holz mit schmiedeeisernen Beschlägen und Gitter vor dem Fenster in der Tür.
    In der Mitte der Ludwigstraße, nördlich vom Hafen, befindet sich der
    Reichsplatz, vormals der Lindauer Fischmarkt. Hier steht das Alte Rathaus, 1422-1436 im gotischen Stil erbaut. Früher befand sich hier ein Rebgarten. Seit 1396 war Lindau Reichsstadt und König Maximilian I. berief hier 1496 einen Reichstag ein. 1576 wurde das Gebäude imit einem Treppengiebel im Stil der Renaissance umgebaut. Weitere Veränderungen erfolgten im 16. und 17. Jahrhundert. Die Fassade nach Süden zum Reichsplatz, wurden im 19. Jahrhundert mit historisierender Fassadenmalerei versehen. Es zeigt Szenen aus der Geschichte Lindaus und wurde vom Münchner Maler Josef Widmann (1855-1941) 1885 entworfen. Im Erdgeschoss befindet sich die ehemalige Reichsstädtische Bibliothek.
    Auf der Nordseite zur Fußgängerzone am Bismarckplatz, gibt es eine große, überdachte Freitreppe, die in einem Erker, dem Verkünder-Erker, mündet. Von diesem Erker aus informierten zu früheren Zeiten die Stadtoberen ihre Bürger über gefasste Beschlüsse und neue Verordnungen. Rechts die rötliche Fassade des Neuen Rathauses, 1706-1717 erbaut. Es hat einen dreistöckigen Volutengiebel.
    Auf den Flächen unterhalb der Butzenscheiben vom Verkünder-Erker des alten Rathauses, sind die zehn Gebote dargestellt.
    Informationstafel zur Reichsstädtischen Bibliothek.
    Schräg gegenüber von der Nordseite des alten Rathauses, befindet sich in der Maximilianstraße 26 die
    Brodlaube, das ehemalige Zunfthaus der Bäcker mit einem Laubengang, erbaut 1386. Heute ist es eine Bäckerei und in den oberen Etagen gibt es Ferienwohnungen. Nachtaufnahme der Fassade.
    Lindaviabrunnen auf dem Reichsplatz. Er entstand aus rotem Marmor anlässlich des 20. Krönungsjubiläums von König Ludwig II. 1884. Entworfen vom Architekten Friedrich von Thiersch (1852-1921) und ausgeführt vom Münchener Bildhauer Wilhelm von Rümann (1850-1906). Auf einem Sockel die Verkörperung des Stadtnamens Lindavia mit einem Lindenzweig. Auf den 4 Halbschalen die lebensgroßen Personifikationen der Quellen des Reichtums der ehemals selbstständigen Stadt: Schiffahrt, Fischerei, Wein- und Ackerbau.

  • Schloss Kirchberg:
    Schloss Kirchberg ist eine Schlossanlage auf dem Gemeindegebiet von Immenstaad am Bodensee. Das Schloss liegt 25 m über dem Bodensee direkt an der Straße zwischen Immenstaad und Hagnau. Der Gebäudekomplex kam 1288 in den Besitz des Zisterzienserklosters Salem, welche das Gut von Laienbrüdern bewirtschaften ließen. Vor allem Wein wird hier bis heute angebaut. Das Schloss und der umliegende Besitz kam nach der Säkularisation 1802 in den Besitz des Markgrafen von Baden. Nach zeitweiliger Nutzung durch den Flugzeugbauer Dornier und auch als Gefängnis für internierte Diplomaten, die der Beteiligung an Kriegsverbrechen verdächtig waren, wurde das Schloss 1995 vom Haus Baden verkauft. Es wurde grundlegend saniert und seit 2000 befinden sich hier Eigentumswohnungen.
    Blick auf die Toreinfahrt der Schlossanlage. Links der sogenannte Ostflügel, 1755 – 1775 nach Entwürfen des Salemer Architekten Johann Joachim Scholl errichtet.
    Blick in den Innenhof der Schlossanlage mit Hofmeistergebäude und Wirtschaftsgebäuden.
    Blick auf die Fassade des Ostflügels mit vorgelagertem Garten mit beschnittenen niedrigen Hecken.
    Ansicht von Westen, rechts der Stufengiebel des Alten SchlossesDas alte dreistöckige Schloss entstand 1546-1549., der Innenhof und im Hintergrund die Hoffassade des sogenannten Ostflügels.
    Der der Straße zugewandte Nordflügel.
    Die Weinfelder unterhalb des Schlosses und der Bodensee im Hintergrund.

  • Überfahrt von Meersburg Richtung Konstanz:
    Blick zurück auf den Hafen für Autofähren von Meersburg. Links oben der Turm der Kirche Mariä Heimsuchung. In der Mitte die Burg Meersburg und rechts die Garatenfassade des Neuen Schlosses.
    Blick auf die Insel Mainau mit dem Schloss Mainau.
    Blick auf die barocke Wallfahrtskirche Birnau am Nordufer des Bodensees.
    Autofähre auf dem Weg nach Konstanz.

    Hafen für Autofähren in Konstanz.

  • Konstanz:
    Die Stadt Konstanz, mit fast 90.000 Einwohnern, liegt im Bundesland Baden-Württemberg direkt am Bodensee. Die Schweizer Nachbarstadt Kreuzlingen ist mit Konstanz zusammengewachsen, so dass die Staatsgrenze mitten durch die Häuser und Straßen führt. In der Stadt mündet der Rhein in den Bodensee. Auf der südlichen Seite des Rheins liegt die Altstadt und der Stadtteil Paradies. Die neueren Stadteile bedinden sich auf der nördlichen Seite des Rheins.
    Bereits Ende des 2. Jahrhunderts vor Christus siedelten Kelten im Bereich der heutigen Niederburg. Unter Kaiser Augustus (63-14 vor Christus) wurde das Gebiet um den Bodensee kurz vor der Zeitenwende für das Römische Reich erobert und der keltische Ort wurde zerstört. In der Nähe des heutigen Münsterhügels entstand eine erste Siedlung. Im 2. Jahrhundert entstanden erste Steinbauten und vermutlich gabe es zu dieser Zeit bereits eine Brücke über den Rhein. Am Münsterplatz entdeckte man 2003 eine mächtige spätrömische Festungsanlage, das Kastell Constantia, zur Verteidigung gegen die plündernden Alemannen und Kontrolle des Übergangs über den Rhein.
    Nach dem Ende des Weströmischen Kaisertums 476 n. Christus gelangte Konstanz in verschiedene Herrschaftsbereiche und wurde nach der Christianisierung im 6. Jahrhundert Bischofssitz. Lindau blieb dies bis 1827. Konstanz dehnte sich aus und wurde das größte Bistum Deutschlands. Das 12. bis 15. Jahrhundert war die glanzvollste Zeit der Stadt. Höhepunkt war das Konstanzer Konzil 1414-1418, in dessen Verlauf die einzige Papstwahl auf deutschem Boden stattfand. Auf diesem Konzil wurde auch der Reformator Johannes Hus auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
    1548 wurde die Stadt in die Vorderösterreichischen Lande integriert und verlor die Unabhängigkeit als freie Reichsstadt und ihre wirtschaftliche Vormachtstellung. In der Stadt haben sich zahlreiche historische Bauten erhalten, da die Stadt wegen der Nähe zur Schweizer Grenze nicht bombadiert wurde.
    Modell der Stadt.
    Detail. Unten in der Mitte der Sankt-Stephansplatz mit der Kirche Sankt Stephan, links darüber das Münster Unserer Lieben Frau.
    Deutsches Haus, seit 1965 Graf Zeppelin: 1835 im Stil des Historismus und der Neurenaissance am Sankt-Stephansplatz erbaut. 1874 als Restaurant und Kaffeehaus eröffnet. 1903 brannte es bis auf die erste Etage nieder. Zwischen 1903-1904 wurde es von Bruno Merk nach historischem Vorbild wieder aufgebaut [gem. Infos der Landesdenkmalpflege]. Neuplanung nach historischem Vorbild durch den Architekten August Knäble (1872-1915) [gem. Infos vom Hotel selber]. 1905 wurde es als Bierbrauerei zum Sternen neu eröffnet. Einige Zeit befand sich hier die Oberrheinische Bankanstalt und später wurde ein Hotel daraus.
    Die Fassadenmalerei von Victor Mezger (1866-1936) aus Überlingen zeigt den Reichsadler mit dem preußischen Hohenzollern-Wappen auf der Brust, außerdem das Konstanzer Stadtwappen, zahlreiche historische Kostüme und Reichsinsignien.
    Fassade zur Straße „Untere Laube“ und zur Münzgasse mit einem Erker.

    Inneres:
    Blick in einen langen Raum, vorne die Rezeption und weiter hinten der Frühstücksraum. Rustikale, massive Balken und Stützen unterteilen dem Raum. Holzschnitzereien an den Balken und den Paneelen an den Wänden. Im hinteren Raum farbige Glasfenster mit historischen Stadtansichten von Konstanz.
    Blick auf das historische Bezirksamt Konstanz an der Straße
    Untere Laube 36. Erbaut 1892 in Stil der Neurenaissance mit einer Fassade aus Sandstein und Klinker. In der Mitte ein Zwerchhaus mit Volutengiebe. Daneben die Lutherkirche, erbaut 1865-1873.
    Die
    Straße Untere Laube begrenzt die Altstadt Richtung Westen. Gegenüber vom Hotel Graf Zeppelin, in der Untere Laube 32 die Paradies Bäckerei, ein historisches Haus im Jugendstil, erbaut 1905.
    Details der Fassade
    Ebenfalls in der Straße Untere Laube der
    Konstanzer Triumphbogen bzw. Lenk-Brunnen. Der Brunnen vom Bildhauer Peter Lenk (1947- ) stellt auf satirische Art die von ihm empfundenen gesellschaftlichen Missstände dar. Bei diesem Brunnen setzt er sich mit dem Autowahn und dem Freizeitverhalten unserer Gesellschaft auseinander. Mit 30 skurillen Figuren karikiert er die Gegenwart und spannt einen Bogen zur Vergangenheit mit dem Konstanzer Konzil.
    Sankt-Stephansplatz: an einer Ecke ein modernes farbiges Relief.
    Haus zur vorderen Katz“ am Sankt-Stephansplatz 41, auf der Nordseite der Kirche. Dieser älteste Wohnturm der Stadt, wurde um 1000 als Wehrturm der Stadtmauer errichtet. Der Turm erhielt seinen Namen von der ersten bürgerlichen Handelsgesellschaft der Stadt mit dem Namen „Zur Katz“, die 1351 erstmals erwähnt wurde.
    Details der alten Türen und Fenster, die mit reliefartigen Holzschnitzereien verziert sind.
    Historisches Haus am Sankt-Stephansplatz 45,
    Haus zur alten Apotheke von 1250. Schaufenster mit flachem Rundbogen und Ziergiebel, in dem ein goldfarbener Mörser angebracht ist.
    Kirche Sankt Stephan:
    Die Kirche des ehemaligen Chorherrenstifts liegt an der spätrömischen Straße, die heutige Wessenbergstraße, die außerhalb des Bezirkes um die Bischofskirche lag.
    In den 1950er Jahren durchgeführte archäologische Grabungen nördlich der Kirche zeigten, dass die Stephanskirche im Bereich eines spätrömischen Gräberfeldes des 3.-4. Jahrhunderts lag; möglicherweise diente sie als eine kleine Friedhofskirche.

    Seit dem 11. Jahrhundert wuchs die Stadt ständig an und so wurde sie in die Stadt integriert. Um 1130 wurde aus der alten Kirche eine romanische Basilika, deren Portal aber im Osten an der Hauptstraße lag.
    Ab dem 13. Jahrhundert wurde Sankt Stephan im Gegensatz zum bischöflichen Dombereich zur Bürger- und Marktkirche. Die Stiftsherren stammten jetzt größtenteils aus den städtischen Bürgerfamilien, die hier auch ihre führenden Mitglieder bestatteten. Während des Konstanzer Konzils (1414–1418) tagte in St. Stephan das Appellationsgericht, die Römische Rota.
    Die heutige Gestalt der Kirche wurde ab 1428 durch umfangreiche Erweiterungsarbeiten begonnen. Das Kirchenportal wurde nunmehr nach Westen und ein polygonaler Chor nach Osten errichtet. Die Fenster des Obergaden erhielten gotisches Maßwerk und ab 1483 der Turm im Süden ergänzt.
    Seit 1527 war Sankt Stephan zwinglisch, die Kanoniker wurden vertrieben. Die gesamte Ausstattung der Kirche fiel dem Bildersturm zum Opfer.
    Nach der Niederlage des Schmalkaldischen Bundes 1548 wurde Konstanz unter habsburgischer Herrschaft rekatholisiert und ab 1550 war die Kirche wieder katholisch und die Stiftsherren kehrten zurück. Eine hochwertige künstlerische Neugestaltung konnte jedoch aus Geldmangel nicht durchgeführt werden.
    Einen neuen Impuls gab 1763 die Schenkung von Nikolaus- und Stephanus-Reliquien durch das Kloster Weingarten. Ab 1770 wurde die Kirche wieder Instand gesetzt teilweise barockisiert. Das Stift wurde 1807 aufgehoben.
    Blick auf die Nordseite der
    Sankt-Stephanskirche
    Blick auf den polygonalen Chor im Osten und den Turm auf der Südseite der Kirche.
    Statuen am Chor: unten der heilige Nepomuk, von einem Bildhauer namens Schupp, 1710 geschaffen. Oben in einer Nische der heilige Stephanus, 2,15 m hoch um 1770 entstanden.
    Blick Richtung Münster, in die Wessenbergstraße.
    Dem Chor gegenüber der
    Karl-Steuer-Brunnen. Er erinnert an den Konstanzer Bürger Karl Steuer (1909-1962), der die Konstanzer Fastnacht mit geprägt hat. Entworfen von Kurt Grabert (1922-1999) und im Jahr 1998 feierlich eingeweiht.
    Auf der Südseite der Kirche,
    Sankt-Stephansplatz 18, ein historisches Haus mit zwei zweigeschossigen Erkern und Giebel im Jugendstil.
    Historisches Haus Sankt-Stephansplatz 16. Jugendstil.
    Details der Kapitelle der Pilaster mit floralen Motiven.
    Blick auf die Südseite der
    Kirche Sankt Stephan mit dem ab 1483 angebauten 65 m hohen Turm. Das in der Höhe unterschiedliche Mittel- und Seitenschiff ist klar zu erkennen.Die Basilika ist 66,45 m lang und 18,6 m breit.
    Schlichter Eingang im Westen. Über dem Spitzbogenportal drei hohe gotische Fenster mit Maßwerk.
    Inneres:
    Blick durch das Kirchenschiff Richtung Chor. Jeweils 6 achteckige Pfeiler mit Spitzbogen trennen Haupt- und Seitenschiffe.
    Zwischen 1910 und 1917 schmückten Carl Philipp Schilling (1855-1924) und sein Neffe Franz Schilling (1879-1964) die Obergadenwände mit zwölf rechteckigen Wandmalereien.
    Flache Decke aus Lärchenholz, Anfang des 20. Jahrhunderts eingezogen. Verziert mit Reliefs des Bildhauers Joseph Dettlinger (1865-1937).
    Blick in den
    Chor mit dem neugotischen Hauptaltar, dem Chorgestühl und der Deckenmalerei. An den Wänden des Chores 12 1,5 m hohe Statuen der Apostel, geschaffen nach 1700. Im Chorbogen ein Kruzifix.
    Kruzifix im Chorbogen von 1905 aus der Werkstatt von Mezger aus Überlingen.
    Neugotischer
    Hochaltar aus Eichenholz, der 1863 hier aufgestellt wurde. In der Mitte die Kreuzigung, flankiert von den Kirchenpatronen Nikolaus und Stephanus. Oben zwischen den Filialen, die bis zu 12 hoch sind, der auferstandene Christus zwischen Engeln.
    Chorgestühl in zwei übereinander angeordneten Reihen mit 58 Sitzen. Es besteht aus mehreren Teilen. Der älteste Teil stammt noch aus dem Konstanzer Münster, aus der Zeit um 1270. Weitere Teile stammen aus der Zeit des gotischen Umbaus und der letzte Teil stammt von ca. 1436.
    Details der Seitenwangen mit Menschen- und Tierdarstellungen.
    Blick in die Stuckdecke mit dem farbigen
    Deckengemälde von Franz Ludwig Hermann (1723-1791). Dargestellt ist die Anbetung des Lammes Gottes. Nach 1770. In den Zwickeln die Darstellung der Personifikationen von Hoffnung, Glaube und Liebe, sowie das Opfer Isaaks als Vorbild des Kreuztodes Christi und der Gottesliebe.

    Vor dem Chorbogen die Statue des heiligen Stephanus, um 1770.
    Blick vom Chor durch das Kirchenschiff Richtung Westen zur Ogel und Orgelempore.
    Orgel: In einem in Teilen noch aus dem Barock stammenden Orgelprospekt befindet sich die Orgel von 1997 der Orgelbaufirme Georges Heintz aus dem Schwarzwald. Die in marmorierendem Blau gehaltene Prospekt mit goldfarbenen Verzierungen, gliedert sich in zwei Seitentürme und einen Mittelturm von 1771 des Orgelbaumeisters Karl Joseph Riepp. Es stammt ursprünglich aus der Salemer Zisterzienserabtei und gelangte 1817 in die Stephanskirche.
    Blick vom südlichen Seitenschiff auf die nördliche Wand des Mittelschiffs mit den Wandmalereien über den Spitzbogen der Pfeiler. Zwischen 1910 und 1917 schmückten Carl Philipp Schilling (1855-1924) und sein Neffe Franz Schilling (1879-1964) die Obergadenwände mit zwölf rechteckigen Wandmalereien, die Szenen aus dem Evangelium zeigen. In den Zwischenräumen und Zwickeln Bildnisse von Heiligen und Kirchenlehrern.
    Blick vom nördlichen Seitenschiff auf die südliche Wand des Mittelschiffs mit den Wandmalereien über den Spitzbogen der Pfeiler.
    Details der Wandmalereien auf der südlichen Wand des Mittelschiffs.
    Kanzel von 1773 an einem der nördlichen Pfeiler mi Mittelschiff.
    Malereien auf den Pfeilern des Langhauses bzw. Mittelschiffs. Die Darstellungen der Apostel gehören zu einem Apostelzyklus mit Credo-Text, der zwischen 1572 und 1583 von unbekannten Künstlern geschaffen wurde. Andreas, ein weiterer Apostel, Stephanus und Petrus.

    An der Wand neben dem Nordeingang haben sich Wandmalereien aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erhalten. Links ein Heiliger vor einem Torturm mit Stifterfiguren zu seinen Füßen. Darunter ein Pelzvorhand an einer Stange. Rechts daneben das Martyrium des heiligen Andreas am Kreuz.
    In die Nordwand eingelassenes farbiges Relief aus Stein (1,04 x 1,20 m groß) mit der Darstellung des Marientodes aus dem 15. Jahrhundert. Um das Bett gruppieren sich die 12 Apostel.
    Nebenaltar am Ende des nördlichen Seitenschiffs. Im Stil der Neugotik dem Hauptaltar angepasst, geschaffen vom Schweizer Maler Melchior Paul von Deschwanden (1811-1881) Ende der 1850er Jahre. Dargestellt ist die Heilige Familie, flankiert vom heiligen Johannes von Nepomuk und Konrad.

    Nebenaltar am Ende des südlichen Seitenschiffs. Im Stil der Neugotik dem Hauptaltar angepasst, geschaffen vom Schweizer Maler Melchior Paul von Deschwanden (1811-1881) Ende der 1850er Jahre. Dargestellt ist die Steinigung des heiligen Stephanus, flankiert von Karl Borromäus und Franz von Sales.
    Gewölbe der Schmerzensmutterkapelle auf der Südseite des Chores. Die Schlusssteine des Rippengewölbes zeigen die Patrone Stephanus und Nikolaus und stammen vom Ende des 15. Jahrhunderts.
    Je 4
    Ölgemälde auf Holz flankieren einen weiteren Nebenaltar: der heilige Stephanus, die heilige Katharina, heilige Margareta, der heilige Nikolaus, Johannes der Täufer, die heilige Barbara, heilige Dorothea und der heilige Bartholomäus.
    Taufkapelle an der Westecke des südlichen Seitenschiffs. Errichtet 1929 vom Stadtpfarrer Eduard Schaack. Die Abgrenzung besteht aus Eichenholz mit schmiedeeisernem Gitter.
    Innen ein Gemälde mit Relief mit der Ölbergszene, wahrscheinlich von einem Künstler aus dem Ukreis von Christoph Daniel Schenck (1633-1691) und dem Maler Jacob Carl Stauder (1694-1756). Das Taufbecken ist von 1773.
    Barockes
    Epitaph aus Schieferkalk für den Freiherrn Remigius Theodor Rüpplin von Keffikon und seine Frau.
    Flügelaltar mit der Darstellung der Verkündigung
    Gemälde mit der Darstellung eines bischöflichen Wappens, flankiert vom heiligen Stephanus und dem heiligen Nikolaus.
    Blick auf das nördliche Seitenschiff unterhalb der Orgelempore. Hier wurde 1993 eine Golgatha-Darstellung freigelegt, die 6,40 x 7,60 m groß ist. Sie stammt vom Hofmaler des Fürstbischofs Jacob Carl Stauder der Jüngere (1694-1756). Davor ein spätgotisches Kruzifix (ca. 1520/30), welches ursprünglich am Chorbogen hing. Das Kruzifix ist jetzt Bestandteil des Kriegergedächtnisaltares.
    Historisches Haus Hofhalde 12. Die Hofhalde ist ein kleiner Platz zwischen der Kirche Sankt Stephan und dem Münster. Das Haus wurde 1898 erbaut und gehörte dem Gürtlermeister bzw. dem Metallbildner Joseph Wirth, der hier am Haus seine Kunstfertigkeit zeigen wollte. Es hat ein kunstvoll gestaltetes Dach und einem zweigeschossigen Erker an der Ecke.
    Historische Tür mit schmiedeeisernem Gitter vor dem Fenster in der Tür.
    Am Dach schmiedeeiserne Drachenköpfe.
    Blick in einen Garten in der Hofhalde mit einer künstlichen Kuh.
    Parallel zur Hofhalde führt die
    Zollerstraße, bis 1876 Fischmarktstraße mit zahlreichen mittelalterlichen Häusern zum Hafen. Da es vor dem 18. Jahrhundert keine Hausnummern gab, haben die Häuser hier alle individuelle Hausnamen, die einzige Möglichkeit für Fremde, sich hier zu orientieren. Historisches Haus Zollernstraße 25. An der Fassade zwei runde Blendbogen und der Rest einer Fassadenmalerei. Haus zum Pfauen.
    Daneben Zollernstraße 27, Ecke Hohenhausgasse das
    Haus zum hohen Gewölbe von 1377, mit zwei Rundbogenarkaden an der Ecke. Hier befand sich bis ins 19. Jahrhundert der Fischmarkt. Am Haus Zollernstraße 29, genannt „Zum hohen Haus“ von 1294, steht diese Information an der Fassade. Darüber eine Fassadenmalerei mit der Darstellung der Fischhändler auf dem Markt. Sie wurde 1935 von August Brandes (1872-1948) geschaffen und nach dem Hausbrand 1967 von seinem Sohn Berthold Brandes restauriert. Es war das Wohnhaus der Patrizierfamilie von Tettikofen. Während des Konstanzer Konzils war es die Herberge des Burggrafen Friedrich von Nürnberg aus dem Hause Zollern.
    Historische Tür aus Holz vom „
    Steinhaus“ Zollernstraße 17, von 1375.
    Hotel am Fischmarkt, ehemals Haus zum guten Hirten, Zollernstraße 8 mit einem Relief von 1608 über dem Eingang mit Spitzbogen. Dargestellt sind Schafhirten.
    Gegenüber Zollernstraße 9
    Haus zur Sackpfeife von 1335, mit einer kleinen Figur auf dem Fensterbrett, die eine Sackpfeife spielt.
    Traditioneller chinesischer Pavillon als Bushaltestelle Konzilstraße, direkt am Hafen. Er wurde 2007 von der Partnerstadt Suzhou in China gestiftet.
    Konzilsgebäude Konstanz, ehemals Kaufhaus:
    Der dreigeschossige, massive Steinbau mit Walmdach wurde zwischen 1388 und 1391 als Korn- und Warenlager für reisende und ortsansässige Händler errichtet. Es ist 23 x 50 m groß und mit Dach 28 m hoch. Auf der Seeseite wird es von markanten, schräng ausgestellten Dacherkern bekrönt. Ein ehemals dritter Dacherker fehlt heute.
    Zeitweise war es auch Sitz der Konstanzer Leinwandmesse. Während des Konstanzer Konzils von 1414 – 418 fand hier im Jahr 1417 das Konklave zur Wahl von Papst Martin V. statt. Es gilt als größter erhaltener mittelalterlicher Profanbau in Süddeutschland und wird seit 1912 als Restaurant, Festsaal und Kongresszentrum genutzt.
    Blick auf den
    Hafen der Weißen Flotte. Dieser nördliche Hafen wurde 1839/40 beim Konzilsgebäude angelegt. Im Hintergrund die Statue der Imperia und davor das Graf-Zeppelin-Denkmal.
    Detail der
    Imperia am Bootsanleger. Sie wurde entworfen und ausgeführt von Peter Lenk (1947- ) und 1993 aufgestellt. Die Statue ist aus gegossenem Beton, 9 m hoch und dreht sich innerhalb von 4 Minuten einmal um ihre Achse. Sie ist eine satirische Darstellung des Konstanzer Konzils und geht auf eine frivole Erzählung von Honoré de Balzac zurück. Dargestgellt ist eine Kurtisane mit tiefem Dekolleté, engem Gütel und nacktem Bein. Auf ihren erhobenen Händen trägt sie zwei kleine nackte Männer, deren Kopfbedeckungen, links eine Krone und rechts eine päpstliche Tiara, symbolisch Kritik an der weltlichen und geistlichen Macht übt. Laut Aussage vom Künstler selbst handelt es sich allerdings um Gaukler, die sich die Insignien der weltlichen und geistlichen Macht angeeignet haben.
    Diese Figurenkonstellation erinnert allerdings an die angebliche Herrschaft der Mätressen, die der römischen Amtskirche zu manchen Zeiten vorgeworfen wurde.
    Graf-Zeppelin-Denkmal: Ferdinand Graf Zeppelin wurde 1838 im ehemaligen Dominikanerkloster in Konstanz geboren und ist Ehrenbürger der Stadt. Karl Albiker 1878-1961), ein Schüler des Bildhauers Auguste Rodin, schuf die Statue 1920. Sie steht am Konzilplatz direkt am Hafen. Die von ihm entwickelte Zeppeline wurde von 1909 – 1914 für die zivile Luftfahrt eingesetzt.
    Gebäude des Hauptstelle der Sparkasse Bodensee. Sie liegt direkt am Bahnhof, dessen Gleise entlang der Konzilstraße, fast am Ufer des Konstanzer Hafens entlangführen. Das riesige Gebäude an der Marktstätte 1 wurde 1888 – 1891 im Stil der Neurenaissance erbaut. Es war ursprünglich der Sitz der Oberpostdirektion Konstanz der Deutschen Reichspost.
    Die Reliefköpfe der „fünf Kontinente“ über den Fenstern des Hochparterres stehen für die postalischen Beziehungen der badischen Post in die ganze Welt, sie können aus heutiger Sicht als Symbole des Kolonialismus gesehen werden. Ganz früher befand sich hier ein Kapuzinerkloster.
    Gegenüber an der Unterführung zum Bahnhof, befindet sich die große Fußgängerzone Marktstätte. An der
    Ecke Brotlaube ein historisches Haus. Die Rundbögen im Erdgeschoss sind mit Reliefs verziert, die Kartuschen, Fratzen und Girlanden mit Früchten zeigen.
    Folgt man der Marktstätte Richtung Westen, befindet sich am Ende der
    Kaiserbrunnen. 1896 – 1897 an der Stelle eines alten baufälligen Brunnens von Hans Baur errichtet. Seinen ursprünglichen Figurenschmuck verlor er in den 1940ger Jahren, da sie trotz niedrigem Metallgehalt als Metallspende demontiert und eingeschmolzen wurden. 1993 gestaltete Gernot Rumpf mit seiner Frau Barbara Rumpf die Anlage neu und stellte die Kaiser eher karikaturistisch dar. Daneben komische Skulpturen von wasserspeienden „Seehasen“, ein dreiköpfiger Pfau mit drei Papstkronen (Anspielung auf das Konstanzer Konzil, wo drei Päpste Anspruch auf den heiligen Stuhl erhoben), sowie weitere Figuren, die satirisch auf die Konzilszeit und die Stadtgeschichte anspielen. Bei den Kaisern handelt es sich um Otto den Großen, Friedrich Barbarossa und Maximilian I. Maximilian weist mit der Hand auf seine ungeliebte Frau Bianca Maria Sforza.
    Blick vom Kaiserbrunnen zurück Richtung Hafen, durch die Marktstätte.
    Historisches Haus
    Rosgartenstraße 4, das Haus zum Wolf mit Fassade im Stil des Rokoko. Bis 1876 hieß die Straße Augustinerstraße. Sie führt vom Kaiserbrunnen Richtung Süden.
    Details der Fassade. Über einem Fenster eine Kartusche mit der Darstellung eines Wolfes als Fassadenmalerei.
    Eingangstür mit flachem Rundbogen, flankiert von Pilastern, verziert mit Reliefs. Über dem Bogen ein Relief mit der Darstellung des Kopfes eines Moslems mit Turban, darüber Reliefs mit Wappen.
    Blick durch die
    Rosgartenstraße auf das Haus Nr. 16 im Jugendstil. Es wurde 1907 erbaut nach Plänen von Hans Dahme (1875-1931).
    Details des Daches mit kuppelartigem Aufbau und zahlreichen weiblichen Statuen.
    Vom Kaiserbrunnen weiter Richtung Westen führt die
    Kanzleistraße, in der sich Kanzleistraße 13/15 das Rathaus befindet.
    Das Rathaus der Stadt Konstanz besteht aus dem ehemaligen Zunfthaus der Leinweber (Haus zur Salzscheibe) aus dem 16. Jahrhundert und dem dahinter gelegenen Haus „Zum Thurgau“, welches aus dem Spätmittelalter stammt. Den Namen „Zur Salzscheibe“ verdankt das früheren Zunfthaus dem Salzhandel, der in Konstanz monopolisiert und im heutigen Rathaus betrieben wurde. Nach der Auflösung der Zünfte im Jahr 1549 diente das heutige Rathaus als Lateinschule.
    Die Fassade zur Kanzleistraße wurde 1593 im venezianischen Renaissance-Stil umgebaut. An der Front finden sich historistische Fresken von Ferdinand Wagner (1819-1881) von 1864. Dargestellt sind Szenen und Personen aus der Geschichte der Stadt. In Medaillons über den Fenstern der ersten Etage finden sich Porträts von Ambrosius Blarer, Ulrich Zasius, Ignaz Heinrich von Wessenberg und Marie Ellenrieder. Über den Arkaden im Erdgeschoss befinden sich größere Wandgemälde mit staatstragenden Ereignissen. Der Friedensschluss Friedrich Barbarossas mit den Städten der Lombardei (Frieden von Konstanz, 1183), den Besuch Friedrichs II. (1212), die Belehnung des Hohenzollern Friedrich mit der Mark Brandenburg (1417) sowie den Kampf der protestantischen Stadtbevölkerung gegen die Truppen des katholischen Kaisers Karl V. (1548).
    Details der Fassade
    Schmiedeeisernes Gitter im Rundbogen am Eingang.
    Innenhof:
    Plan des Rathauses, welches aus mehreren Gebäuden aus unterschiedlichen Epochen besteht. Oben das Gebäude an der Kanzleistraße.
    Blick auf das im Stil der italienischen Renaissance dekorierte nächste Gebäude. Um die Fenster Fassadenmalereien. Rechts und links jeweils ein runder Turm. In der Mitte ein Zwerchhaus mit Renaissance-Giebel. Unten drei Rundbogenarkaden mit Durchgang.
    Weiteres historisches Gebäude.
    Moderne Kunstwerke, die im Bereich des Konstanzer Rathauses aufgestellt sind:
    Skulptur Grenzenlos Denken (2010) von K. H. Brasch
    Statue eines nackten Mannes „Sonnenjüngling“ von Emil Stadelhofer (1872-1961) aus Metall.
    Osterei von Herzen, bemalt in Stil naiver Malerei, Geschenk der kroatischen Gespanschaft Koprivnica.
    Kopie der Statue des Hundes Bello aus Metall, vom Brunnen der Diana aus dem Schlossgarten Fontainebleau, von
    Pierre Biard l’Aîné (1559-1609). Anlass ist das 50-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft.
    Obermarkt am Ende der Kanzleistraße: hier befand sich die Richtstätte der mittelalterlichen Stadt.
    Historisches Haus Obermarkt 1 mit einem Giebel im Renaissance-Stil.

    Historisches Gebäude mit Fassadenmalerei von Carl von Häberlin (1832-1911) aus der Zeit der Jahrhundertwende. Dargestellt ist die Belehnung des Burggrafen von Nürnberg. Obermarkt Ecke Wessenbergstraße.
    Details der Fassade.
    Historisches Haus mit Erker in der
    Hussenstraße 2, südlich des Obermarktes. Sie ist benannt nach dem Reformator Jan Hus.
    Details der Reliefs am Erker mit Wappen, floralen Motiven und Köpfen von Löwen.
    Weiterer historischer Erker mit Reliefs.
    Metallfigur eines Schornsteinfegers an einem Fallrohr.
    Schaufenster mit kleinen Gartenzwergen, Andenken und Wackelfiguren.
    Hussenstraße 18 mit einer von Hans Breinlinger (1888-1963) 1922 gestalteten Fassade. Es zeigt anthroposophisches Gedankengut und ist expressionistisch im Stil.
    Schnetztor: es wurde im 14. Jahrhundert inclusive einer Zwingeranlage als Stadtbegrenzung im Süden erbaut.
    Turmhaube mit Glocke.
    Relief an einer Fassade mit der Inschrift „Johann Ruppaner 1926“. Zwei Bäcker halten die Sonne als Relief über sich.
    Münster Unserer Lieben Frau:
    Die Kirche geht auf die Anfangszeit des Bischofssitzes um das Jahr 600 nach Christus zurück. Das Münster war für gut zwölf Jahrhunderte die Kathedrale der Bischöfe von Konstanz und diente als Sitzungssaal des Konzils von Konstanz (1414–1418). Seit der Aufhebung des Bistums 1821 wird das Münster als römisch-katholische Pfarrkirche genutzt.
    Es ist eine der größten romanischen Kirchen Südwestdeutschlands. Die dreischiffige Säulenbasilika wurde 1089 geweiht.
    Der romanische Bau ist im Stil der Gotik durch den breiten Westturmblock mit Westportal (12.–15. Jahrhundert), die Reihen der Seitenkapellen (15. Jahrhundert) und insbesondere die erst im 19. Jahrhundert errichtete neugotische Turmspitze überformt.
    Die Kelten siedelten in diesem Gebiet bereits um 120 vor Christus. Im 3. und 4. Jahrhundert errichteten die Römer hier mehrere Verteidigungsanlagen.
    Auf diesem Hügel errichtete das Bistum Konstanz (gegründet um 585/590) seine erste Bischofskirche. Der Bischofssitz am westlichen Bodensee diente dem Fränkischen Reich als Stützpunkt für die Christianisierung und politische Unterwerfung der Alemannen. Eine erste Kirche, die der Jungfrau Maria gewidmet war, stand vermutlich innerhalb der alten Mauern des römischen Kastells. Erstmals urkundlich erwähnt wird diese erste Kirche 780.
    In der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts entstand vermutlich ein karolingischer Neubau der Bischofskirche. Der Bischofssitz besaß eine beachtliche Bibliothek sowie eine Domschule und bildete gemeinsam mit dem Kloster St. Gallen (gegründet 612/719) und dem Kloster Reichenau (724) ein bedeutendes Zentrum der frühmittelalterlichen geistlichen Landschaft am Bodensee.
    Das Langhaus der karolingischen Basilika stürzte im Jahr 1052 aus unbekannter Ursache ein.
    Der Neubau begann unverzüglich: Ab 1054 entstand unter den Bischöfen Rumold von Konstanz (1051–1069) und Otto I. (1071–1080) ein neues, wiederum dreischiffiges Langhaus, in das das wenig beschädigte Querhaus des Lambertbaus übernommen wurde. Der Bau besaß keine Türme und die Querhausarme wurden erhöht, sodaß sie die gleiche Firsthöhe haben wie das Langhaus.
    Um 1100 begann man mit dem Bau der Doppelturmfassade. Von Beginn an waren wohl zwei Türme geplant, aber 1128 stürzte der vollendete Nordtumr bis auf die beiden unteren Stockwerke ein und musste wieder aufgebaut werden.
    Der Südturm wurde erst 1378 vollendet. Frühestens um 1200 entstand ein Turm auf der Vierung, der aber 1299 durch einen Brand zerstört wurde.
    Im späten 13. Jahrhundert begann man das Münster dem Stil der Gotik anzupassen.
    Das Konzil brachte dem Bistum einen vorübergehenden wirtschaftlichen Aufschwung, so dass ab 1423 eine rege Bautätigkeit am Münster begann, die gut ein Jahrhundert andauerte und das Münster im Wesentlichen zu seinem heutigen Erscheinungsbild brachte.
    Pfalzgarten südlich des Münsters mit einer Skulpturengruppe der Heiligen Familie von Jakob Wilhelm Fehrle (1884-1974).
    Blick vom Pfalzgarten auf die Südseite des Münsters mit der Fassade des südlichen Querschiffs und dem kleinen Vierungsturm. Der Obergaden hat halbrunde Fenster und als Besonderheit darüber einen Rundbogenfries unter der Dachtraufe. In gotischer Zeit war er mit Brustbildern verschiedener Heiliger ausgemalt. Die Querhausfassade wurde im 19. Jahrhundert nach dem Vorbild des Straßburger Münsters teilweise ergänzt. Die drei Fenster haben Bettelordenarchitektur als Vorbild.
    Blick von Süden auf den Westbau mit einem Turm.
    Spitzbogenportal im Süden mit drei weiblichen Statuen auf Podesten darüber.
    Westliche Vorhalle: Die beiden 4,05 m hohen Türen aus Holz des westlichen Portals sind mit Schnitzereien verziert. Sie sind in 10 Bildfelder unterteilt und zeigen das Leben Jesu in 20 Stationen. Es beginnt mit der Verkündigung Mariens in der linken unteren Ecke der linken Tür und endet mit der Himmelfahrt Christi, dem Pfingstfest und dem Tod Mariens rechts oben auf der rechten Tür. Über den Bildfeldern halbkreisförmige Reliefs mit der Darstellung von Brustbildern der Heiligen Konrad links und des Palagius rechts. Direkt darunter das Jahr 1470 und der Name des Tischlers Simon Haider. Die Bildfelder stammen allerdings von anderen, namentlich unbekannten Schnitzern.
    Die Vorhalle hat ein vierteiliges Sterngewölbe von 1518.
    Über den Türen ein geschnitztes Kruzifix aus dem 15. Jahrhundert.
    Blick von Norden auf das Münster mit den Türmen im Westen und der an den Nordturm angebauten Welser-Kapelle. Dahinter das nördliche Seitenschiff und die Vierung mit dem kleinen Vierungsturm.
    Die Nordseite des Münsters. Vor der Fassade des nörlichen Querschiffs der Südflügel des
    Kreuzganges, dahinter der jüngere Ostflügel der Reste des Kreuzganges. Vom zweigeschossigen Kreuzgang sind nur Ost- und Südflügel erhalten, der Rest wurde durch einen Brand 1824 zerstört und konnte aus finanziellen Gründen nicht wieder aufgebaut werden. Der Kreuzgang entstand in der frühgotischen Bauphase zwischen 1294 und 1320, wobei zwischendurch ein Stilwechsel stattfand: Der ältere Südflügel hat einfachere Doppelfenster mit Vierpassmotiven. Beim jüngeren Ostflügel zeigt eine komplexe, additive Formensprache, die von Fenster zu Fenster variiert und für diese Zeit im Bodenseeraum neuartig ist. Es wird angenommen, dass Bischof Gerhard von Bevar die ausführende Handwerker aus seiner südfranzösischen Heimat mitbrachte.
    Mehrere Informationstafeln mit Grundriss und Erläuterungen
    Inneres:
    Die Kirchenausstattung der Romanik und Gotik ist nur punktuell erhalten, im Innenraum überlagern sich die Ausstattungsepochen des Barock, des Klassizismus und der Neugotik. Blick in das
    Mittelschiff, welches durch Rundbögen von den Seitenschiffen getrennt wird. Die Säulenreihen links und rechts des Laienraums sind unverkennbar romanisch geprägt und stammen aus der Rumold’schen Bauperiode nach 1054. Insgesamt sechzehn Säulen auf jeder Seite tragen die halbkreisförmigen Arkaden. Sie besitzen mächtige, schlicht gearbeitete achtseitige Kelchkapitelle (wahrscheinlich nach Vorbildern im Goslarer Dom). In den Seitenschiffen reihen sich zahlreiche Kapellen mit Nebenaltären aneinander. Die Vierung ist nahezu quadratisch.
    Blick über die
    Vierung mit Chorgestühl in den gerade abschließenden Chor mit dem Hauptaltar. Der gesamte Deckenraum des Chors und der Vierung ist einheitlich klassizistisch dekoriert, ebenso sind die Wände des Hochchors in Gold und weißem Marmor verkleidet.
    Gewölbe in der Vierung und die angrenzenden Sterngewölbe in den Querschiffarmen.
    Detail des Chorbogens mit zwei Engeln, die ein Wappenschild halten.
    Klassizistischer
    Hochaltar, ein Entwurf von Pierre Michael d’Ixnard (1723-1795). Die Rückwand des Chores ist fensterlos, seit die drei großen gotischen Ostfenster 1923 verschlossen wurden. Erkennbar sind noch die Dimensionen der ursprünglichen Spitzbogenfenster, durch die das Licht der aufgehenden Sonne direkt in die Kirche fiel. Vor dem mittleren Fenster hängt zentral ein monumentales Ölgemälde von Carl Stauder (1660-1725), das Mariä Himmelfahrt zeigt (1701). Das Bild wird flankiert von Statuen der Kirchenpatrone Konrad und Pelagius.
    Chorgestühl: ursprünglich war es in U-Form aufgestellt und grenzte an den Lettner. Nach der Umstrukturierung des Chores wurde es gekürzt und neu positioniert. In drei Reihen übereinander sind die Sitze für das Domkapitel angeordnert.Die oberste Reihe hat eine Rückwand und oben einen Baldachin. Ziertürme kennzeichnen den Sitz des Bischofs und Dompropstes. Geschaffen vom Bildhauer Heinrich Yselin (1450-1513) schuf er es in Zusammenarbeit mit dem Schreiner Simon Haider (-1490) bis 1470. Dargestellt sind Szenen aus dem Alten und Neuen Testament, Propheten, Apostel, Heilige und die Evangelisten. An der linken Wange des Chorgestühls Abraham und sein Sohn Isaak, den er auf Befehl Gottes Opern soll.
    An der rechten Wange des Chorgestühls die Steinigung des Stephanus.
    Blick in das
    Gewölbe des Langhauses. Ein barockes Tonnengewölbe mit Stuckrippen über flachen Wandpilastern.
    Blick durch das Mittelschiff Richtung Westen zur
    Orgelempore. Im Rahmen der spätgotischen Erneuerung entstand auch eine neue Orgel (1515-1523) und die Orgelempore (1516-1518). Die Balustrade der Orgelempore, gestaltet von Lorenz Reder, vermischt skulpturale Formen aus der Gotik und der Renaissance.
    Bereits 1130 hat es hier eine Orgel gegeben. Die Orgel des Orgelbaumeisters Hans Tugi vom Ende des 15. Jahrhunderts wurde 1511 beim Brand der Türme beschädigt und nur notdürftig repariert. 1515 wurde der Beschluss gefasst eine vollständig neue Orgel durch den Stuttgarter Orgelbauer Hans Schentzer errichten zu lassen. Sie war 1520 vollendet.
    Kanzel: an der Nordseite des Mittelschiffs entstand sie im Rahmen der barocken Ausstattungsperiode um 1680. Angefertigt von einem Schreiner aus dem Raum St. Gallen besteht sie aus Nussbaumholz. Eine Statue Abrahams trägt den Predigtstuhl.
    Die Seiten des Predigtstuhls sind aus Lindenholz und zeigen die vier Evangelisten und den Kirchenvater Hieronymus.
    Der Schalldeckel wird bekrönt von einem Spruchband und einer Statue des heiligen Konrad aus der Werkstatt von Christoph Daniel Schenck (1633-1691).
    Kopie der
    Patrona ecclesiae, Statue der Muttergottes an einem der Vierungspfeiler. Ein unbekannter Konstanzer Künstler schuf diese frühgotische Madonna ca. 1260/70 aus Pappelholz. Sie ist 163 cm hoch, 60 cm breit und hat einen ausgehöhlten Rücken.
    Südliches Querschiff, direkt neben der Vierung mit dem 12 m hohen barocken Mariae-End-Altar von Jörg Guggenbüchel von 1637. Er ist aus rotem Marmor mit schwarzen Marmorsäulen mit vergoldeten Kapitellen und Sockeln, die das zentrale Gemälde flankieren. Das Gemälde mit der Darstellung des Todes von Maria ist von Johann Rieger (1655-1730) von 1710. Darüber das Wappen des Stifters und das Marienmonogramm. Ganz oben eine Gloriole aus vergoldetem Holz mit Putti und in der Mitte ein Herzen.
    Der bemalte Altartisch vor dem marmornen Mariae-End-Altar.
    Blick in das Sterngewölbe des südlichen Querschiffs.
    Margaretenkapelle:
    Hinter dem Süd- oder Mariä-End-Chor liegt die Margaretenkapelle. Diese südliche Chorkammer mit unbekannter ursprünglicher Nutzung, stammt im Kern aus der Zeit um 1000. Unter Bischof Otto III. von Hachberg (1388-1451) wurde die Kapelle gotisch umgebaut, 1423 entstand das gotische Kreuzgewölbe. Bis 1430 wurde es als seine Grabkapelle umgebaut.
    Informationstafel
    Blick in die Margaretenkapelle mit dem Hochgraf des Bischofs an der südlichen Wand.
    Hochgrab von Bischof Otto III. von Hachberg. Direkt dahinter ein Blendbogen, der mit Wandmalereien von 1445 verziert ist. Die Malerei zeigt im Inneren des Bogens eine Kreuzigungsszene mit Petrus, Maria, Johannes und Paulus. Darüber an der Wand eine gemalte Maßwerkbrüstung, hinter der sich Maria mit dem Jesuskind, umgeben von musizierenden Engeln zeigt. Darunter die Wappen des Stifters Bischof Otto III. von Hachberg, des Bistums und der Grafen von Freiburg. Die feinen Zeichnungen sind teilweise abgeblättert oder durch spätere Übermalungen zerstört. Auf der Deckplatte des Hochgrabes ist der Bischof als Hochrelief dargestellt. Der Steinsarkophag hat eine Länge von 2,67 m, eine Höhe von 1,63 m und eine Breite von 1,10 m. Möglicherweise wurde das Grabmal von Priester Anthoni, dem Schöpfer des Schneggs, entworfen.
    Die Längsseite der Tumba ist mit rundbogigen Blendarkaden geschmückt, in welchen von links nach rechts die Wappen von Baden bzw. der Grafen von Hachberg-Sausenberg, des Bistums Konstanz und der Grafen von Freiburg dargestellt sind.
    Farbiges Glasfenster in der Margaretenkapelle mit einem der wenigen im Original erhaltenen Maßwerke und mittelalterlichen Farbverglasungen des Münsters.
    Blick auf die Wand mit dem Eingang zur Margaretenkapelle und einer Wandmalerei über der Tür.
    Nördliches Querschiff mit dem Thomaschor:
    Informationstafeln
    Blick auf den Altar von Christoph Daniel Schenck (1633-1691) im Thomaschor.
    Links am Durchgang zum Thomaschor ein Epitaph des Domherren Wolfgang Jacob A. Bernhausen, gestorben 1655.
    Rechts am Durchgang eine Statue des heiligen Antonius in einer Nische mit Baldachin.
    Der Thomas-Altar, dekoriert mit Statuen von Christus und Thomas im Zentrum, flankiert von Kaiser Heinrich II. und Helena. Oben der heilige Konrad.
    Darüber ein Kruzifix von Carlo Luca Pozzi (1734-1812), der beim Umbau des Altars 1779 den heiligen Pelagius und den heiligen Thomas hinzufügte.
    Der sogenannte „
    Schnegg“, ein spätgotischer Treppenturm aus Sandstein, 8 m hoch. 1438 von einem Meister Antoni begonnen. Im Bildprogramm wird die Jungfräulichkeit Marias verherrlicht. An den Ecken des Treppenturms 8 Statuen von Propheten.
    Informationstafel zum Skulpturengruppe
    Direkt daneben eine gotische, farbig gefasste
    Skulpturengruppe mit der Darstellung des Todes von Maria und ihre Beweinung durch die Jünger aus der Zeit 1460-1480. Ursprünglich war sie im südlichen Querschiff aufgestellt, da dieser dem Tode Marias geweiht ist. Jetzt steht sie in einer spätgotischen Nische, die eigentlich die Grabstätte des Domherrn Friedrich von Richtenberg beherbergt. Das Ölgemälde an der Rückwand wurde von J. B. Hengartner 1873 geschaffen.

    Blick in das Sterngewölbe des Thomaschors.
    Kapelle in einem Seitenschiff mit dem Grab bzw. Tumba eines Bischofs mit Liegefigur. Darüber zwei Fialen und gotisches Maßwerk. Hinter dem Grab eine Wandmalerei mit der Darstellung der Kreuzigung mit Maria und Johannes. Neben dem Grab des Bischofs einige Epitaphe.
    Detail der Tumba, Liegefigur des Bischofs und an den Langseiten Reliefs und Wappen.
    Epitaphe
    Drei farbige Glasfenster in der Kapelle, oben mit Maßwerk.
    Südliches Seitenschiff:
    An einem Pfeiler vor der Christophorus-Kapelle eine Herz-Jesu-Statue auf einem Podest mit Baldachin und zwei bogenförmigen Seitenflügeln.
    Christophorus-Kapelle: 1473 errichte mit einem 1881 errichteten Nebenaltar. Die Statue einer betenden Maria aus dem 17. Jahrhundert, geschnitzt aus Holz, dahinter eine Wandmalerei mit der Darstellung des heiligen Christophorus und darüber, in einem gotischen Spitzbogen, ein Kruzifix und die Statuen von Maria und Johannes. Das Kruzifix und Maria stammen aus dem 16. Jahrhundert, Johannes wurde 1881 ergänzt. Die Laibung zum Pfeiler ist 1881 bemalt worden und auch das achtteilige Kreuzrippengewölbe zeigt florale Malereien.
    Weiteres Kreuzrippengewölbe mit floralen Bemalungen auf goldfarbenem Grund.
    Kapelle mit einem schmiedeeisernen Gitter davor.
    Kapelle im südlichen Seitenschiff mit einem Nebanaltar und einer Wandmalerei mit der Darstellung der heiligen Katharina von Alexandria, der Schutzpatronin der Philosophie.
    Weitere Kapelle mit einem schmiedeeisernen Gitter davor und Wandmalereien. Farbiges Glasfenster mit Maßwerk und der Darstellung eines Ritters, flankiert von Engeln. Unten im Fenster zwei Wappen.
    Detail der Wandmalereien neben dem Fenster in der Kapelle.
    Blick auf das westliche Ende des südlichen Seitenschiffs mit der Darstellung des heiligen Christophorus als Wandmalerei. Es stammt von 1435 und wurde 1924 restauriert. Neben Christophoris ist ein Eremit vor einem See mit einer Sirene,
    Schiffen, Enten, Wasservögeln und einer Stadt abgebildet. Die Stadt wird häufig als frühe Abbildung der Stadt Konstanz gedeutet.
    Weitere Details von Kapellen in den Seitenschiffen:
    Wandmalereien mit gemalter Maßwerkarchitektur. Vermeintlich dahinter ein Garten mit Blumen und Obstbäumen. An der Wand ein barockes Epitaph.
    Nebenaltar in barocken Formen. Das zentrale Gemälde, flankiert von Säulen, zeigt die Krönung Marias durch Christus, Gottvater und den heiligen Geist, umgeben von zum Teil musizierenden Engeln. Vorne zwei knieende Heilige.
    Kapelle mit Nebenaltar im
    westlichen Ende des nördlichen Seitenschiffs. In der Mitte ein weiß-goldenes Relief mit der Darstellung der Kreuzabnahme. Der Altartisch ist bemalt mit Vasen mit Blumen und ein Medaillon.
    Wandmalerei mit der Darstellung des heiligen Christophorus von 1470 am westlichen Ende des nördlichen Seitenschiffs.
    Am Übergang zur Welserkapelle Fialen und Podeste in gotischen Formen an der Wand. Darunter ein Bogen in gotischen Formen mit einem Engel, der eine Schrifttafel hält. Darunter kleine Blendarkaden mit Engeln.

    Welserkapelle:
    Diese spätgotische Kapelle ist das westliche Ende des nördlichen Seitenflügels und steht direkt an der Nordseite des masssiven Turmbaus. Sie entstand als Doppelkapelle 1480-1490, gemeinsam mit der Franz-Xaver-Kapelle als Grabkapelle für Otto II. von Sonneberg. Zwischen 1515-1520 entstand das Gewölbe. Der Name der Kapelle stammt von der Patrizierfamilie der Welser, die hier einen Altar stifteten und die Kapelle zu ihrer Grablege machten.
    Informationstafeln zur Kapelle, dem Prophetenfries und den Glasfenstern.
    Blick in die Kapelle mit fünfseitigem Grundriss mit zwei Fensterachsen. Die Sockelzone wird mit Blendmaßwerk verziert. Oben ein engmaschiges Netzgewölbe.
    Details der modernen farbigen
    Glasfenster nach Entwürfen von Hans Gottfried von Stockhausen (1920-2010). Das Fenster des Heils mit dem Sieg des Guten über das Böse und der Geburt des Heilands.
    Paulusfenster
    Petrusfenster
    Fenster der Hoffnung mit der Darstellung von David mit der Harfe und König Saul, darüber Verkündigung und die Opferung Isaaks. Am Fuße des Fensters die Wurzel Jesse.
    Details vom
    Prophetenfries. Er besteht aus 21 kleinen Büsten von Propheten und kleinen Statuen weiterer Heiliger und entstand um 1500. Der Fries zeigt Einflüsse aus Ulm und verweist auf die Tätigkeit von Lux Böblinger (- 1502) und seinen künstlerischen Umkreis.
    Unterhalb des Prophetenfrieses ein Gemälde mit der Darstellung des letzten Abendmahls.
    Daneben die Darstellung der Kreuzabnahme mit einer Stifterfamilie unten im Gemälde.
    Historisches Chorgestühl in einer Kapelle im nördlichen Seitenschiff.
    Barocker Altar von 1685 mit Reliefs und der Statue eines Bischofs zwischen zwei Säulen.
    Schutzmanteldadonna
    Johann-Nepomuk-Kapelle, im nördlichen Seitenschiff, mit einem schmiedeeisernen Gitter davor.
    Detail eines Reliefs an dem Gitter, mit der Darstellung des heiligen Johannes Nepomuk.
    Historisches Chorgestühl in einer Kapelle des nördlichen Seitenschiffs.
    Krypta:
    Die Krypta ist der älteste erhaltene Teil des Münsters und liegt unter dem Ostteil des Münsters. Ihre Entstehung ist nicht genau datierbar, aber man nimmt an, daß sie um die Mitte des 9. Jahrhunderts oder Anfang des 10. Jahrhunderts ausgehoben und später erweitert wurde. Wahrscheinlich wurde sie für die Gebeine des heiligen Pelagius angelegt, welche vielleicht bereits um 850, spätestens jedoch im Jahr 904 hier eingebettet wurden. Meist wird der Bau der Krypta Bischof Salomo III. zugeschrieben, dessen Amtszeit von 890-919 war.
    Informationstafeln
    Blick auf den Vorraum zur Konradikapelle. Links ein Kruzifix an der Wand, im Hintergrund der Zugang zur Konradikapelle.
    Details des Gewölbes.
    Konradikapelle: Grabkapelle des Konstanzer Bischofs Konrad (ca. 900-975) mit dem ursprünglich im Freien gelegenen Grabmal. Nach seinen Tod wurde es 975 überbaut und nach seiner Heiligsprechung 1123 neu gestaltet. In der Nische mit Spitzbogen eine sitzenden Statue des Bischofs Konrad von 1876. Die Ausmalung der Kapelle erfolgte durch Pater Desiderius Lenz, im Stil der Beuroner Kunstschule. Sie wurde 1868 in der Abtei Beuron zur Erneuerung der katholisch-kirchlichen Kunst begründet. Sie stellt das Leben den heiligen Bischofs Konrad dar. Das Grab war ein wichtiges Pilgerziel und blieb es bis in das 18. jahrhundert. In der Mitte des Raumes ein vergoldeter Reliquienschrein aus dem 19. Jahrhundert, der den Schädel von Bischof Konrad enthält.
    Blick in die
    Krypta, die von einer ursprünglichen Winkelgangkrypta spaäter zu einer Hallenkrypta erweitert wurde. Vorbilder waren vielleicht das Kloster Reichenau und die Fürstabtei Sankt Gallen. Aus der frühesten spätkarolingischen Bauphase stammen zwei Stollen mit Tonnengewölbe, die wohl in die Seitenschiffe der Kirche mündeten. In einem zweiten Schritt entstand die annähernd rechteckige Gewölbehalle. Vier der sechs Säulen der dreischiffigen Halle sind mit dekorativen ottonischen Akanthuskapitellen geschmückt; zwei weitere, eines davon mit figuralen Skulpturen, wurden im 11./12. Jahrhundert ergänzt. Beim Figurenkapitell handelt es sich möglicherweise um eine Spolie aus Südeuropa.
    Details des Kapitells mit Figuren.
    Die Grabkammer an der Westwand der Krypta beherbergt einen kleinen Steinsarkophag. Er wird heute als Reliquiar des Pelagius ausgegeben, beherbergte vermutlich jedoch eine Sammlung verschiedener Reliquien und dürfte ein vor der Reformationszeit vorhandenes prachtvolleres Reliquiar ersetzt haben. Ursprünglich lag die Kammer direkt unter dem Hochaltar des Münsters, war mit diesem durch einen Schacht verbunden und diente so als Reliquiar des Hochaltars.
    Blick auf die hinter dem Altar in der Krypta hängenden vergoldeten Kupferscheiben aus dem 11. Jahrhundert. In der Mitte der segnende Christus.
    Von der Krypta gelangt man eine Ebene höher direkt in den
    Kreuzgang. Informationstafeln
    Blick vom Eingang aus der Krypta auf den
    Südflügel des Kreuzganges. Vom zweigeschossigen Kreuzgang sind nur Ost- und Südflügel erhalten, der Rest wurde durch einen Brand 1824 zerstört und konnte aus finanziellen Gründen nicht wieder aufgebaut werden. Der Kreuzgang entstand in der frühgotischen Bauphase zwischen 1294 und 1320, wobei zwischendurch ein Stilwechsel stattfand: Der ältere Südflügel hat einfachere Doppelfenster mit Vierpassmotiven.
    In einer offenen rechteckigen Ausbuchtung mit Kreuzrippengewölbe, stehen zahlreiche historische Grabmäler, Statuen und Kapitelle. An der Wand sind Reste von Wandmalereien zu erkennen.
    Barbara-Kapelle: eine Informationstafel erklärt, daß sich im Garten des Kreuzganges einst ein Ölberg befand. Direkt neben dessen ursprünglichem Standort befindet sich eine unterirdische Kapelle, die der heiligen Barbara geweiht ist. Die 1401 gestiftete Kapelle ist schwer zugänglich und wurde ihrer schlechten Beleuchtung wegen nur selten benutzt.
    Peter-und-Paul-Kapelle: Sie befindet sich in der südöstlichen Ecke des Kreuzganges und enthält das Grabmal eines Bischofs mit seiner Liegefigur. Sie Längsseiten der Tumba haben Blendarkaden mit Rundbögen und Maßwerk mit Wappen und zwei sitzenden Figuren als Relief. Darüber an der Wand zwei Epitaphe.
    Blick durch den Südflügel des Kreuzganges. An der Wand zahlreiche gemalte Wappentafeln.
    Kreuzrippengewölbe über den Wappentafeln mit Deckenmalerei, die florale Motive und zwei Engel zeigt, das Schweißtuch der Veronika und ein Hemd halten.
    Die südöstliche Ecke des Kreuzganges, an der sich der Zugang zur Mauritiusrotunde befindet. Rechts der etwas jüngere
    Ostflügel des Kreuzganges. Es wird angenommen, dass Bischof Gerhard von Bevar die ausführende Handwerker aus seiner südfranzösischen Heimat mitbrachte.
    Blick in den Ostflügel. Rechts die offene Tür zur Silvesterkapelle. Rechts hinter der Wand mit den Wappentafeln befand sich die Domschule, darüber im Obergeschoss war der Kapitelsaal.
    Mauritius-Rotunde bzw. Kapelle des Heiligen Grabes: die eingeschossige Rundkapelle befindet sich in der südöstlichen Ecke des Kreuzganges und ist über diesen zu erreichen. Erbaut wurde sie in der vorromanischen Zeit nach 940 unter Bischof Konrad, der von 934-975 Bischof von Konstanz war. Der Rundbau entstand ursprünglich als freistehendes Gebäude nordöstlich des Münsters, das zu dieser Zeit noch kein Querhaus besaß. Sie ist eine vereinfachte Nachbildung des Zentralbaus der Jerusalemer Grabeskirche und wurde von ihm zu Ehren des ottonischen Reichsheiligen dem Mauritius geweiht. Die Kapelle wurde in der Gotik um 1300 erneuert, aufgestockt und mit einer gotischen Rippenkuppel und Maßwerkfenstern versehen. Von besonderer Bedeutung ist die frühgotische Nachbildung des Heiligen Grabes (um 1260) in der Mitte der Rotunde. Die Kapelle hat einen Durchmesser von 11,3 m. Bischof Konrad von Konstanz wurde selbst an der Außenmauer der Kapelle beigesetzt, wo sein Grab vermutlich bereits kurz nach seinem Tod zum Ziel von Wallfahrern wurde. Konrads Heiligsprechung im Jahr 1123 steigerte noch die bestehende Verehrung. Über seinem mutmaßlichen Grab wurde zur Zeit der Heiligsprechung oder bereits früher ein kleiner Kapellenraum errichtet, der westlich an den Sockel der Mauritiusrotunde anschließt, aber nur von der Krypta des Münsters aus zugänglich ist. Ursprünglich schlossen sich vier rechteckige Kapellen kreuzförmig an die Rotunde an. Heute sind es nur noch zwei, eine davon im Osten (Ostkapelle) und eine im Süden (Blasius- oder Dreifaltigkeitskapelle).
    Blick in die Mauritius-Rotunde.
    Das Heilige Grab in der Mitte der Kapelle ist ein zwölfeckiges Häuschen aus Sandstein mit 2,43 m Durchmesser und 4,65 m Höhe. Es entstand 1260 und ist die früheste gotische Bauskulptur des Münsters. Es ersetzt einen ähnlichen Bau, der bereits unter Bischof Konrad entstanden war.
    Das Heilige Grab hat zweigeschossige Maßwerkfassaden im Stil der französischen Gotik und ist im oberen Teil mit 12 Statuen geschmückt, die ursprünglich farbig waren. Den Abschluss bilden zwölf mit Krabben besetzte Wimperge, dazwischen an den Ecken Figuren der zwölf Apostel. Die nach Osten zeigende Wandfläche ist mit einer Gittertür versehen, so dass das Innere für liturgische Zwecke betreten werden konnte. Über Jahrhunderte war die Mauritiusrotunde Ziel von Pilgerfahrten. Die zahlreichen Pilger – vor allem Gläubige aus der Umgebung, die sich die weite Reise ins Heilige Land nicht leisten konnten – umrundeten das Heilige Grab drei Mal.
    Details des Heiligen Grabes.
    Blick in das gotische Gewölbe mit 8 Kappen. Zwischen den Rippen florale Malerei. Sie entstanden 1571, als man auch in der Reformationszeit entstandene Beschädigungen reparierte.

    Blick zum Eingang der Mauritius-Rotunde. Sie erhielt zwischen 1881 und 1887 unter der Leitung von Bauinspektor Bär eine Ausmalung, die die mittelalterliche Malerei imitiert.
    Informationstafel zur
    Blasiuskapelle im Süden der Mauritius-Rotunde.
    Hohenlandenbergretabel, ein Flügelalter von 1524, geschaffen von Matthäus Gutrecht (1506-1534) dem Jüngeren und Philipp Memberger (- 1573) . Er wurde von Bischof Hugo von Hohenlandenberg in Auftrag gegeben. Auf der Außenseite des geschlossenen Altars ist die heilige Sippe dargestellt. Es ist der einzige Altar, der sich im Münster aus der Zeit vor der Reformation erhalten hat.
    Blick in die im Osten der Mauritius-Rotunde liegende Kapelle mit dem aus Sandstein als Relief gestalteten Epitap des Domherrn Gottfried Christoph von Zimmer (- 1570). Wandmalereien links und rechts des Epitaphs zeigen die Kirchenpatrone St. Konrad und St. Pelagius.
    Mit Malereien verziertes Deckengewölbe der Kapelle.
    Informationstafel zur
    Sylvesterkapelle.
    Blick in die Sylvesterkapelle, die direkt neben der Mauritius-Rotunde am östlichen Arm des Kreuzganges liegt. Erbaut wurde sie um 1300. Die Wandmalereien stammen von 1472 und 1584 erfolgte eine fast vollständige Übermalung. Dargestellt ist die Passion Christi in 19 Feldern, beginnend vom Einzug Jesu in Jerusalem bis zur Ausgießung des Heiligen Geistes.
    Einzug in Jerusalem, das letzte Abendmal, Gebet am Ölberg, Judaskuss, Jesus vor den Hohepriestern.
    Christus vor Pilatus, Geißelung, Dornenkrönung, Ecce homo, Kreuztragung.
    Kreuzigung, Kreuzabnahme, Beweinung und Grablegung Christi.
    Auferstehung, Maria Magdalena begegnet Christus und die Ausgießung des heiligen Geistes
    Das Weltgericht, rechts das Höllentor, links die Seligen, darüber Christus als Weltenrichter.
    Details des Netzgewölbes mit floralem Rankenwerk in grüner Cama
    ïeu-Malerei.
    Torbogen in der Nähe des Münsters mit einem Relief von Bischof Konrad über dem Durchgang.
    Rheintorturm: Direkt an der Brücke über der Mündung des Rheins in den Bodensee, steht dieser 9 x 9 m große Rheintorturm mit einer Höhe von 35 m. Erbaut um 1200 war er Wehrturm und Brückenturm. Damals führte die hölzerne Rheinbrücke direkt durch den Rheintorturm hindurch.

    Dominikanerinsel mit dem ehemaligen Doninikanerkloster:
    Die 246 m lange und bis zu 100 m breite Insel liegt direkt östlich der festländigschen Altstadt von Konstanz. Ein nur 6 m breiter Graben trennt sie vom Festland. Heute befindet sich hier das Steigenberger Inselhotel, welches in einem früheren Dominikanerkloster untergebracht ist. Nach verschiedenen Quellen wurde die Insel 1220 den Dominikanern übergeben und 1236 erfolgte die Gründung des Klosters.
    Der heutige Festsaal des Hotels befindet sich in der
    ehemaligen Klosterkirche. Blick in den Festsaal, der durch Spitzbogen noch die ehemaligen drei Kirchenschiffe erkennen lässt.
    An einer Wand haben sich die
    Märtyrer-Fresken erhalten.
    Details der Fresken.

    Weitere Fresken mit der Darstellung von Heiligen.
    Am Ende des Festsaals ein hohfes spitzbogiges Fenster, flankiert von weiteren erhaltenen Fresken.
    Details der Fresken neben dem Fenster. Links neben dem Fenster oben, Darstellung von König David mit der Harfe. Darunter in einer gemalten gotischen Architektur ein Heiliger.
    Vom Festsaal gelangt man in den
    ehemaligen Kreuzgang.
    Der Maler Carl von Häberlin (1832-1911) erhielt von der Familie von Zeppelin den Auftrag, den mittelalterlichen Kreuzgang des Klostergebäudes mit großformatigen Wandbildern aus der Geschichte der Insel zu gestalten und dabei die vorhandenen biblischen Fresken zu ersetzen. Von 1878 bis 1894 entstanden 26 Bilder, die in chronologischer Reihenfolge die Inselgeschichte bis zu den ersten Hotelgästen darstellen.
    Blick in den ehemaligen Garten des Kreuzganges mit einem modernen runden Brunnen.
    Fassade des Hotels zum See.
    Blick von der Terrasse am See auf historischen Häuser an der Seestraße auf dem Festland.
    Das Ufer des Bodensees hinter dem Hotel. Im Hintergrund die Hafeneinfahrt mit der Imperia.

  • Insel Reichenau: diese größte Insel im Bodensee (4,5 km lang, 1,6 km breit) bei Konstanz gehört seit 2000 als Klosterinsel Reichenau zum UNESCO Weltkulturerbe. Sie war wahrscheinlich bereits von den Römern besiedelt. Im frühen Mittelalter erlangte die Insel durch das dortige Benediktinerkloster eine hohe kulturelle Bedeutung, die sich in zahlreichen auf der Reichenau entstandenen Handschriften niedergeschlagen hat. Diese Malschule war im 10. und 11. Jahrhundert eines der innovativsten kulturellen Zentren im Regnum Teutonicum. Die Grunstücke gehörten bis in die 1830er Jahre dem Fürstbischof oder Stiftungen.

    Sankt Georg in Oberzell:
    Die Basilika wurde Ende des 9. Jahrhunderts als dreischiffige romanische Kirche erbaut und wurde mehrfach erweitert. Sie hat eine überhöhte Vierung mit Turm und schließt im Osten mit einem quadratischen Chor ab. In ihrer Krypta wird ein Schädelstück des heiligen Georg aufbewahrt, welches Hatto III. anläßlich seines Besuches in Rom erhalten hat. Er begleitete 895 König Arnulf zu seiner Krönung als Kaiser.
    Die Kirche gehört zu den ältesten Georgskirchen in Europa. Sie wurde von Abt Hatto III. (888-913) an der Ostspitze der Insel gegründet.
    Informationstafeln
    Blick auf die Kirche von Süden. Links die Vorhalle, die in ihrer heutigen Form von 1150 stammt. Zwischen der Vorhalle und dem Langhaus eine gerundete Apsis entstanden um 925/945.
    Blick über den benachbarten Friedhof auf die Südwestseite der Basilika.
    Detail der Vorhalle mit kleinen doppelten Rundbogenarkaden, die heute verglast sind.
    Südseite mit ihren Stützpfeilern.
    Westfassade mit einem Rundbogen in der Vorhalle.
    Luftaufnahme der Kirche Sankt Georg.
    Inneres:
    Informationstafel zur Vorhalle und Foto der Wandmalereien in der Michaelskapelle.
    Das niedrige Erdgeschoss der Vorhalle mit den zwei Rundbogenarkaden. Darüber befindet sich die Michaelskapelle.
    Blick in das
    Langhaus Richtung Osten. Berühmt sind vor allem die Wandmalereien, die in spätkarolingischer oder ottonischer Zeit, also im 10. und 11. Jahrhundert entstanden sind. Sie gelten als die Hauptzeugnisse der Malerei des Klosters Reichenau. Wegen ihres einzigartigen Erhaltungszustandes ist Sankt Georg, neben der Kirche vom Benediktinerinnenkloster Sankt Johann in Müstair, die einzige Kirche nördlich der Alpen, in der man noch einen Gesamteindruck der Bilderbibel, der Ausmalung eines Sakralraumes aus dieser Zeit bewundern kann. Runde Säulen mit Rundbögen trennen das Mittelschiff von den niedrigeren Seitenschiffen.
    Ddie Vierung und der Chorraum liegen höher als das Langhaus. Darunter die Krypta.
    Blick in die flache, bemalte Decke aus Holz
    Blick in den erhöhten Chorraum mit der Vierung davor. Rechts an der Chorwand eine Orgel vom Orgelbauer Mönch von 1985.
    Vierung mit Kreuzrippengewölbe. Am Chorbogen ein lateinischer Spruch.
    Kruzifix im Chor.
    Lesepult aus Metall im Chor.
    Wandmalereien im Mittelschiff:
    Im Jahre 1880 wurde unter einer später angebrachten Putzschicht die überraschend gut erhaltenen frühmittelalterlichen Wandmalereien entdeckt. Die Datierung dieser Wandmalerei wird seither kontrovers diskutiert. Insgesamt 8 Wandbilder (auf jeder Seite 4) im Langhaus ergeben den größten zusammenhängenden Bilderzyklus der Zeit um 1000. Manche Forscher bringen die Motive der Wandmalereien mit den Motiven der ottonischen Buchmalerei aus der Abteil Reichenau in Verbindung. Über den 8 Wandbildern im Obergaden die stehenden Figuren der 12 Apostel. Zwischen den Rundbögen Medaillons mit Brustbildern von Äbten.
    Nordseite, im Westen beginnend Richtung Osten:
    Die Mäanderbänder geben die Leserichtung von West nach Ost vor und unter den Bildern stehen lateinische „Tituli“. Die Heilung des Besessenen von Gerasa.
    Rechts daneben die Heilung eines Wassersüchtigen.
    Rechts daneben die Beruhigung des Sturmes auf dem See Genezareth.
    Vor dem Chorbogen die Heilung eines Blindgeborenen.
    Direkt darunter eine Wandmalerei von 1308, ein Spottbild, welches die Schwatzhaftigkeit der Frauen geißelt, deren Geplapper auf keine Kuhhaut geht. Ein Teufel schreibt in gotischen Majuskeln aus die Kuhhaut.
    Malerei am Chorbogen.
    Südseite, im Osten beginnend Richtung Westen, da der Altarraum die Drehachse für die Gläubigen war. Chorbogen Südseite.
    Die Heilung des Aussätzigen.
    Rechts daneben die Erweckung des Jünglings von Naim-
    Rechts daneben die Erweckung der Tochter des Jairus und die Heilung einer kranken Frau.
    Rechts daneben die Auferweckung des Lazarus.
    Westapsis mit dem Jüngsten Gericht von 1708/1709.
    Längsschnitt durch die Kirche mit der Kennzeichnung der verschiedenen Bereiche.
    Informationstafeln zu den 8 Wandbildern im Mittelschiff und die dazugehörigen Bibeltexte.
    Informationstafel zur Wiederauffindung der Wandmalereien.
    Informationstafeln zur Restaurierung der Wandmalereien
    Abschluss eines Seitenschiffs mit einer Statude des heiligen Georg.
    Mittelalterliche Grabplatten mit Reliefs.
    Münster Sankt Maria und Sankt Markus:
    Die ersten steinernen Gebäude von Kloster und Kirche am Nordufer der Insel ersetzten Holzbauten, die ab 724 vom Gründungsabt Pirmin errichtet wurde. Laut einer Gründungsurkunde lebten hier 40 Mönche. Abt Haito ließ eine karolingische Basilika auf Kreuzgrundriss erbauen, die 816 geweiht wurde. Von ihr sind heute noch Teile in der Vierung und im Ostquerhaus erhalten.
    Im Jahr 830 brachte Bischof Radolt von Verona, Reliquien aus Italien an den Bodensee, darunter aus Venedig Reliquien des Evangelisten Markus. Haitos Nachfolger Erlebald (823–838) erweiterte die Abteikirche um ein Langhaus-Joch, ein Westquerhaus und ein doppeltürmiges Westwerk. Als Architekten dieser Bauphase nennt Walahfried Strabo den Priestermönch Einmuot.
    Die Markus-Verehrung machte nach dem 10. Jahrhundert eine Erweiterung der Kirche nötig. Diese karolingische Erweiterung unter Abt Berno entspricht im Wesentlichen der heute erhaltenen Gestalt, mit einer weiteren Westverlängerung und einem weiteren Querschiff an der Stelle des alten Westwerks und davor einem monumentalen, querrechteckigen und reich gegliederten Turm. 1048 wurde die erweiterte Kirche erneut geweiht.
    Aus den Jahren 1236/37 stammt der (erst seit 1970 wieder offene) tonnenförmige „normannische“ Dachstuhl aus Eichenholz.
    In spätgotischer Zeit kam es zu einer Nachblüte der Reichenauer Abtei und zum Bau des gotischen Chors. Dafür wurde die Heilig-Blut-Kapelle abgerissen.
    Informationstafeln
    Grundriss des ehemaligen Klosters
    Blick vom Parkplatz auf den im Westen liegenden monumentalen, querrechteckigen Turm.
    Das
    Westwerk mit dem mit Lisenen und Blendbogen gegliederten, karolingischen Turm, der unter Abt Berno entstanden ist. Ganz oben Schallarkaden.
    Das Westwerk und ein sich im Norden anschließendes Wohngebäude.
    Blick von Norden auf das Münster und die Reste der Klosteranlage. Das Querschiff, auf dessen schlichte Fassade man schaut, stammt noch von der 816 geweihten Basilika, die unter Abt Hatio I. entstanden ist. In dieser nördlichen Ecke des Münsters befand sich einst der Kreuzgang.
    Ganz links der gotische Chor von 1447. Er wurde unter dem Abt Friedrich von Wartenberg an der Stelle der karolingischen Heiliggrabkapelle errichtet.
    Informationstafel zu den
    Klostergärten
    Blick auf die 2024 neue angelegten und neu interpretierten Klostergärten.
    Blick in den Bereich des ehemaligen Kreuzganges, der heute durch beschnittene Lindenbäume gekennzeichnet wird.
    Der Pirminbrunnen, benannt nach dem Gründer des Klosters.
    Neuer Konvent: die dreiflügelige Anlage von neuen Konventsgebäuden auf der Südseite des Münsters, entstand 1605 bis 1610 im Auftrag des Fürstbischofs Jakob Fugger. Daraufhin wurden das sogenannte „Altes Kloster“ auf der Nordseite abgebrochen. 1757 wurde das Kloster aufgelöst. Heute dienen die Gebäude als Pfarrhaus und Sitz der Gemeindeverwaltung.
    Informationstafel
    Eingang zum Innenhof des Neuen Konvents von Westen.
    Blick auf den Innenhof und die umgebenden Gebäude mit einem Turm mit Sonnenuhr. Rechts an der Wand der Rest eines Rundbogens, der von der Vorhalle der Sankt Georgskirche hierher verbracht wurde, um die Originalsteine zu erhalten. In Sankt Georg befinden sich Kopien.
    Inneres vom Münster Sankt Maria und Sankt Markus:
    Blick durch das
    Mittelschiff der Basilika, Richtung Osten auf den Chor mit dem barocken Gitter von 1746 davor. Darüber der offene „normannische“ Dachstuhl in der Form eines umgedrehten Schiffes aus Eichenholz. Errichtet 1236 nach einem Brand. Die Seitenschiffe sind mit Rundbögen abgeteilt und stammen aus dem 12. Jahrhundert.
    Rechts vor dem Chorraum
    Wandmalereien, unter anderem eine Darstellung der Maria mit den beiden Stiftern, den Äbten Heinrich von Hornberg (gest. 1427) und Friedrich von Wartenberg (gest. 1454) aus der Spätgotik.
    Gegenüber der heilige Christophorus. Daneben kleine teuflische Figuren.
    Blick in das Netzgewölbe mit Deckenmalereien des gotischen Chores von 1447.
    Blick vom im Westen liegenden Querschiff Richtung Mittelschiff und nördliches Seitenschiff.
    Blick durch das Mittelschiff Richtung südliches Seitenschiff.
    Blick durch das
    südliche Seitenschiff.
    Relief aus Holz mit der Darstellung der Steinigung des heiligen Stephanus von 1596.
    Gemälde mit der Darstellung der Insel Reichenau mit seinen Kirchen und dem Kloster im Zentrum, mit der Ankunft Pirmins im Jahr 724. Öl auf Leinwand von 1624.
    Grabplatten: Links mit den zwei Wappen die gemeinsame Grabplatte der Äbte Heinrich von Hornberg (gest. 1427) und Friedrich von Wartenberg (gest. 1454).
    Blick durch das südliche Seitenschiff Richtung Westen.
    Im Querschiff im Osten vor dem Chor, auf der Südseite in einer Nische mit Spitzbogen eine geschnitze, farbige Darstellung von Jesus mit den 12 Jüngern.
    Blick durch das
    nördliche Seitenschiff.
    Reste von Wandmalereien. Nebenaltar mit einer Pietà, entstanden um 1350.
    Gemälde mit einer Darstellung des Münsters und dem angebauten Neuen Konvent. Davor zahlreiche Geistliche, Soldaten und Kanonen. Dargestellt ist die Rückkehr der Heilig-Blut-Reliquie im Jahre 1738. Öl auf Leinwand 1738.
    Im Querschiff im Osten vor dem Chor, auf der Nordseite ein farbiges Relief vor einem Gemälde mit der Darstellung von Christus am Ölberg im Garten Gethsemane, aus der Zeit der Spätgotik.
    Blick durch das nördliche Seitenschiff zurück auf das Querschiff im Westen.
    Blick durch das Hauptschiff Richtung Westen zum Eingang und dem gleich hinter dem Turm liegenden westlichen Querschiff entstanden unter Abt Berno im 10. Jahrhundert.
    Querschiff im Westen:
    Im Zentrum der Westapsis befindet sich der Markusaltar von 1477, der in einer Kopie des ursprünglichen Schreins die Markusreliquien enthält.

    Details des Schreins mit den Markusreliquien.
    Blick vorbei am Markusaltar in den südlichen Teil des Querschiffs im Westen. Zahlreiche
    Grabplatten aus dem 14.-16. Jahrhundert, vor allem von Äbten. Ganz links in der Ecke die Grabplatte von Abt Diethelm von Castell (gest. 1343). Dritte Grabplatte von links von Abt Werner von Rosenegg (gest. 1402). Vierte Grabplatte von links Abt Heinrich von Stöffeln (gest. 1383).
    Ganz rechts in der Ecke die Grabplatte von Abt Mangold von Brandis (gest. 1385). Links daneben, die dritte Grabplatte von rechts Abt Friedrich von Zollern-Schalksburg (gest. 1427).
    Rundbögenarkaden oben an der Westwand des Querschiffs.
    Reste von Wandmalereien unterhalb der flachen Decken aus Holz.
    Blick in den nördlichen Teil des Querschiffs im Westen mit einem Kruzifix.
    Epitaph von Johann von Weeze (ca. 1489/90-1548), Bischof von Konstanz und Abt der Reichenau.
    Historischer
    Fachwerkbau in der Nähe des Klosters.
    Schloss Windegg: Das 1667 im Stil der Spätrenaissance umgebaute Schloss, liegt an der nordwestlichen Spitze der Insel Reichenau im Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg. Es ersetzte eine im 14. Jahrhundert errichtete Burg der Ministerialen der Reichenau. Vermutlich wurde es ursprünglich als klösterliches Gästehaus in Sichtweite der romanischen Säulenbasilika St. Peter und Paul in Niederzell erbaut. Bereits 1627 wurde es umfassend renoviert und zu einem dreigeschossigen Gebäude mit Staffelgiebeln umgebaut. Das dreigeschossige Gebäude ist 21,88 m lang und 12,80 m breit. Sanierungen erfolgten 1912, 1985 und 2010. Im Nordosten befindet sich das sogenannte Papstzimmer, da Papst Martin V. hier 1417, nach seiner Wahl am Konstanzer Konzil, für kurze Zeit gewohnt haben soll.
    Nach zahlreichen Eigentümern wird das Gebäude heute als Freizeitheim und Tagungshotel von der Energie-Versorgung Schwaben AG betrieben.
    Kirche Sankt Peter und Paul: romanische Säulenbasilika in Reichenau-Niederzell, der westlichen Spitze der Insel Reichenau. Errichtet unter Bischof Egino von Verona (730-802), der hier seinen Alterssitz wählte in einem angebauten Cella-Komplex. Die Basilika wurde 799 geweiht. Dieser erste karolingische Saalbau war ausgemalt. Wenige erhaltene ornamentale Reliefs im nördlichen Seitenschiff beweisen dies. Nach zwei Bränden wurde der Gründungsbau allerdings um 1080 abgebrochen, und auf den alten Fundamenten wurde im Auftrag von Abt Ekkehard von Nellenburg (Ca. 1035/40-1088), unter Beibehaltung der ursprünglichen Maße, die heutige querhauslose Säulenbasilika erstellt. Letzte Dacharbeiten an der neuen Kirche sind aus dem Jahr 1134 bezeugt.
    Informationstafeln.
    Blick von Nordwesten, über einen Friedhof, auf die Basilika, deren Türme im Osten stehen.
    Fassade im Osten mit im 15. Jahrhundert aufgestockten Türmen. Das große, mit gotischem Maßwerk versehene Fenster in der Apsiswand, ersetzt ein romanisches Mittelfenster, das wahrscheinlich mit Glasmalereien verziert war.
    Inneres:
    Wandmalereien im Vorraum.
    Blick durch das Mittelschiff Richtung Chor. Das Innere von Sankt Peter und Paul wurde um 1750-1760 im Stil des Rokoko umgestaltet: die Fenster wurden vergrößert, die flache Holzdecke durch ein flaches Stuckgewölbe ersetzt sowie die Orgelempore im Westteil eingezogen. Vom Vorgängerbau aus dem 11. Jahrhundert sind vor allem noch die Säulenarkaden mit ihren strengen, ornamental verzierten Kapitellen erhalten.
    Die Decke mit Stukkaturen von Dominikus Wurz und Deckengemälden im Stil des Rokoko. Die Rokoko-Ausstattung wurde 1906 überarbeitet. Die Malereien zeigen Notive aus der Neresheimer Abteikirche.
    Vor der
    Apsis an der Decke die Darstellung der Auferstehung Christi.
    Blick in den Chor mit einem Kruzifix welches vom Chorbogen hängt, dahinter die Wandmalereien in der Apsis, entstanden zwischen 1104 und 1134. Christus in der Mandorla, begleitet von Evangelistensymbolen. In den Arkaden die 12 Apostel mit Büchern und die 12 Propheten mit Spruchbändern. Freigelegt wurden die Malereien erst 1900
    Details der Wandmalereien in der Apsis.
    Chorgestühl
    Relief eines Heiligen aus Sandstein an der Kanzel.
    Blick durch das Hauptschiff Richtung Westen auf die
    Orgel und die Orgelempore.
    Die Orgel geht auf das Jahr 1783 und den Überlinger Johann Baptist Lang zurück.
    Grabplatte von 1602 mit zwei Wappen als Relief.
    Nebenaltar im nördlichen Seitenschiff mit mittelalterlichen Wandmalereien darüber. Auf den Altar zwei Skulturen aus silberfarbenem Metall mit der Darstellung von Petrus und Paulus, jeweils mit einem goldfarbenen, aufgeschlagenen Buch in den Händen.
    Altes Rathaus Niederzell bzw. Museum Reichenau: Fachwerkbau aus der Zeit um 1200. Über einem hohen Sockel eine alemannische Holzkonstruktion. Über dem ebenerdigen Balkenkeller die erste Etage, hier das „Erdgeschoss“. Darüber die Etage aus dem 15. Jahrhundert, umgebaut im 16. Jahrhundert. Im Mittelalter war es der Sitz des äbtlichen, später fürstbischöflichen Ammans bzw. Bürgermeisters. Eine gewisse Zeit ein Bauernhaus, dann wieder Rathaus und seit 1982 das Museum Reichenau.
    Informationstafeln
    Blick auf die Fassade des alten Rathauses.

    Detail der historischen Türklinke in der Form eines Drachen.

    Informationstafel zur Klosterinsel
    Eingangstür aus Holz von Schloss Windegg, genannt „Bürggle“ von 1745.
    Farbiges
    Glasfenster von 1531, eine Wappenscheibe für Markus von Knöringen (gest. 1540), dem letzten Abt der Abtei Reichenau. Geschaffen von Glasmaler Ludwig Stillhart (gest. 1536/37). Dargestellt ist Maria mit dem Symbol des Evangelisten Markus, dem Markuslöwen, dem Schutzheiligen der Insel Reichenau.
    Gemälde Öl auf Holz aus dem 17. Jahrhundert mit der Darstellung der Insel Reichenau. Leihgabe des Landesarchivs Baden-Württemberg.
    Informationstafel mit
    Landkarte des Frankenreichs 768 bis 814 mit den Erwerbungen Karls des Großen.
    Abguss des Kopfes einer Statue von Karl dem Großen aus dem 12. Jahrhundert. Das Original steht im Benediktinerinnenkloster Sankt Johann in Müstair in der Schweiz.
    Informationstafel zur Bedeutung von Glocken in den Kirchen der Reichenau.
    Gemälde Öl auf Leinwand von 1732, mit der Darstellung von Kaiser Karl III. Er ist als einziger Kaiser im Münster Sankt Maria und Markus beigesetzt, was die Bedeutung des Klosters zeigt.
    Originalurkunde eines Urteilsspruch des Pfalzgerichts der reichsfreien Benediktinerabtei Reichenau. Die Urkunde auf Pergament stammt von 1489 mit einem roten Siegel aus Wachs von Abt Johann II. Pfuser von Nordstetten.
    Foto vom
    Markusschrein (Copyright Bildarchiv des Erzbischöflichen Ordinariats Freiburg, Fotograf Michael Eckmann): Der Legende nach kamen die Reliquien 830 auf die Insel, getarnt als die Reliquien des heiligen Valens. Die Verehrung der Markusreliquien begannen erst lange nach dem Tod Ratolds, der damals beim Erwerb der Reliquien das Versprechen geben musste, die wahre Identität der Reliquien nicht zu seinen Lebzeiten preiszugeben.
    Foto der
    Heilig-Blut-Reliquie (Fotograf: Lukas Hafner). Sie wird im Heilig-Blut-Altar des Münsters Sankt Maria und Markus aufbewahrt. In der Reliquie sollen sich der Überlieferung nach ein Splitter vom Kreuz Christi, blutgetränkte Erde vom Golgatha-Hügel und ein blutgetranktes Tuch befinden.
    Foto vom Gemälde mit der Darstellung der Rückkehr der Heilig-Blut-Reliquie auf die Insel Reicheneu (Fotograf Theo Keller).
    Foto der Doppelseite eines Reichenauer
    Gesangbuches aus dem 12. Jahrhundert. (Copyright Badische Landesbibliothek Karlsruhe)
    Reichenauer Thesenblatt. Druck auf Seide von 1754. In der Mitte die Darstellung des Märtyrertodes des Evangelisten Markus.
    Detail des unteren Teils mit der Darstellung der Insel Reichenau mit dem Markusschrein und der Heilig-Blut-Reliqui
    Fotos aus dem Film über die Geschichte der Abtei Reichenau:
    Die Klosterkirche 814-1100.
    Sankt Gallener Klosterplan von 825/826, rote Tusche und schwarze Tinte auf Pergament. Er befindet sich in der Stiftsbibliothek Sankt Gallen.
    Animation der Gebäude vom Klosterplan.
    Blick auf ein Pult mit einer Pergamenthandschrift im Skriptorium.
    Foto vom Sankt Gallener Klosterplan, der sich in der Stiftsbibliothek Sankt Gallen befindet. Er entstand 825/826 und ist 112 x 77,5 cm groß.
    Graphische Übersicht des Plans mit Ziffern, die die Gebäude benennen.
    Faksimile vom Evangeliar Ottos III.: das Original der Handschrift aus der Abtei Reichenau, entstanden um 1000, befindet sich in der Bayerischen Staatsbibliothek München.
    Auf der Miniatur ist der Evangelist Lukas in der Mandorla dargestellt. Über ihm sein Symbol der Stier und zahlreiche Engel. Auf der rechten Seite die kunstvoll gestaltete Initiale Q.
    Miniatur mit der Darstellung eines thronenden Herrschers, vermutlich Otto III., der von Vertretern der geistlichen und weltlichen Macht flankiert wird. Links bringen Personifikationen der unterworfenen Provinzen dem Herrscher Geschenke – Sclavinia, Germania, Gallia und Roma.
    Miniatur unten mit der Darstellung Jesus heilt den Besessenen von Gerasa.
    Faksimile der Bamberger Apokalypse: entstanden um 1010, ebenfalls in der Abtei Reichenau. Die Prachthandschrift wurde von Kaiser Heinrich II. und seiner Frau Kunigunde gestiftet. Das Original befindet sich in der Staatsbibliothek Bamberg. Dargestellt sind die Visionen des Johannes über das Ende der Welt.
    Faksimile vom Perikopenbuch Heinrichs II.: warscheinlich ist es 1012, anläßlich der Weihe des Bamberger Doms entstanden. Das Original befindet sich in der Bayerischen Staatsbibliothek München.
    Schreibpult aus einem Skriptorium. Zwei Hörner von Rindern werden als Tintenfass benutzt, eines für schwarze Tinte, das andere für rote Tinte. Geschrieben wurde mit Federn von Gänsen, die im unteren Bereich aber nur aus dem Federkiel bestand. Die aufgeweichten Spitzen des Federkiels mussten häufig neu geschärft werden.
    Modell des Münsters Sankt Maria und Sankt Markus.
    Blick auf den Platz vor dem Alten Rathaus Niederzell mit einer mehr als 700 Jahre alten Linde und einem Denkmal für Dr. Friedrich Felix von Behr.

  • Sankt Gallen: Die Stadt ist der Namensgeber des Kantons Sankt Gallen in der Ostschweiz und hat ca. 79.000 Einwohner. Die Stadt liegt 700 m hoch. Ihre Ursprünge gehen zurück bis in das 7. Jahrhundert. Sie entstand als Siedlung um etwa 720 auf dem Gebiet einer Einsiedelei gegründete Kloster Sankt Gallen und wuchs im 10. Jahrhundert zu einer Stadt heran. 1180 wurde sie Reichsstadt.

    Kloster Sankt Gallen:
    Die Klosterkirche und die Klosterbibliothek gehören seit 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
    Die Fürstabtei Sankt Gallen wurde 719 vom in Chur ausgebildeten Otmar gegründet. Sie ging hervor aus einer Einsiedelei, die der irische Mönch Gallus 612 gegründet hatte. Die ersten Mönche des Klosters waren ursprünglich Rater und später entstammten sie häufig alemannsichen Adelsfamilien. Nachdem die alemannische Führungsschicht ausgelöscht worden war, wurde dem Kloster 747 von dem fränkischen König Pippin III., genannt der Jüngere (714-768) die Benediktinerregeln aufgedrängt. Jetzt war das Kloster dem Bistum Konstanz unterstellt. 818 erreichte Abt Gozbert bei Ludwig dem Frommen ein Immunitätsprivileg und das Kloster wurde zum reichsunmittelbaren Kloster. Ein Skriptorium wurde eingerichtet hier entstanden weltberühmte Handschriften und Buchmalereien. Das „Goldene Zeitalter“ endete abrupt durch den Einfall der Ungarn 926.

    Die Reformation fand mit Joachim Vadianus (1484-1551), Pseudonym für Joachim von Watt, 1525 Eingang in der Stadt St. Gallen. Schon 1527 wurde das Kloster aufgehoben, der Abt vertrieben, und die Stadt Zürich übernahm die Schirmhoheit über die nach Unabhängigkeit strebende Alte Landschaft, deren Bevölkerung überwiegend den neuen Glauben angenommen hatte. Die Niederlage der reformierten eidgenössischen Orte im Zweiten Kappelerkrieg 1531 ermöglichte jedoch die Wiederherstellung der Fürstabtei St. Gallen bereits wieder 1532.
    Im 18. Jahrhundert blühte das Kloster noch einmal auf. Sichtbarstes Zeichen war der Neubau der Klosteranlage zwischen 1755 und 1767 im prunkvollen Barock durch Peter Thumb(1681-1766) bis 1761. Danach bis 1768 Johann Michael Beer (1696-1780) und Johann Ferdinand Beer (1731-1789) von 1767 bis 1769. Das Pfalzgebäude sollte den regierenden Äbten eine standesgemässe Residenz bieten. Der spätbarocke Bibliothekssaal der Stiftsbibliothek zählt heute zu den repräsentativsten und schönsten Bibliotheksbauten der Welt.
    Der Abt von Sankt Gallen war bis 1798 ein Reichsfürst mit Sitz und Stimme im Reichstag des Heiligen Römischen Reiches. Nach der Französischen Revolution von 1789 forderten auch die Untertanen des Klosters mehr Rechte und Freiheiten. Mit dem «Gütlichen Vertrag» von Gossau von 1795 versuchte Abt Beda Angehrn (1767–1796) die Fürstabtei noch zu retten. 1805 wurde das Kloster aufgehoben.
    Stiftsbibliothek Sankt Gallen:
    Sie gehört zu den bedeutendsten historischen Bibliotheken der Welt. Sie ist die einzige der grossen Klosterbibliotheken des frühen Mittelalters, deren qualitativ hervorragender Bestand vom 8. Jahrhundert bis heute einigermassen intakt geblieben ist. 2100 Handschriften gehören zu ihrem Bestand und 1650 Inkunabeln – dies sind Druckwerke, die bis 1500 entstanden sind. Außerdem zahlreiche Frühdrucke, also zwischen 1501 bis 1520 gedruckte Bücher. Insgesamt hat die Bibliothek 170000 Bücher und andere Medien.
    Im Skriptorium des Klosters entstanden seit der Mitte des 8. Jahrhunderts zahlreiche Handschriften und Urkunden. Allein 140 Münche sind als Skriptoren bis zum Jahr 1000 nachgewiesen.
    Der älteste, zwischen 860 und 865 entstandene Katalog der Hauptbibliothek verzeichnet, nach Fachgebieten geordnet, mit 294 Eintragungen insgesamt 426 Titel. Dazu kamen noch eine Schul- und eine Kirchenbibliothek sowie Büchersammlungen einzelner Mönche. Durch den Ungarneinfall von 926 und die Feuersbrunst von 937 gingen etliche Handschriften verloren. Grössere Verluste konnten allerdings dank der Inklusin Wiborada verhindert werden. Diese hatte den Ungarneinfall vorhergesehen, so dass die Handschriften auf die Insel Reichenau in Sicherheit gebracht werden konnten. Als erste Frau der Kirchengeschichte, wurde die von den Ungarn erschlagene Einsiedlerin 1047 heiliggesprochen und ist heute die Patronin der Bibliotheken und der Bücherfreunde.
    Eingang zum barocken
    Bibliothekssaal. Als Supraporta in griechischen Buchstaben „Heilstätte für die Seele“.
    Der barocke Bibliothekssaal wurde von 1758 bis 1784 unter den Äbten Cölestin Gugger von Staudach (1701-1767) und Beda Angehrn (1725-1796) erbaut. Er befindet sich im Westflügel des Konventsgebäudes, im Süden der Klosterkirche.
    Der Saal ist in der Form einer Wandpfeilerhalle mit 5 Jochen angelegt. Auf halber Höhe befindet sich rund um den Saal herum eine Galerie. In der Länge wechseln sich Bücherschränke und Fensternischen wellenförmig ab. Die Pfeiler sind in die Halle eingerückt und an den Ecken mit korinthischen Ziersäulen verstärkt. Zwischen flachen Pilastern stehen die Bücher in vergitterten Büchergestellen, im Saal insgesamt ca. 30.000 Drucke. Dem Eingang gegenüber hängt an der Galerie ein Gemälde mit der Darstellung des Abtes Cölestin Gugger von Staudach, einem der Bauherren. Der Fussboden ist aus Tannenholz mit Intarsien, die vier große Sterne und Ranken aus Nussbaumholz darstellen.
    Blick vom Eingang in den Saal.
    Detail der gegenüberliegenden Seite des Saales mit Gemälden und dem Relief eines Wappens aus Holz.
    Im Saal stehen Vitrinen aus Holz und Glas.
    Blick durch den Saal zurück zum Eingang. An der Galerie hier ein Gemälde des zweiten Bauherren Abt Beda Angehrn.

    Blick auf die Decke des Saales mit Stukkaturen der Brüder Johann Georg Gigl (1710-1764) und Matthias Gigl. Die Deckengemälde stammen, wie auch die in der Kirche, von Joseph Wannenmacher (1722-1780). Die grössten Bilder in der Mitte, stellen die vier ersten ökumenischen Konzilien dar (Nizäa 325, Konstantinopel 381, Ephesus 431, Chalcedon 451). In den seitlichen Gewölbekappen sind die Kirchenlehrer dargestellt. Kleinere Grisaille-Malereien zeigen die Pflege der Wissenschaften des Klosters.
    Konzil in Nizäa.
    Konzil in Konstantinopel 381
    Konzil in Ephesus 431

    Konzil in Chalcedon 451
    Zwei der insgesamt 20 Putten unterhalb der Galerie. Sie stellen Berufe aus Wissenschaft, Kunst und Handwerk dar.
    Historischer Katalog
    Ausstellungsstücke im barocken Bibliothekssaal:
    Messer mit Lederscheide aus der Türkei, um 1700. Türkische Waffen waren Sammlerstücke.
    Diptychon aus der Werkstatt von Aelbrecht Bouts (1451-1549) – Vorlage Albrecht Bouts. Der Reisealtar zeigt Christus als Schmerzensmann und Maria auf Tafeln, die mittels Scharnieren verbunden waren. Die Darstellung folgt einem verlorenen Vorbild von Dierick Bouts, welches unter Verwendung von Schablonen kopiert wurde.
    Anonyme
    Wunderkugel, eine Drechselarbeit aus Elfenbein wohl aus der Schweiz, 17. Jahrhundert, die als Kuriosität Sammlerstück war.
    Sankt Galler Globus: Kopie des 1712 im Krieg von Berner und Zürcher Truppen erbeuteten Originals. Der 2. Villmergerkrieg (1712-1718), ein Konfessionskrieg auf dem Gebiet der Schweiz, führte zur Besetzung des Klosters Sankt Gallen und der Erbeutung des Globus und zahlreicher Handschriften und Bücher.
    Es ist ein Erd- und Himmelsglobus, der auf derselben Kugel die Erde und den Himmel darstellt. Es ist einer der größten noch erhaltenen Globen aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts, fertiggestellt 1576. Er hat einen Kugeldurchmesser von 1,21 m und steht auf einem Gestell aus Holz, auf dem Porträts von antiken und mittelalterlichen Naturwissenschaftlern dargestellt sind. Die ganze Konstruktion ist 2,33 m hoch.
    Die aufgemalte Darstellung der Welt basiert auf einer 1569 publizierten Weltkarte von Gerhard Mercator. Die Himmelskartografie ist an zwei 1515 in Nürnberg erschienene Holzschnitte Albrecht Dürers angelehnt. Neben den Sternbildern sind auf leeren Flächen verschiedene Meeresgottheiten, Seeungeheuer und weitere Fabelwesen dargestellt.
    Bis heute steht das Original im Landesmuseum Zürich.
    Sternfinder von Georg Friedrich Brander (1713-1783), für astronomische Beobachtungen und Berechnungen im Schulunterricht.
    Notger-Globus, rekonstruiert anhand eines Textes von Mönch Labeo Notker (950-1022). Geographische Bezugspunkte des Tischglobus sind die äthiopischen Inseln, die Künste von Afrika und Teile Ägyptens. Die Insel Thule markiert den nördlichsten Punkt des bewohnten Teils der Erde.
    Krippenfiguren vom Ende des 18. Jahrhunderts. Seit dem Ende des 15. Jahrhunderts verbreiteten sich Weihnachtskrippen von Neapel aus über die Alpen und sind seit 1600 Teil der kirchlichen Festtagskultur.
    Historische
    Reiseapotheke aus Edelholz mit kleinen Glasgefäßen.
    Deckelhumpen aus Augsburg von 1680. Elfenbein und vergoldetes Silber.
    Flasche mit Schraubdeckel vom Goldschmied Meister I. A. L., Köln um 1600. Elfenbein und vergoldetes Silber.
    Turbanschnecke und rote Koralle, vereinigt in einem prächtigen Objekt aus dem 17. Jahrhundert.
    Miniaturschuhe, die nicht zum Tragen gedacht waren aus Indonesien oder China, aus bestickter Seide, um 1680.
    Eisentür, die in das ehemalige Handschriftenkabinett führt.
    Detail des Schlüssels.
    Ehemaliges Handschriftenkabinett, eigentlich nicht zugänglich, mit wertvollen Schranken aus Holz mit Intarsien aus der Schreinerei des Klosters.
    Triptychon, ca. 15. Jahrhundert mit der Darstellung der Kreuzigung, flankiert von zwei Heiligen.
    Statue aus Holz mit der Darstellung des heiligen Gallus, einem Wandermönch und Missionar, der das Kloster Sankt Gallen gegründet hat.
    Gewölbekeller:
    Unterhalb des Klosterbibliothek befindet sich der Gewölbekeller mit einer Dauerausstellung „Gallus und sein Kloster – 1400 Jahre Kulturgeschichte“. Originalhandschriften und Objekte führen von der Einsiedlerzelle des Gallus bis zum heutigen UNESCO-Weltkulturerbe des Stiftsbezirks.
    Kapitelle
    Metamorphosen des Ovid, mit zahlreichen Anmerkungen. 1100/1150. Die Metamorphosen des antiken Autors wurden in der Schule des Klosters verwendet.
    Fotografie des
    Sankt Galler Klosterplans, um 825. Dieses bedeutendste mittelalterliche Plandokument, zeigt die Gebäude des karolingischen Reichsklosters. Der Plan umfasst 45 Gebäude und 5 Gärten.
    Zwei
    Elfenbeintafeln als Teil eines neuzeitlichen Bucheinbandes, Ende des 8. Jahrhunderts, aus dem Besitz von Karl dem Großen. Die beiden Tafeln bildeten ursprünglich ein Diptychon.
    Grosse Hartmut-Bibel, 850/875. Hartmut war Stellvertreter des Abtes und in der Zeit von 872-883 selber Abt des Klosters. Die Bibel hatte 6 Bände, dieses ist der 5. Band.
    Evangelium Longum:
    Das Evangelistar bzw. Perikopenbuch entstand um 894 im Kloster Sankt Gallen. Schöpfer waren die Mönche Sintram für die kalligraphierte Schrift und der Mönch Sangallensis Tutilo (850-913) für den Einband mit den geschnitzten Elfenbeintafeln in einem Holzkasten. Es ist 39,8 x 23,5 cm groß.
    Informationstafeln
    Vorderseite des Bucheinbandes. Aus der größten bekannten antiken Elfenbeintafel (320 × 155 mm, Dicke 9 bis 12 mm), schnitzte der Mönch Sangallensis Tutilo (850-913) dieses Relief mit der Darstellung von Christus in der Mandorla, umgeben von den 4 Evangelisten und ihren Symbolen. Christus wird flankiert von 2 Seraphim und Leuchttürmen mit Feuerfackeln. Am oberen Bildrand Sonne und Mond, personifiziert durch Sol und Luna, und am unteren Bildrand Ozean und Erde, dargestellt als Oceanus und Tellus mater. Darüber und darunter breite Streifen mit floralen Motiven. Eingerahmt wird die Elfenbeintafel von einem Eichenholzrahmen mit darauf montierten Edelmetallfassungen.
    Rückseite des Bucheinbandes, mit einer 32 x 15,4 cm großen Elfenbeintafel, die 9 bis 10 mm dick ist. Dargestellt ist die Himmelfahrt Marias und die Geschichte des heiligen Gallus mit dem Bären, dem bekanntesten Teil der Gründungslegende von Sankt Gallen. Darüber ein breites Band mit floralen Motiven.
    Zwei moderne Abgüsse der beiden verwendeten Elfenbeintafeln.
    Historischer
    Bucheinband aus Schweinsleder mit Prägungen und zwei Buchschließen.
    Historischer Bucheinband, verschlossen mit Schnüren.
    Historischer Bucheinband aus Schweinsleder, mit 2 Buchschließen. 9. Jahrhundert.
    Informationstafel zu den
    Musikhandschriften mit Neumen in der Klosterbibliothek.
    Musikhandschrift mit Neumen und einer prächtigen Initiale.
    Informationstafel zur Sankt Galler Epenhandschrift.
    Sankt Galler Epenhandschrift mit Initialen und einigen Hufnagelnoten.
    Ottonischen
    Kapitelle aus der Ottmars-Krypta, der Ruhestätte des heiligen Otmar, dem ersten Abt des Klosters Sankt Gallen.
    Schlusssteine.
    Modell des Klosterbezirks um 1750.
    Domschatz in einer der Sakristeien: der Bestand an mittelalterlichen Stücken ist gering, durch die Zerstörungen der Reformation und den Erneuerungen in der Barockzeit. Viele Preziosen wurden nach der Säkularisation verkauft. Details von liturgischen Gefässen und Kelchen.
    Modell der Klosterkirche.
    Ausstellungssaal im Stiftsarchiv des Klosters: Trotz großer Verluste werden hier noch rund 900 Urkunden und Dokumente aus der Zeit der Merowinger und Karolinger aufbewahrt. Damit ist es das älteste teilweise erhaltene Klosterarchiv.
    Blick in einen der abgedunkelten Räume des Archivs mit liegender Aufbewahrung der Dokumente.
    Informationstafel
    Reichenauer Verbrüderungsbuch: diese Gedenk- oder Verbrüderungsbücher waren zentral für die klösterliche Erinnerungskultur. Einträge machten Gemeinschaften sichtbar und ordneten die Zugehörigkeiten.
    Buch der Freunde des Klosters Sankt Gallen. Hier wurden Namen von Personen notiert, die mit dem Kloster in Verbindung standen. Durch einen Eintrag in dieses Buch erhoffte man sich die Bewahrung ihres Andenkens im Gottesdienst.
    Urkunde eines Herrschers: solche Urkunden mit Siegel regelten Besitzrechte, Neugründungen oder Verpflichtungen.
    Professbuch: es enthält die Gelübde der Sankt Galler Mönche seit der Gründung des Klosters durch Otmar. Es ist das einzige erhaltene Dokument dieser Art aus dem frühen Mittelalter.
    Vitrine mit Beispielen der in der Buchmalerei und den Urkunden verwendeten Farben.
    Projektion des karolingischen
    Sankt Galler Klosterplans. 825/826, rote Tusche und schwarze Tinte auf Pergament. 112 x 77,5 cm groß. Der Plan umfasst 45 Gebäude und 5 Gärten. In der europäischen Geschichte ist er das früheste Dokument, das einen eigenen Bau für eine Bibliothek und eine Schreibwerkstatt ausweist.
    Der originale Sankt Galler Klosterplan mit einigen Details.
    Modell des Klosters anhand des Klosterplans.
    Landkarte von Europa mit Kennzeichnung der Orte der Macht in der karolingischen Zeit, in der ottonischen Zeit, Verbrüderungen des Klosters Sankt Gallen mit Männerklöstern und Frauenklöstersn, Bischofssitze, Galluskirchen und Otmarskirchen.
    Gebäude des Klosters:
    Blick von Süden über den Gallusplatz Richtung Kloster. Chorabschluss der Stiftskirche im Westen, rechts daneben das Gebäude mit der Bibliothek in den oberen Etagen und dem Gewölbekeller darunter.
    Der
    Klosterhof mit dem nördlichen Flügel, in dem sich das Stiftsarchiv des Klosters befindet.
    Links auf der Nordseite des Klosterhofes ein Gebäude des gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum Sankt Gallen, rechts.daneben die Schutzengelkapelle Sankt Gallen. Ganz rechts der Flügel mit dem Stiftsarchiv. Dahinter der Kirchturm der Pfarrkirche Sankt Laurenzen.
    Blick von Norden auf die
    Kathedrale bzw. Stiftskirche und ihre nach Osten ausgerichtete Fassade. Nachdem die Vorgängerkirche immer baufälliger wurde, entstand im 18. Jahrhundert die Initiative, einen Neubau zu errichten. Basierend auf den Plänen von Gabriel Loser (1701-1785) und Johann Caspar Bagnato (1696-1757) führte Peter Thumb (1681-1766) zwischen 1755 und 1757 das Langhaus und die Rotunde aus. Grundsteinlegung 1756. Die Kuppelkonstruktion des Langhauses war bautechnisch schlecht ausgeführt und führte dazu, daß bereits 1773 Renovierungsarbeiten nötig wurden.
    Die Innen- und Aussendekoration wurde von Christian Wenzinger (1710-1797) entworfen und konzipiert. Die Arbeiten am Kirchenschiff waren im Sommer 1760 im Wesentlichen abgeschlossen. Die Kirchenweihe folgte 1760. Der Neubau des im Westen liegenden Chores der Kirche wurde erst 1760 beschlossen. Bis dahin diente der alte gotische Chor als Notkirche. Die Bauleitung ging dafür von Peter Thumb (1681-1766) auf Johann Michael Beer (1696-1780) über. Weitere Nebengebäude und die Türme wie auch die Innenausstattung wurden erst in den folgenden Jahren ausgeführt. Die 68 m hohen Türme wurden 1766/67 als letzte Teile des Bauwerks vollendet, im Inneren dauerten kleinere Arbeiten noch bis 1772.
    Nachdem das Benediktinerkloster 1805 aufgelöst wurde, ist die Stiftskirche seit 1847 Kathedrale des Bistums Sankt Gallen. Der barocke Neubau wurde zusammen mit dem Stiftsbezirk 1983 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.
    Die im Osten, auf die Klostergebäude ausgerichtete
    Fassade der Kathedrale hat ein niedriges pilastergegliedertes Giebelgeschoss, zwischen den beiden Türmen. In Verlängerung der Säulen stehen auf Postamenten Statuen der Heiligen Desiderius und Mauritius. Der Volutengiebel mit mehrfach geschwungenem Umriss zeigt die halbplastische Himmelfahrt und Krönung Mariens durch Christus und Gottvater. Eine zwiebelbekrönte Laterne schließt den Giebel ab. Die Fassade besitzt kein Portal. Links neben der Fassade ein Durchgang zum inneren Klosterhof.

    Der innere Klosterhof im Süden der Kathedrale mit dem Blick auf einen der Türme der Fassade, ein rundes Wasserbecken und den Eingang zur Galluskapelle. Darüber befindet sich die Bischofskapelle.
    Portal zur Galluskapelle, die 1666/67 im Erdgeschoss der fürstäbtlichen Residenz erbaut wurde. Der Zugang wird flankiert von zwei überlebensgroßen Statuen des heiligen Mauritius und des Desiderius von Vienne.
    Blick auf die zwei Kirchtürme der Stiftskirche, die dem heiligen Gallus und Otmar geweiht ist.
    Die Rotunde des Langhauses von Süden. Die Wände des Langhauses sind nur durch hohe Rundbogenfenster gegliedert. In Nischen stehen in der vorgewölbten Rotunde Statuen aus Sandstein von Christian Wenzinger. Dargestellt sind die Mönche Benedikt, Magnus, Eusebius und Notker. Darüber ein Volutengiebel mit einem Relief mit der Darstellung des heiligen Gallus.
    Nordseite der Kathedrale. .
    Der Eingang zur Kathedrale befindet sich auf der
    Nordseite der Rotunde. Sie ist ebenfalls mit Statuen von Christian Wenzinger verziert. Hier links oben Gallus mit Brot und Bär, rechts oben Otmar von Sankt Gallen, links unten Petrus mit Schlüssel und Buch, rechts unten Paulus. Über dem Hauptgesims ein Volutengiebel mit dem Wappen von Fürstabt Cölestin II. Gugger von Staudach, dem Erbauer der Kirche. Das Portal zeigt toskanische Säulen und Gebälk sowie einen Giebel mit der Büste von Christus.
    Die Türen aus Holz sind mit geschnitzten Reliefs verziert. Links Petrus und links vertreibt Christus die Händler aus dem Tempel.
    Inneres:
    Der Grundriss zeigt einen dreischiffigen Längsbau mit zentraler vorwölbender Rotunde. Langhaus und Chor bestehen jeweils aus drei breitrechteckigen Jochen. Die malerische und plastische Ausstattung zwischen Rokoko und Klassizismus ist das Werk süddeutscher Meister. Die Stuckaturen stammen von den Gebrüdern Johann Georg Gigl (1710-1764) und Matthias Gigl, die auch den barocken Bibliothekssaal verziert haben. Die Stuckreliefs sind von Christian Wentzinger (1710-1797).
    Hinter dem Eingang steht man direkt unter der zentralen Rotunde mit dem großen Deckengemälde in einer flachen Kuppel von Joseph Wannenmacher (1722-1780). Er hat auch die anderen Deckengemälde im Kirchenschiff gemalt. In der Rotunde ist die Ankunft Gottes in Gegenwart der Seligen dargestellt, während in den Kuppeln des Kirchenschiffs die Heiligen Gallus, Otmar, Magnus und Wiborada, die großen Gestalten der Geschichte des Klosters, dargestellt sind. Bauschäden machten im 19. Jahrhundert Renovierungen notwendig, in deren Zuge Antonio Moretto (1773-1833) 1819-1824 mehrere Deckengemälde neu ausführte.
    Auf der Nord- und der Südseite jeweils drei hohe Rundbögen mit beinahe wandhohen Fenstern. Die Pfeiler ragen weit in das Kirchenschiff und sind bis zum Gesims auch mit Rundbögen ausgestattet, so daß der Eindruck von Dreischiffigkeit der Kathedrale entsteht.

    Blick in den Chor der Kathedrale, der mit einem Gitter von Franz Anton Dirr (1724-1801) abgetrennt ist. Hofschlosser Josef Mayer von Bütschwil schmiedete es 1769-1771. Es ist zwar im Stil des späten Barock gehalten, zeigt aber bereits Elemente des Klassizismus. Dahinter mehrere Altäre und Chorgestühl. Die vier Altäre in der Rotunde und ihre Figuren schuf Fidelis Sporrer (1731-1811). Der Hauptaltar im Hintergrund ist wegen der Karwoche mit einem Tuch verdeckt.
    Details der ausgemalten, halben Kuppel über dem Hauptaltar. Zwei Engel halten eine goldfarbene Krone. Darüber eine Uhr, umgeben von Rocailles.
    Neben dem Chorgitter und rund um die Rotunde, befinden sich insgesamt 8 rechteckige Reliefs von Christian Wenzinger (1710-1797). Sie entstanden 1757-1759 und stellen das Leben des heiligen Gallus dar. Hier das „Messopfer der Gerechtigkeit“ und „Der heilige Gallus zertrümmert Götzen in Tuggen“.
    Blick Richtung Westen, durch die Bögen der Pfeiler, die auf der Nord- und der Südseite wie ein schmales Seitenschiff wirken.
    Blick durch das Langhaus Richtung Chor. In den Kuppeln des Kirchenschiffs sind die Heiligen Gallus, Otmar, Magnus und Wiborada dargestellt.
    Die
    Kanzel an einem Pfeiler auf der Nordseite wurde von Franz Anton Dirr (1724-1801) 1786 angefertigt. Der Entwurf stammt von Josef Anton Feuchtmayer (1696-1770).
    Details der Kanzel mit sitzenden Statuen der vier Evangelisten am Kanzelkorb. Außerdem goldfarbene Reliefs mit Darstellungen aus den Leben des heiligen Gallus, Otmar, Notker und Eusebius. Oben auf dem Schalldeckel Putten und die Statue des Guten Hirten.
    Blick von der Rotunde, vorbei an der Kanzel Richtung Westen. Am Ende des Langhauses die
    Orgelempore mit Orgel. Die Orgelempore wird von toskanischen Säulen getragen und wurde in klassizistischen Formen von Josef Simon Moosbrugger (1774-1831) um 1808-1810 geschaffen.
    Orgel: beide Chororgeln wurden 1768 und 1770 von Viktor Ferdinand Bossard (1699–1772) gebaut und 1825 von Franz Anton Kiene (1777-1847) umgebaut und erweitert. 1966/67 wurden die Instrumente durch Mathis Orgelbau (Näfels) restauriert und rekonstruiert. Teile des ursprünglichen Orgelprospekts wurden in der Front des heutigen Instruments von 1967 wiederverwendet.
    Informationstafel zum Deckengemälde mit der heiligen Wiborada.
    Barocke Beichtstühle aus Holz von Joseph Anton Feuchtmayer (1696-1770). Sie wurden ab 1761 aufgeführt. In den von Rocailles umgebenen Bekrönungen über dem Beichtstuhl befinden sich jeweils Reliefs mit unterschiedlichen Darstellungen und vereinzelt auch vollplastische Büsten.
    Blick von der
    Gallusstraße in die Marktgasse mit der Westfassade des im Norden des Klosterbezirks liegenden, reformierten Kirche Sankt Laurenzen. Links ein Fachwerkbau mit der „Wirtschaft zur Alten Post“.
    Details der „Wirtschaft zur Alten Post“.
    Kirche Sankt Laurenzen:
    Informationstafeln
    Der erste, von mehreren Vorgängerbauten entstand um 850 und war vermutlich eines Grabkapelle. Dies ergaben archäologische Grabungen. Bereits der zweite Bau aus der Jahrtausendwende, war wohl bereits dem heiligen Laurentius geweiht. Nach dem Stadtbrand 1314 entstand erst 99 Jahre später eine spätgotische, dreischiffige Kirche3.
    Die Kirche war über Jahrhunderte das politische, religiöse und gesellschaftliche Zentrum der Stadtrepublik Sankt Gallen und hat die Geschichte der Stadt nachhaltig geprägt. Noch heute ist sie der Versammlungsraum der Ortsbürger der Stadt. Die Kirche ist dem heiligen Laurentius von Rom geweiht. Bereits 1235 hatte die Kirche den Rang einer Pfarrkirche. Zu dieser Zeit unterstand sie aber noch der Fürstabtei. 1413 ging das Kirchenregiment an die Stadt über und der Abt hatte nur noch die formelle Belehnung und die Präsentation an den Bischof von Konstanz zu leisten. Trotzdem blieb die Lage zwischen Abtei und Stadt über viele Jahre angespannt.
    Unter dem Humanisten und Bürgermeister Joachim Vadianus (1484-1551) trat die Stadt der Reformationsbewegung bei und 1528 wurde ein Verbot für die katholische Messe für das ganze Stadtgebiet ausgesprochen. Alle Bilder und Statuen von Heiligen wurden daraufhin aus der Kirche entfernt. So lag nun diese reformierte Kirche wenige Schritte vom Zentrum des Fürstbistums entfernt. In späterer Zeit (ca. 1566) gab es sogar eine Scheidemauer. Erst im 20. Jahrhundert näherten sich die beiden Konfessionen an.
    Das Erscheinungsbild der heutigen Kirche entstand 1845 nach Plänen von Johann Georg Müller (1822–1849). Er erarbeitete umfangreiche Erneuerungen und Renovierungen, da das Gebäude seit Anfang des 19. Jahrhunderts sehr baufällige geworden war. Die Pläne wurden in veränderter Form von Johann Christoph Kunkler (1813-1898) 1851-1854 ausgeführt, da Müller bereits verstorben war. Die Westfassade wurde total neu gestaltet. Die Arkaden der Kirchenschiffe und der Empore sowie Teile der Umfassungsmauer wurden beibehalten. Der Turm wurde teilweise abgetragen und nach Plänen des Architekten Ferdinand Stadler (1813-1870) im neugotischen Stil neu errichtet. Im Glockengeschoss sind spitzbogige Schallarkaden. Das Mittelschiff wurde erhöht und mit einer zusätzlichen Fensterreihe über den Seitenschiffen ausgestattet.
    Die neue
    Westfassade ist im neugotischen Stil, mit Blendarkaden mit Maßwerk neben dem Spitzbogenportal. Darüber ein großes Fenster mit Maßwerk.
    Inneres:
    Es handelt sich um eine flachgedeckte Pfeilerbasilika mit an den Längsseiten angebauten Emporentrakten. Diese Emporen ruhen auf nach aussen offenen Arkaden, den ehemaligen «Fischbänken», welche aber nach innen geschlossen sind. Die Kirche besitzt im Erdgeschoss drei und in den Emporenbereichen fünf Schiffe.An Ende des
    Mittelschiffs befindet sich, ohne Chorbogen, der einschiffige, rechteckige Chor. Hier befindet sich eine Orgelempore mit einer, die Breite des Chores einnehmenden Orgel. Nach Vorgängerorgeln, erbaute 1856 Martin Braun (1808-1892) diese Orgel mit neugotischem Gehäuse, basierend auf einem Entwurf des Architekten Johann Christoph Kunkler (1813-1898). Die heutige Orgel stammt vom Orgelbau Kuhn aus dem Jahr 1979 und wurde mehrfach erweitert, zuletzt 2023.
    Hinter der Orgel im Chor befindet sich ein farbiges Glasfenster von 1852, mit der Darstellung des letzten Abendmahls.
    Neugotische Kanzel aus Holz.
    Blick durch das Mittelschiff auf das nördliche Seitenschiff und die Emporen.
    Orgelempore im Westen mit der neuen Orgel, dem Principalwerk von 2025. Auch hier ein Fenster mit neugotischem Maßwerk.
    Blick auf die südwestliche Empore, verziert mit blau hinterlegtem Maßwerk an der Brüstung.
    Farbiges Relief eines Wappens an einer Hauswand.
    Spisergasse, nördlich des Klosters gelegen, ein im Mittelalter wichtiger Handelsweg. Im 17. und 18. Jahrhundert war es eine gute Adresse für wohlhabende Bürger und so wurden die über mehrere Etagen reichenden Erker reich verziert. Sie zeigen farbige Reliefs und geschnitzte Konsolen.
    Details der Erker.
    Historisches Portal in der
    Turmgasse 1, im Norden der Kirche Sankt Laurenzen. Flachrelief über dem Rundbogen. Es zeigt florale Motive, ein Wappen, einen Hasen und ein kleines Kind.
    Erker mit Wasserspeiern aus Metall am Dach. Darüber ein Relief mit Wappen und der Jahreszahl 1505 an der Fassade.
    Gallusstraße und Gallusplatz westlich und nördlich des Klosterbezirks:
    Historische Gebäude an der Gallusstraße. Fachwerkbau und dahinter die Touristeninformation.
    Zwei reich geschnitzte Erker aus Holz.
    Rathaus bzw. Stadthaus in der Gallusstraße 14. Es befindet sich in einem Handelshaus aus dem 16. Jahrhundert.

  • Überfahrt von Konstanz nach Meersburg:
    Blick auf die schneebedeckten Schweizer Berge
    Blick auf die Klosterkirche Birnau, nördlich von Uhldingen, am Nordufer des Bodensees.
    Autofähre

  • Blick auf Meersburg:
    Die Burg liegt am Fähr-Übergang der wichtigen Straße zwischen Oberschwaben über Konstanz nach Rätien in der Schweiz. Zur Burg, die evt. Bereits auf merowingische Ursprünge zurückgeht, gehörte bereits sehr früh eine kleine Siedlung. Seit Mitte des 11. Jahrhunderts gehörte sie königlichen Lehnsherren und ging dann in den Besitz der Bischöfe von Konstanz über. 1233 erhielt der Ort das Marktrecht und 1299 das Stadtrecht. Zur selben Zeit entstand unterhalb der Burg am Seeufer durch Aufschüttung ein großer Marktplatz. 1509 entstand unterhalb der Burg ein Getreidespeicher und ein Hafen, sowie die Erweiterung der Siedlung zur Unterstadt. Im Jahr 1526 siedelte der bischöfliche Hof des Bischofs Hugo von Hohenlandenberg ins Alte Schloss von Meersburg über, weil sich Konstanz als Freie Reichsstadt 1519/1523 der Reformation angeschlossen hatte. Meersburg gehörte aber zum Territorium des Stifts Konstanz. Die Burg Meersburg war bis zur Fertigstellung des Neuen Schlosses 1750 ständiger Wohnsitz des Konstanzer Bischofs. Vor allem das 18. Jahrhundert prägte mit dem Bau aus Neuem Schloss (ab 1710–1712), Priesterseminar (1725/29–34) und Reit- oder Stallhof (um 1760) das barocke Panorama Meersburgs am Steilufer zum Bodensee.
    Links das Alte Schloss, rechts daneben das barocke Neue Schloss.
    Das gelbe Gebäude ist heute das Staatsweingut Meersburg und war früher der Reits- und Stallhof. Rechts daneben das Droste-Hülshoff-Gymnasium, war ehemals das Priesterseminar. An der Uferpromenade die Häuser der Unterstadt.
    Oberstadt:
    Fachwerkbauten aus dem 16. Jahrhundert in der Winzergasse.
    Flötenspieler-Brunnen, 1970 von Werner Gürtner (1907-1991) geschaffen. Dargestellt ist ein Flöte spielender Junge.
    Kirche Mariä Heimsuchung:
    Von einer Vorgängerkirche aus dem 13. Jahrhundert ist ein Turm erhalten, der auch mal Teil der Stadtbefestigung war. Die Saalkirche wurde 1827-1833 neu erbaut, nachdem die Vorgängerkirche 1824 abgerissen worden war.
    Blick von der Stettenerstraße auf die Westfassade, mit dem Glockenturm.
    Blick auf den Chor mit dem davor befindlichen Caspar Miller Gedenkstein. Am Geländer an der Treppe zur Sakristei, Osterschmuck aus bunten Eiern.
    Relief eines Greifen.
    Inneres:
    Der Kirchenraum ist im klassizistischen sogenannten „Weinbrenner-Stil“ erbaut, benannt nach dem Architekten Friedrich Weinbrenner (1766-1826).
    Hauptaltar und Nebenaltäre sind wegen der Karwoche geschlossen oder mit einem Tuch verdeckt. Die beiden Statuen an den Seitenflügeln des Hauptaltars, sind die Beiden Patrone des früheren Bistums Konstanz, der heilige Konrad und der heilige Pelagius.
    Deckengemälde im Stil und Zeigeist der späten 1930er Jahre.
    Unterhalb der Fenster mit Rundbogen an einer Wand ein barockes Epitaph für den fürstbischöflichen Kanzler Friedrich Willibald Balbach von Gastel († 1754), von Dominikus Hermenegild Herberger (1694-1760), 1759.
    Blick nach Westen zur Orgelempore mit Orgel. Überwiegend aus dem Pfeifenmaterial der Vorgängerorgel von 1972 von Eugen Pfaff, wurde 2014 durch den Orgelbauer Josef Maier eine technisch neuere Orgel erbaut.
    Unter der Empore eine Pietá geschaffen 1920 von der Kunstwerkstätte Mezger aus Überlingen.
    Dr.-Moll-Park: im Norden von Meersburg, südwestlich der Kirche, zwischen Stettener Straße und Steigstraße gelegen, mit guten Blick auf die Nordseite des Alten Schlosses und die darunter liegende Unterstadt. In der Mitte der Dagobertsturm mit Staffelgiebeln, die der Fürstbischof Hugo von Hohenlandenberg (1457-1532) errichten ließ. Im Westen zwei Rundtürme.

    Westseite des Alten Schlosses mit zwei Rundtürmen. Direkt unterhalb der Meersburg auf der Nordseite die Steigstraße.
    Blick durch den Dr.-Moll-Park zurück zur Kirche Mariä Heimsuchung.
    Haus oberhalb des Weinberges, nördlich der Stettener Straße, Himmelbergweg 1.
    Blick über den Bodensee Richtung Konstanz im Südwesten.
    Blick von oben auf das Hotel Wilder Mann am Bismarckplatz.
    Blick auf die
    Unterstadt mit dem Unterstadttor. Es wird auch Niedertor oder Kugelwehrtor genannt. Es entstand etwa 1250 und ist das älteste erhaltene Stadttor von Meersburg.
    Historische Gebäude mit der Stadtbücherei in der Straße Am Stadtgraben.
    Schmiedeeiserne Laterne an einer Hauswand.
    Stadttor zur Oberstadt, genannt
    Obertor. Es entstand um 1300 direkt an der Handelsstraße Richtung Ravensburg. Vorgelagert war ein Brückenhaus, welches 1838 abgerissen wurde. Bereits 1477 befand sich hier eine städtische Uhr, da im Gegensatz zur Landwirschaft, die Stadtwirtschaft einen differenzierteren Tagesablauf benötigte. Sie zeugt vom Selbstbewusstsein der Bürger, da nicht mehr die Kirche die Tageseinteilung vorgab. Rechts daneben eine der ältesten Trinkstuben in Meersburg, der „Bären“. Sie wird 1456 erstmals als Zunftstube urkundlich erwähnt. 1605 erfolgt ein Neubau mit Staffelgiebel und Erker zum Marktplatz. 1688 wurde das Gasthaus Poststation der Thurn und Taxis. Seit 1851 Privatbesitz.
    Blick durch das Obertor auf den Marktplatz, der hier eher einer Straße gleicht.
    Portal von 1605 „Zum Bären“ mit einem gesprengten Giebel.
    Namensschild aus Schmiedeeisen vom „Hotel Bären“.
    Durchblick in einen Hof beim „Hotel Bären“.
    Gegenüber der Eingang zum „Hotel Löwen“ mit einer goldfarbenen Statue eines Löwen über der Tür.
    Marktplatz mit historischen Gebäuden und Fachwerkbauten.
    Auf der Südseite des Marktplatzes das
    Rathaus von Meersburg. Vor dem historischen Haus mit Staffelgiebel der Markplatzbrunnen mit Trinkwasser.
    Durchgang durch das Rathaus mit Blick auf den Schlossplatz und einen Fachwerkbau.
    Das Rathaus wurde zwischen 1551 und 1582 errichtet. 1582/83 wurde es um einen Ratssaal erweitert, da man vorher vermutlich in anderen Gebäuden versammelt hatte. Im 18. Jahrhundert wurde das Gebäude um ein Stockwerk erhöht und der Rathaussaal barockisiert. Der Ratskeller, der im ehemaligen Weinkeller eingerichtet worden war, nahm 1936 seinen Betrieb auf.
    Historisches Gebäude in der Vorburggasse, neben dem Rathaus.
    Portal des ehemaligen
    Rodt’schen Palais, mit gesprengtem Giebel und einem Relief mit dem Wappen von Fürstbischof Marquard Rudolf von Rodt, der das Haus 1700 erbauen ließ, also noch vor der Erbauung des Neuen Schlosses. Schlossplatz 11. Erbaut 1700 im Auftrag von Fürstbischof Marquard Rudolf von Rodt.
    Farbiges Relief am
    Roten Haus Schlossplatz 13, in dem sich heute die Galerie Bodenseekreis befindet. Erbaut um 1623 von Bürgermeister Matthias Rassler (1589-1646). Während der Regierungszeit der Fürstbischöfe dienste es als Hofkanzlerhaus.
    Historische Häuser am Schlossplatz an der Einmündung der Vorburggasse.
    Neues Schloss:
    Das Neue Schloss war von 1750 bis zur Aufhebung des Bistums 1803 die Residenz der Fürstbischöfe von Konstanz. Vorher war es der sogenannte Stauffenbergsche „Neue Bau“, der von 1710-1712 unter Bischof Johann Franz Schenk von Stauffenberg nach Plänen vom Architekten Christoph Gessinger (1670-1734) errichtet worden war. Ab 1740 wurde der Bau den Erfordernissen einer Residenz angepasst, indem der Baumeister Johann Georg Stahl (1687-1755) aus Bruchsal nach Plänen von Balthasar Neumann (1687-1753) ein repräsentatives Treppenhaus einfügte. 1741-1743 folgte der Einbau der Schlosskapelle, ebenfalls nach dem Entwurf von Balthasar Neumann.

    Von 1759-1762 wurde das Neue Schloss erneut umgebaut, die baufällige Treppe wurde erneuert und die barocke Fassade zum Schlossplatz erhielt eine neue Gestaltung. Die Fenster wurden vergrößert und mit Stuckierungen umgeben. Geschwungene Aufsätze auf den Giebels verliehen der Fassade den Stil des Rokoko. Nach Süden hat das Schloss eine Barockfassade und einen vorgelagerten Terrassengarten mit Blick auf den See.
    Informationstafel zum Neuen Schloss.
    Ausschnitt des Pozzi-Plans von 1740. An der Stelle der Schlosskirche befand sich damals ein Pferdestall. Links unten angeschnitten das Alte Schloss.
    Fassade des Neuen Schlosses zum Schlossplatz im Norden.
    Detail eines Fensters mit einem farbigen Relief mit Wappen darüber und einem schmiedeeisernen Balkongitter davor.
    Details des Giebels mit einer Uhr und einem Relief mit der Darstellung von Chronos.
    Portal der
    Schlosskapelle:
    Die Schlosskapelle entstand unter Fürstbischof Damian Hugo Graf von Schönberg 1741-1743 und ist jetzt die evangelische Pfarrkirche der Stadt. Wegen der Gegebenheiten des Schlosses ist sie in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet. Die Ausstattung ist das Werk des Freskenmalers Gottfried Bernhard Göz (1708-1774) aus Augsburg und des Stuckateurs Joseph Anton Feuchtmayer (1696–1770). Der vollstängi in Weiß gehaltene Stuck bietet einen kräftigen Kontrast zu dem farbigen Stückmarmor.
    Altar mit Kruzifix, Gottvater und der Taube des Heiligen Geistes.
    Das Deckengemälde von Gottfried Bernhard Götz (1708-1774) zeigt über dem Altar die Einsiedler Engelweihe (Christus nimmt nach der Legende 948 selbst die Konsekration der Kirche Einsiedeln vor). Rechts unten der Konstanzer Bischof Sankt Konrad mit den Gesichtszügen von Hugo Damians von Schönborn. Das Gemälde entstand 1740.
    In der Mitte des Kirchenschiffs kleine vorspringende Emporen, sogenannte Oratorien. Links die mit Stuck verzierte Kanzel. Die Bildnisse der Apostel in den Medaillons an den Pfeilern stammen von Andreas Brugger (1737-1812), der um 1768 die Ausstattung der Kirche im Rokoko-Stil realisierte.
    Das rechte, heute verglaste Oratorium ist eine heute nicht mehr zugängliche Verbindung zum Neuen Schloss für den Fürstbischof.
    Hinter den Oratorien links ein ebenerdige Kanzel, wie ein Rednerpult, rechts ein Taufbecken.
    Blick auf die Orgelempore mit der Orgel. Die Empore wurde 1759-1762 im Auftrag von Fürstbischof Franz Conrad von Rodt eingebaut. Die Orgel 1876 eingebaut, 1950 erweitert und dann 1978 durch eine Orgel von Fritz Weigle ersetzt.
    Informationstafeln zu den Fürstbischöfen von Meersburg und der Meersburger Hofkunst.
    Inneres des Neuen Schlosses:
    Blick in das ab 1740 entstandene
    Treppenhaus. Geschaffen von Baumeister Johann Georg Stahl (1687-1755) aus Bruchsal nach Plänen von Balthasar Neumann (1687-1753). 1759/60 musste die Treppenanlage von Franz Anton Bagnato (1731-1810), wegen schlechter Fundamentierung, neu errichtet werden. Über zwei Etagen führt das Treppenhaus vom Untergeschoss durch ein Vestibül hoch zur Beletage mit dem Festsaal. Löwen, Statuen von Göttern und Vasen aus Sandstein, sowie ein schmiedeeisernes Geländer dienten der Repräsentation. Das Geländer von 1762 stammt vom Schlosser Johannes Oberhofer. Von ihm stammt auch das Geländer am Balkon der Fassade.
    Das Deckengemälde wurde vom kurmainzischen Hofmaler Joseph Ignaz Appiani (1706-1785) 1761 gemalt. Es zeigt die Verherrlichung von Fürstbischofs Franz Conrad von Rodt und dem Hochstift Konstanz.
    Beletage mit Prunkräumen und Museum:

    Statuen aus Holz vom heiligen Aloysius (links) und dem heiligen Stanislaus Kostka. Beide Figuren sind von Dominikus Hermenegild Herberger (1694-1760) oder seiner Werkstatt.
    Wappen von Fürstbischof Kasimir Anton von Sickingen von 1743.
    Fürstbischöflicher Wandkalender mit einem Bildnis des Bischofs Franz Conrad von Roth. Dargestellt sind auch die wichtigsten Orte des Hochstifts, wie Reichenau, Meersburg, Schloss Hegne und Öhningen. Die Zeichnung ist von J. W. Baumgartner. Kupferstich von 1751 aus Augsburg.
    Kupferstich mit historischer Ansicht von Meersburg.
    Gemälde mit dem Bildnis von Balthasar Neumann, 2. Hälfte 18. Jahrhundert, Öl auf Leinwand.
    Östliche Appartments der Fürstbischöfe:
    Schlafzimmer und Retirade bzw. Toilettenzimmer mit einem Leibstühl, sind die privaten Räume des Bischofs. Das Schlafzimmer ist auch ein Arbeitszimmer mit einem Schreibmöbel bzw. Sekretär.
    Angrenzend das Porzellankabinett, ein persönlicher Rückzugsort.
    Die offiziellen Räume sind das Audienzzimmer und Vorzimmer mit historischen Möbeln und Tapisserien mit der Darstellung von Jagdszenen. Die Tapisserie-Serie ist eine Reproduktion der sogenannten „Chasses des Maximilien“. Die ursprüngliche Serie war im 16. Jahrhundert in Brüssel nach Entwürfen von Bernard van Orley herstellt worden. Sie gelangten unter Fürstbischof Franz Conrad von Rodt in das Neue Schloss. Im Audienzzimmer und Vorzimmer sind die Supraporten von Andreas Brugger, entstanden um 1768.
    Festsaal, das Zentrum der Beletage. Der Saal ist über zwei Geschosse angelegt. Die Stukkaturen an den Wänden sind im Stil des späten Rokoko gehalten und sind von Carlo Luca Pozzi (1734-1812). Spegel, vergoldete Profilrahmen, florale Motive und Medaillons mit Bildnissen antiker Imperatoren verleihen dem Saal einen festlichen, repräsentativen Charakter. Reliefs zeigen goldfarbene Musikinstrumente und Putten symbolisieren durch ihre Attribute verschiedene Künste.
    Das Deckengemälde von Giuseppe Appiani von 1762 stellt die göttliche Vorsehung um die Gestalt der „Divina Providentia“ dar. Es sollte die unter göttlichem Beistand stehende fürstbischöfliche Regierung gezeigt werden.
    Blick auf den zum See hin gelegenen Terrassengarten.
    Westliche Räume mit Ausstellung: Hier befanden sich die Gesandtenappartements.
    Informationstafeln zur Jagd und der Sammlung von Jagdwaffen
    Radschlossbüchse von einem Paar, um 1660. Am gepunkteten Schaft eine Intarsie aus Bein mit einem Wappen von Franziskus Johannes Bischof von Konstanz.
    Radschlossbüchse, datiert 1672. Eingefärbte Einlage aus Bein mit Jagdszenen. Wohl für Fürstbischof Franz Johann von Prasberg gefertigt.
    Barocker Ofen in einer Rundbogennische mit Stuck.
    Detail eines Stuckreliefs an der Decke mit der Darstellung eines Pfeife rauchenden Putto ohne Flügel.
    Stuckreliefs an der Decke und eine Supraporte im ehemaligen Vorzimmer, heute Jagdzimmer.
    Jagdhorn mit einer Schallöffnung in der Form eines Vogelkopfes. Lyon um 1800.
    Deutsche Armbrust für die Jagd, um 1600. An den Seiten mit Elfenbein belegt.
    Barocker Ofen in einer Rundbogennische mit Stuck.
    Informationstafel zur Musik am Hof der Fürstbischöfe
    Violine von Sebastian Wagner, 1770.
    Prunkgefäß aus Elfenbein, 17. Jahrhundert. Fassung aus silberfarbenem Metall von Johann Jakob Adam 1765-1767 aus Augsburg. Dargestellt ist der Triumphzug des Bacchus mit dem zu opfernden Ziegenbock oben auf dem Deckel.
    Informationstafel zum Fürstbischöflichen Naturalienkabinett. Im Zeitalter der Seefahrer und Entdecker kam das Sammlen von Gegenständen der Natur immer mehr in Mode.
    Vitrine mit zahlreichen Muscheln und Schnecken.
    Schützenpokal mit fürstbischöflichem Wappen, Augsburg 1778 von Meister Sebald Heinrich Blau aus Silber und Messing. Geschenk an die Meersburger Schützengilde von Fürstbischof Maximilian Christoph von Rodt.
    Geometrischer Grundriss von Meersburg, der sogenannte Waldmannplan von Walter Buchmeier. Es ist eine Kopie eines Plans von 1810 von Kaspar Waldmann. Links mit Buchstaben bezeichnet die fürstbischöflichen Gebäude und rechts mit Zahlen die Gebäude der Stadt.
    Informationstafel zum Ende des Fürstbistums Konstanz.
    Informationstafel mit stilisierten Landkarten zum Gebiet des heutigen Baden-Württemberg von 1800 und 1815 mit Kennzeichnung der weltlichen und geistlichen Herrschaften.
    Barocker Schlossgarten: gestaltet nach Wiener Vorbildern von Christoph Gessinger (1670-1735) während der Regierungszeit des Bischofs von Konstanz, Johann Franz Schenk von Stauffenberg bzw. Johann Franz II. Mit einem belvedereartigen Aufgang, war der Garten auf das Alte Schloss bezogen. Die obere Terrasse liegt vor der Gartenfassade des Neuen Schlosses. Auf der unteren Terrasse befand sich ursprünlich eine Orangerie und ein Gartenpavillon. Dieser hat sich bis heute erhalten.
    Blick auf die obere Terrasse mit beschnittenen, niedrigen Buchsbaumhecken und die Fassade des Neuen Schlosses.
    Detail der Fassade mit dem farbigen Relief eines Wappens am Giebel. Außerdem Statuen von Göttern, zum Beispiel Justitia und Vasen.
    Blick über den Garten zum Alten Schloss.
    Informationstafel zum Gartenpavillon.
    Blick auf die untere Terrasse und den Gartenpavillon. In Hintergrund das rote Gredhaus und einen Teil der Hafenmole.
    Teil der Hafenmole mit der magischen Säule von Peter Lenk, 2007.
    Blick vom Schlossgarten auf das Alte Schloss, die Unterstadt und die Brücke, die vom Schlossplatz, über einen 14 m tiefen Burggraben, hinüber zum Alten Schloss führt. Im Hintergrund historische Häuser und Fachwerkbauten, sowie der Turm der Kirche Mariä Heimsuchung.
    Im Osten des Alten Schlosses der Eingang mit der Brücke.
    Die zweiläufige Freitreppe zum Schlossgarten vom Alten Schloss aus.
    Schmiedeeisernes Tor vor der Treppe.

    Blick vom Schlossplatz auf die Treppenanlage mit schmiedeeisernem Tor, Statuen aus Stein und einem farbigen Relief mit dem Wappen von Johann Franz von Stauffenberg.
    Detail des farbigen Wappens.
    Denkmal für Annette von Droste-Hülshoff, Büste aus Metall.
    Altes Schloss:
    Deutschlands älteste noch bewohnte Burg. Die Burg steht an einem Südhang auf der Nordseite des Bodensees, 440 m über dem Meeresspiegel.
    In einer der denkbaren Theorien über die Erbauung, geht man davon aus, daß sich hier bereits um 630 eine Burg von Dagobert I., dem König der Merowinger befunden hat. Nach ihm ist auch der im Zentrum der Burg gelegene Dagobertturm benannt. Bausubstanz aus dieser Zeit hat sich aber nicht erhalten. Die früheste urkundliche Erwähnung der Meersburg ist ein Dokument aus dem Jahr 1147 mit der Nennung einer „Merdesburch“.
    Eine andere Theorie geht von der Erbauung im 12. oder 13. Jahrhundert aus, da das Megalithquadermauerwerk des Dagobertturms mit anderen Bergfrieden aus dem 12. und 13. Jahrhundert in der Region vergleichbar ist.
    Ab 1211 war die Meersburg bzw. das Alte Schloss Residenz von 44 Fürstbischöfen von Konstanz und wurde mehrere Male belagert. Nach 1750 dienste die Burg nur noch Verwaltungszwecken, da inzwischen das Neue Schloss entstanden war.
    Durch die Säkularisation 1802 fiel die Meersburg an das spätere Großherzogtum Baden.
    1837 rettete Joseph von Laßberg (1770-1855) das Alte Schloss vor dem Verfall und dem Abriss, indem er es kaufte und 1838 mit seiner Frau Maria Anna von Droste zu Hülshoff dort einzog. 1841 zog auch ihre Schwester, Annette von Droste-Hülshoff dort ein und verbrachte dort ihre letzten Lebensjahre. 1914 wurde das Alte Schloss an Carl Heinz Mayer von Mayerfels (1825-1883) verkauft, der hier ein Mittelaltermusem einrichtete und es für Besucher öffnete. Er ließ die Burg und den Rittersaal renovieren. Bis heute befindet sich die Burg in Privatbesitz.
    Informationstafel mit Grundriss. Rechts die Brücke Richtung Neues Schloss, links der quadratische Dagobertturm und die beiden Rundtürme im Westen.
    Informationstafeln zur Geschichte des Alten Schlosses.
    Blick auf die
    Fassade im Osten der Meersburg bzw. des Alten Schlosses, mit der Brücke zum Eingang.
    Über dem Eingang an der Vorburg bzw. dem Torbau, ein Kruzifix flankiert von Maria mit dem Jesuskind und dem heiligen Georg aus dem 15. Jahrhundert.
    Blick von der Brücke zur Burg auf Teile der Oberstadt mit historischen Häusern und Fachwerkbauten. Rechts unten ein riesiges Wasserrad und die Schlossmühle.
    Runder Burgturm neben der Schlossmühle.
    Inneres:
    Ritterrüstung im Eingangsbereich
    Inneres des
    Torbaus. An einer Wand ein spätgotisches Kruzifix mit Maria und Johannes. Darunter kleine Kanonen und darüber lederne Feuerlöscher. Links die Tür mit Rundbogen zur Stube des Torwarts.
    Kleiner Brunnen an der Wand.
    Blick zurück zum Eingang mit dem Wellbaum, mit dem die ehemalige Zugbrücke hochgezogen werden konnte.
    Zwei mittelalterliche Statuen, ein Mönch und ein Ritter, auf sitzenden Löwen.
    Türsturz mit der römischen Zahl 1658. Darüber ein barock anmutendes Relief mit der Darstellung der Himmelfahrt Mariens. Eventuell der Zugang zu einer Kapelle.
    Daneben ein Weihwasserbecken aus Metall an einer Wand. Darüber aus Stein Reliefs mit Wappen.
    Offener Durchgang mit Malereien und Schilden an den Wänden.
    Blick in den Burggarten. Rechts die Wappenfigur der Stadt Meersburg, der „Wilde Mann“ am inneren Torbogen.
    Dürnitz, ein Raum im hochmittelalterlichen Wohntrakt, gleich neben dem Eingang zur Burg. Der Raum ist einer der ältesten Räume der Burg. Die Mauerdicke beträgt hier 2,2 bis 2,5 Meter. Zwei kleine Fenster öffnen sich zum Eingang. Eine niedrige Holzbalkendecke aus dem 14. Jahrhundert, wird von einem mittleren Unterzug mit einem Pfeiler aus Holz gehalten. Hier waren früher die Wachen untergebracht. Die Stühle aus Holz sind im Stil der damaligen Zeit rekonstruiert.
    Wandmalereien
    Türklopfer
    Blick vom Treppenhaus in den Burggarten mit dem Marienbrunnen. Auf einer Säule eine Statue Marias aus Metall aus der Zeit des Rokoko.
    Barockes
    Treppenhaus von 1710, entstanden unter Fürstbischof Johann Franz II. bzw. Schenk von Staufenberg (1658-1740). An den Wänden Geweihe.
    Oberer Bereich des barocken Treppenhauses mit zahlreichen Geweihen, Gehörnen und Waffen an den Wänden. Es zeugt von der Jagdleidenschaft der Fürstbischöfe.
    Neben den Jagdtrophäen in historischen Vitrinen historische Jagdwaffen, wie zum Beispiel Hirschfänger (16.-18. Jahrhundert), Armbrüste, sogenannte Schnepper für die Vogeljagd aus dem 16. Jahrhundert, Jagdspeere und Jagdschwerter um 1500 und zwei Jagdhörner.
    Über einem Kamin aus Marmor ein Gemälde mit der Darstellung von Maria mit dem Jesuskind. Darüber ein Kruzifix in der Mitte eines Geweihs, so wie es der Legende nach dem heiligen Hubertus erschienen sein soll.
    Palas: in diesem Hauptwohnraum, wie er in jeder Burg existierte, fand das gesellschaftliche Leben der Burgherren statt. Durch die 3 m dicke Mauer konnte dieser Raum, entgegen der sonst üblichen Positionierung, an der Hauptangriffsseite erbaut werden. Die Fenster sind später, 1509 vergrößer worden. Holzbalkendecke und ein frühgotischer Schrank.
    Oberhalb des Kachelofens aus dem 17. Jahrhundert, eine Malerei auf Stoff, mit der Darstellung von Konradin, dem letzten Staufer auf der Burg, mit seinen Freund Friedrich von Baden auf der Falkenjagd.
    Auf der Seite zum Burghof, dem jetzigen Burggarten, laden Fenstersitze zum Verweilen ein. Der Raum zeigt die Beschaffenheit um 1300. An den Wänden Malereien auf Stoff, nach Motiven aus der Manessischen Liederhandschrift.
    Neben der Tür zum nächsten Raum eine Statue aus Holz des heiligen Michael, um 1420.
    Gotisches Gemach vom Ende des 15. Jahrhunderts. Es war die Schreibstube des Burgkaplans. Von der Holzbalkendecke hängt ein gotischer Leuchter aus Metall. Links neben der Tür ein Gemälde aus gotischer Zeit mit der Darstellung der Erweckung des Lazarus und ein Kachelofen.
    Tisch und geschnitzter Stuhl mit hoher Lehne unter einem Bücherbord mit mehreren in Schweinleder gebundenen Büchern. Auf dem Tisch in einer Vitrine ein aufgeschlagener historischer Druck mit Stichen.
    Zwischen den Fensterneine gotische Figur aus Holz des heiligen Georg, dem Patron der Ritter.
    Mit floralen Reliefs geschnitze gotische Sitztruhe aus Holz. Darüber der Flügel eines italienischen Altars mit der Darstellung der Heiligen Jakobus und Johannes.
    Raum aus der Zeit der Renaissance: geschnitzte Möbel um 1620 und ein Ulmer Schrank, ein großer zweitüriger großer Schrank mit prächtig dekorierter Schmuckfront.
    Details der Möbel aus Holz mit Intarsien.
    Tisch mit geschnitzten Stühlen. Dahinter ein Gemälde mit einem Porträt.
    Detail einer Halterung aus Metall für ein Schlüsselbund.
    Kachelofen mit der Darstellung des Landlebens als Reliefs. An den Ecken Hermen.
    An der Decke ein Leuchter mit Lüsterweibchen und Wappen.
    Küche der Burg, auf der Angriffsseite der Burg, hinter 3 m dircken Mauern positioniert. Im Hintergrund der Durchblick zum Palas. Zahlreiche historische Küchengeräte und am Fenster ein alter Ausgussstein.
    Brunnenstube: Offene Eingangshalle mit dem Burgbrunnen. Der 40 m tiefe Brunnen wurde 1334 angelegt und reicht hinunter bis zum Bodensee.
    Blick in den Brunnenschacht.
    Zwei Gemälde auf Holz mit der Darstellung von Maria mit dem Kind in einer Mandorla, mit Engeln und Wappen. Daneben der heilige Georg.
    Treppenhaus aus Holz.
    Blick auf den
    Garten auf der Nordbastion.
    Schlafgemach des Burgvogts am westlichen Ende des Burghofes, direkt neben dem quadratischen Dagobertturm. Eingerichtet im Stil des 17. Jahrhunderts. Schrank mit Intarsien, Himmelbett und Stuhl.
    Waffenhalle an der Südseite der Burg. Der Raum aus dem 16. Jahrhundert diente einst als Raum für Fecht- und Waffenübungen. Er wurde im 18. Jahrhundert umgebaut. Heute sind hier Rüstungen und Harnische aus deder Zeit von 1570-1680 ausgestellt. Außerdem Gemälde mit der Darstellung von berühmten Rittern.
    Unter der Treppe Vitrine mit Schwertern und Zweihandschwertern. Daneben Lanzen und Hellebarden.
    Der schwarze Harnisch in der Mitte unten, diente den gefürchteten Reitern von General Gottfried Heinrich zu Pappenheim als Schutz im Dreißigjährigen Krieg. Darüber Feldharnische um 1600.
    Raum mit Kreuzgewölben.
    Schatzkammer im Dagobertturm, umgeben von 3,3 m dicken Mauern. Ab dem 11. Jahrhundert bewahrten hier die Fürstbischöfe ihre Schätze auf. Davor war der Turm ein Schutz- und Wohnraum. Detail des Türschlosses.
    Drei Seiten mit
    Notenhandschriften, sogenannten Neumen bzw. Hufnagelnoten mit farbigen Initialen auf Pergament, um 1490.
    Skulptur aus Holz mit der Darstellung des Todes von Maria, ca. 1500.
    Gemälde mit der Darstellung des heiligen Georg, daneben der heilige Sebastian.
    Skulptur des heiligen Vitus, der in Rom den Tod in siedendem Öl finden sollte.
    Vitrine
    Kirchengeräten, wie Monstranzen, kleine Reliquare, kleine Bildnisse von Maria und ein Kruzifix.
    Holztafelbilder mit Darstellungen von Heiligen aus der Zeit der frühen Renaissance.
    Gotische
    Tafelbilder aus dem 15. Jahrhundert.
    Laßbergstuhl, Joseph von Laßberg hatte die Burg 1837 gekauft und war mit seiner Frau 1838 hier eingezogen. Diesen neugotischen Stuhl hatten ihm Freunde zu seinem 73. Geburtstag geschenkt.
    Blick auf das Dachgeschoss mit Uhr des
    Unterstadttors und einige Dächer der Unterstadt.
    Blumenbeet mit einem Kinderkopf aus Metall auf einer Säule.
    Innenhof des Altes Schlosses.
    Auf der Südseite des Hofes der Lockvogelraum mit verschiedenen Käfigen für Vögel.
    Gleich daneben die kleine
    Badestube. Der Bader war zuständig für den geordneten Ablauf in der Badestube und auch für medizinische Hilfen. Diese Badestube wurde bis zum Ende des 19. Jahrhunderts genutzt. Aus dieser Zeit stammt sowohl die Badewanne vorne, als auch die Bemalung der Wände mit Vögeln und Blumen- und Weinranken.
    Auf der Südostseite des Alten Sschlosses bzw. der Burg, dem Bodensee zugewandt, befindet sich die
    Wohnung der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848). Sie war die Schwester der Ehefrau des ersten privaten Burgbesitzers Joseph von Laßberg. Das Wohn- und Schlafzimmer, in dem sie auch verstarb.
    Der kleine Raum für die Zofe, der heute als Gedächtniszimmer eingerichtet ist.
    Ihr Arbeitszimmer im runden Turm auf der Südseite.
    Briefe von den Gebrüdern Grimm und Schlüter an Annette von Droste-Hülshoff.
    Vitrine mit Büchern von und über Annette von Droste-Hülshoff.
    Treppenhaus mit einer Truhenbank aus Holz. Dahinter der Durchgang zur
    Waffenschmiede.
    Wehrgang mit Rüstkammer.
    Zwei kleine Kanonen, Speere, Streitbeile und Streitkolben an der Wand.
    Backstube:
    sie diente der Eigenversorgung der Burgmannschaft. Links der nicht mehr in Betrieb befindliche große Backofen, der 2,70 m tief und 2 m breit ist. Bis in das 16. Jahrhundert war Brot eines der Hauptnahrungsmittel. Pro Person bis zu 1 Kilo. Rechts vom Backofen ein gemauerter Siedekessel, der bin zum Ende des 19. Jahrhunderts in Gebrauch war.
    Gesindeküche: im Althochdeutsch „gisind“ ein Wort für die Gefolgsleute der Burg, später für Diener und Knechte. Die Leitung der Küche, die für eine große Personenzahl gekocht hat, oblag einem Mann. Die offene Feuerstelle mit Rauchfang und einem Dreibein für die Töpfe.
    Wendeltreppe hinunter in die unteren Geschosse.
    Christusbrunnen mit einem Kruzifix aus dem 16. Jahrhundert. Bei großen Festlichkeiten im Mittelalter gab es hier freien Wein für die arme Bevölkerung von Meersburg.
    Rittersaal aus der Zeit der Hohenstaufen, 13. Jahrhundert. Unter dem Tonnengewölbe ein langer Tisch mit Bänken, Pfeiler an der Nordwand, Fenstrnischen an der Südwand Fensternischen. An den Wänden Felle und Geweihe von erlegtem Wild und Jagdwaffen. Auf dem Tisch der Fuß eines Elches als Trinkgefäß.
    Waffengang mit Tonnengewölbe:: Er ist durch ein Gittertor abgesperrt. An der Wand die Entwicklung der Hellebarden vom 14. bis zum 18. Jahrhundert.
    Dahinter der
    Hohenstaufengang: an der Wand die Wappen der 44 Fürstbischöfe, die von 1211-1803 hier auf der Burg residierten.
    Details weiterer Tafeln mit Wappen.
    Historische Treppe aus Holz, die zur alten Burgkapelle führt.
    Alte Burgkapelle auf der Westseite des Alten Schlosses bzw. der Burg. In der Kapelle ein gotischer Flügelaltar. In der Mitte eine Statue von Christus um 1500. Die flankierenden Statuen von Johannes dem Evangelisten und Johannes dem Täufer sind verschieden groß und stammen von verschiedenen Schnitzern. Auf den Flügeln Gemälde mit Darstellungen von Heiligen. Links der heilige Lukas und die heilige Helena. Rechts die heilige Barbara und Ottilie. Auf der Rückseite sind weitere Heilige abgebildet. An der Wand gotisches Chorgestühl. Die Statue des heiligen Petrus links stammt aus der Zeit vor 1700.
    Detail eines Reliefs von 1596, daß in die Wand eingelassen ist. Es zeigt Wappen und geistliche Themen mit Stiftern, knieend vor dem Kruzifix.
    Ein Armeseelenlichthäuschen mit gotischem Maßwerk.
    Fürstensaal: er stammt aus dem 10. bis 12. Jahrhundert, wurde aber im 16. Jahrhundert umgebaut. Im Raum geschnitze Möbel aus Holz aus der Zeit vor 1600, Renaissance. Außerdem Gemälde aus der Zeit der Fürstbischöfe. Der mit Kreuzgewölbe versehene Saal befindet sich im Westen, direkt hinter den runden Türmen im Westen.
    Eine Art Thron mit Baldachin im Fürstensaal.
    Schabblatt mit der Darstellung von Abt Anselm von Salem bzw. Franz Meinrad Schwab.

    Schrank aus Holz mit Intarsien.
    Burgverlies direkt im südwestlichen Turm, angrenzend an den Fürstensaal. 9 m tief, mit 2 m dicken Mauern. An einem Seil wurden die Gefangenen durch das sogenannte Angstloch in das Verlies heruntergelassen.
    In einem Raum vor dem nordwestlichen Turm, befindet sich die
    Helmschau. Ausstellung von verschiedenen mittelalterlichen Ritterhelmen, wie sie bei Turnieren verwendet wurden, 12. bis 16. Jahrhundert.
    Ein mit historischen Möbeln eingerichtetes Zimmer im nordwestlichen Rundturm.
    Informationstafel mit historischen Fotos zu
    Carl Heinz Mayer von Mayerfels (1825-1883), der das Museum in der Meersburg bzw. im Alten Schloss gründete und für die Öffentlichkeit zugänglich machte.
    Lebensgroßer
    Turnierritter in Rüstungauf einem Pferd, mit einer Pferdedecke mit dem Wappen von Carl Heinz Mayer von Mayerfels. Im Hintergrund gemalte, adlige Damen, die scheinbar einem Ritterturnier zuschauen, das Motiv ist der Manessischen Liederhandschrift entnommen.
    Vor Wandteppichen mit Darstellungen von Einhörnern, ein Modell des Alten Schlosses.
    Zwei historische geschnitzte Stühle und ein weiterer Ritterhelm
    Folterkammer: der Raum ist ausgestattet mit Kopien von Foltergerätan nach historischen Vorbildern.
    Der nordwestliche Turm mit einem Durchgang.
    Zugang zum Burgcafe und rechts das mittelalterliche Mauerwerk zwischen den beiden westlichen Rundtürmen.
    Blick auf die
    Oberstadt und die Kirche Mariä Heimsuchung
    Fachwerkbau in der
    Steigstraße 18.
    Schlossmühle: sie liegt vor dem nordöstlichen Rundturm, unterhalb des Alten Schlosses. Erbaut Ende des 17. Jahrhunderts. Seit dem frühen Mittelalter gab es hier Mühlen. Sie besteht aus einem zweigeschossigen Fachwerkbau mit Schleppgauben und einem angebauten Wirtschaftsgebäude mit einem oberschlächtigem Mühlrad mit 8 m Durchmesser. Zur Steigstraße hin hat das Haus einen Erker.
    Blick von der Steigstaße auf die Schlossmühle und den 1929 von Josef Ehinger (1889-1955) errichteten Bärenbrunnen, der als Trinkwasserbrunnen ausgewiesen ist. Der Bär ist das Wappentier von Meersburg. Er sitzt aufrecht über einer achteckigen Schale auf einer Säule und halt ein Wappen in den Tatzen. Bereits im 15. Jahrhundert gab es hier einen Brunnen.
    Blick über den Bärenbrunnen auf die Nordseite des Alten Schlosses.
    Bärenbrunnen und die steil nach unten zum Bodensee führende Steigstraße mit Fachwerkbauten.
    Farbiges barockes Relief von 1628 mit dem Wappen des Konstanzer Bischofs Johann VI. (1598-1644).
    Blick von der Steigstraße hoch zur Nordseite des Alten Schlosses.
    Schaufensterauslagen mit kleinen Figuren aus Metall.
    Laden mit Halbedelsteinen, Drusen, Muscheln, Schneckenhäusern und Versteinerungen.
    Unterhalb des nordwestlichen Rundturms an der Steigstraße, befindet sich eine Mauer mit Zinnen und Wassperspeiern mit Drachenköpfen. Über dem Durchgang ein rundes Medaillon mit dem Wilden Mann und den Jahreszahlen 1596 und 1880.
    Detail eines Drachenkopfes aus Metall
    Eingang zum Restaurant „Mittelaltertaverne Drachenfeuer“ in der
    Steigstraße 26, eines historischen Gebäude von 1583. Das Gebäude ist der ehemalige Burgkeller, wurde aber über die Jahrhunderte auch als Stall, Kino und Weinherstellung genutzt. Am Eingang ein schmiedeeisernes Gitter mit goldfarbenen Drachen und über der Tür eine schmiedeeiserne Laterne.
    Ausblick auf den Bodensee vom Café in der Steigstraße 28.
    Blick von der Steigstraße, kurz vor dem Ufer des Bodensees, zurück zum Alten Schloss bzw. der Meersburg. Auf einer Mauer eine Figur aus Stein.
    Kopf eines Hundes aus Stein auf einer Mauer.
    Bismarckplatz am Ufer des Bodensees mit dem „Hotel Wilder Mann“. Das historische Gebäude mit Staffelgiebel von 1632, ist seit 1713 in Privatbesitz und war schon vorher eine Herberge für Reisende, die nach der Schließung der Stadttore hier ankamen. An der Ecke des Hauses ein aufwändig gestaltetes, schmiedeeisernes Werbeschild.
    Neben dem Hotel am Ufer eine Statue des heiligen Nepomuk, einer der Brückenheiligen und Schutzpatron gegen Wassergefahren.
    Blick zurück in die hoch in die Oberstadt führende
    Steigstraße, das Alte Schloss und rechts die ersten Häuser der Unterstadt.
    Eine mit modernen Reliefs verzierte Seitenwand des „Seeschlößle“, Bismarckplatz 1. Aus scheinbaren Fenstern schauen ein Mann und eine Frau.
    Unterstadttor: errichtet ca. 1250 und damit das älteste erhaltene Stadttor von Meersburg, urkundlich erwähnt allerdings erst 1325. Es hatte viele Namen „Vorderes Seetor“, „Niedertor“ oder „Kugelwehrtor“.
    Das heutige „Hotel Schiff“ war früher der Hof des Konstanzer Domkapitels, also der Domherren, die den Bischof wählten. Seit dem 19. Jahrhundert ist es ein Hotel.
    Häuser in der
    Unterstadtstraße.
    1890 von August Ilg erbautes Gebäude mit Weinkeller vom Winzerverein Meersburg, Unterstadtstraße 11. Die Fassade hat eine rot-gelbe Fassade mit Malereien zum Thema Wein. Die Malereien wurden 1979 von Berthold Brandes geschaffen.
    Trinkwasserbrunnen von 1892 in der Unterstadtstraße. Über einer achteckigen Brunnenschale eine Säule mit korinthischem Kapitell, bekrönt von einer Kugel. Schon 1509 hat es hier einen öffentlichen Brunnen gegeben. Hinter dem Brunnen führt eine Treppen hinauf zur Oberstadt.
    Seepromenade mit zahlreichen Restaurants und Kaffeehäusern.
    Blick über den Bodensee und die schneebedeckten Berge auf dem anderen Seeufer.
    Gredhaus, Seepromenade 16, mit Staffelgiebel und Blendarkaden im Giebel. Der Vorgängerbau wurde 1498 von Bischof Hugo von Hohenlandenberg an die Stadt verkauft, mit der Bedingung, daß es als Kaufhaus genutzt werden solle. 1505-1509 wurde es neu erbaut und war über Jahrhunderte der zentrale städtische Handels- und Lagerplatz für Waren aller Art. Gehandelt wurde damals vor allem Korn mit den Schweizer Partnerns auf der gegenüber liegenden Seite des Bodensees. Heute liegt das Gebäude direkt neben dem Hafen, der in den 1850er Jahren erweitert wurde und den Schiffsanleger vor dem heutigen Hotel Wilder Mann ersetzte.
    Blick vom Hafen auf das gelbe, 1760 nach Plänen von Franz Anton Bagnatos erbaute Gebäude vom Staatsweingut, dem ehemaligen Reithof. Zeitweilig war es auch Zeughaus, Kutschenremise und enthielt Wohnungen für Hofräte. Rechts daneben das barocke, 1735 erbaute Droste-Hülshoff-Gymnasium, das ehemalige Priester-Seminar.
    Haubentaucher
    Magische Säule von Peter Lenk (1947-) am Ende der Hafenmole. Das 15 m hohe Denkmal wurde 2007 enthüllt. Dargestellt sind bekannte Persönlichkeiten der Meersburger Geschichte.
    Ganz unten an der Säule ist das Handeln des Exorzisten Johann Joseph Gaßner (1729-1779) dargestellt. Man sieht, wie die Teufel auf dem Körper entweichen.
    Etwas darüber das nakte Edelfräulein Wendelgard von Haltnau, deren Gut won den Meersburgern gewirtschaftet werden sollte, wenn ein Ratsherr mit ihr täglich essen geht und sonntags mit der Kutsche mit ihr ausfährt. Die Meersburger lehnten das ab, aber die Konstanzer akzeptierten das und so erfreunen sie sich noch heute am Weingut.
    Auf gleicher Höhe, in Ritterrüstung der Burgherr Joseph von Laßberg (1770-1855).
    Ganz oben eine Möwe mit den Gesichtszügen von Annette von Droste-Hülshoff.

  • Wallfahrtskirche Birnau:
    Barockkirche am Nordufer des Bodensees zwischen den Orten Nußdorf und Uhldingen-Mühlhofen in Baden-Württemberg. Erricht 1746-1749 vom Baumeister Peter Thumb (1681- 1766) für die Reichsabtei Salem. Die heutige Klosterkirche Birnau (eigentlich „Neu-Birnau“) wurde als Ersatz für eine Wallfahrtskirche gebaut, die auf einem Hügel östlich von Nußdorf stand, einige Kilometer von dem Standort der heutigen Kirche entfernt. Das der Kirche, richtung See vorgelagerte Ordensgebäude mit dem markanten Glockenturm beherbergt heute ein Priorat der Zisterzienser-Abtei Wettingen-Mehrerau.
    Warscheinlich gab es bereits Ende des 9. Jahrhunderts eine Wallfahrtskirche in der Nähe von Überlingen, Alt-Birnau. In einer Urkunde wird 1227 von einem Nonnenkloster an diesem Ort geschrieben. Durch die zahlreichen Pilger musste die kleine Wallfahrtskirche vergrößert werden. Um 1420 wurde ein „Gnadenbild“ aus dem Salzkammergut aufgestellt, eine Marienstatue, die in den Ruf kam, wundertätig zu sein. (Das Kultbild steht heute in der Mitte des Neu-Birnauer Bildprogramms).
    Der Strom der Pilger wuchs weiterhin ständig, so dassder Salemer Abt Konstantin Miller 1741 Baupläne zu einer erneuten Erweiterung der Kirche anfertigen ließ, die aber nie realisiert wurde. Der nachfolgende Abt Stephan Enroth (1701-1746) ließ die baufälligen Gebäude abreißen und beauftragte einen Neubau an anderer Stelle, aber auf klostereigenem Terretorium.
    Der Architekt Peter Thumb (1681-1766) wurde in die Planungskommission des Klosters berufen. Er war damals der bedeutendste Architekt in Süddeutschland. 1747 wurde der Grundstein für die neue Kirche gelegt.
    Die Kirche liegt auf einem Hügelvorsprung am Ufer des Überlinger Sees, oberhalb der klostereigenen Weinberge und der bereits existierenden Wirtschaftsgebäude (Schloss Maurach). Die vordere Fassade sollte parallel zum Seeufer stehen und dadurch weithin sichtbar über dem See thronen. Bedingt dadurch ist der Chor mit dem Altar nach Nordosten ausgerichtet. 1750 wurde die Kirche geweiht.
    Der Bau besteht aus einem langgezogenen Kirchenschiff ohne Seitenschiffe und einem vorgelagerten Querriegel, in dem Wohn- und Verwaltungsräume des Ordens untergebracht sind.
    Blick auf die
    Apsis der Kirche, wenn man sich von der Straße von Norden nähert.
    Die ganze Kirche ist von außen durch Pilaster gegliedert. Blick auf die Ostseite des Kirchenschiffs mit dem dahinter Richtung See liegenden Wohn- und Verwaltungstrakts des Ordens. In der Mitte eine halbrunde Verbreiterund des Kirchenschiffs. Die Farbgebung in Weiß und Altrosa entspricht dem historischen Original.
    Blick von Südwesten auf die dem See zugewandte
    Hauptfassade mit dem hohen Turm. Elf Fensterachsen, unterteilt durch drei Paare von Pilastern mit ionischen Kapitellen, strukturieren die Fassade des Gebäudes des Ordens. In der Mitte unter dem in drei Stufen gegliederten Glockenturm, das Eingangsportal. Darüber ein Balkon, eine Statue und darüber eine Sonnenuhr.
    Am Glockenturm ganz oben eine Uhr und an der Turmspitze das äbtliche Doppelkreuz. Der Turm, der die Kirche von weither erkennbar macht, ist eigentlich im Baustil der Zisterzienser nicht vorgesehen. Dadurch, dass er aus dem Kirchengebäude ausgelagert wurde, konnte er jedoch mit den Ordensregeln in Einklang gebracht werden.
    Detail des
    Portals mit dem Balkon mit schmiedeeisernem Gitter darüber. In einer rund überwölbten Nische die Statue der Maria. Darunter ein goldfarbenes Wappen als Relief.
    Detail eines
    Fensters im Erdgeschoff mit schmiedeeisernem, teilweise goldfarbenem Gitter mit Initialen und einer Krone in der Mitte.
    Detail eines Fensters in den oberen Etagen mit dem Relief eines bekrönten Kopfes oben in der Mitte.
    Blick in das
    Innere der Saalkirche. Die Fresken stammen von Gottfried Bernhard Götz (1708-1774), die Ideen für das Bildprogramm wohl vom Salemer Abt Anselm. Die Stuckaturen, Altäre und Skulpturen stammen von Joseph Anton Feuchtmayer (1696-1770). Auf halber Höhe befindet sich ein Umlauf, der mit der Orgelempore verbunden ist. In der Mitte die beiden bogenförmigen Ausbuchtungen, sogenannte Konchen, die Raum für Seitenaltäre geben. In Richtung Altar verjüngt sich das Kirchenschiff. Über dem Langhaus ein Muldengewölbe, dahinter eine flache Kuppel über dem quadratischen Raum vor dem Altar. Links eine Kanzel. Der Altar mit Baldachin steht in einer Apsis, deren Grundriss fast einen Dreiviertelkreis ausmacht.
    Die große Terrasse vor der Kirche Richtung Bodensee.
    Das teilweise goldfarbene, schmiedeeiserne Gitter an der Terrasse.
    Blick von der Terrasse auf die unterhalb der Kirche liegenden Weinfelder und das Bodensee-Schloss Maurach.

  • Sigmaringen: Die ehemalige Residenzstadt der Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen gehörte nach der Auflösung des Fürstentums ab 1849 zum Königreich Preußen, ab 1918 zum Freistaat Preußen und von 1947 bis 1952 zum Land Württemberg-Hohenzollern. Die Stadt hat etwa 17.000 Einwohner. Sie liegt etwa 50 km nördlich des Bodensees. Bis zu ihrer Regulierung 1975, floss die Donau durch die Innenstadt.
    Bereits in der Altsteinzeit das das Gebiet besiedelt und von ca. 50 bis 80 nach Christus bildete die Donau die Grenze des Römischen Reiches. Im 11 Jahrhundert entstand eine erste Burganlage auf dem Felsen direkt an der Donau. 1077 die erste urkundliche Erwähnung, 1250 die offizielle Stadtgründung. 1460 und 1500 wurde die Burg in ein Schloss umgebaut und 1535 gelangte Singmaringen an das Adelsgeschlecht der Hohenzollern. Graf Karl I. von Hohenzollern (1516-1576) bezog das Schloss und war damit der erste Hohenzoller auf dem Schloss Sigmaringen.
    Hedinger Kirche bzw. Erlöserkirche: die Kirche gehört zu einer ehemaligen Klosteranlage am südlichen Ortsrand von Sigmaringen. Das im 14. Jahrhundert gegründete Dominikanerinnen-Kloster wurde zwischen 1595 und 1597 wegen sittlicher Verwahrlosung aufgehoben. Die Klosteranlage diente bis zur Übernahme 1624 durch die Franziskaner des Reformzweigs als Spital der Stadt. 1816 wurde das Kloster aufgehoben. Die Kirche ist die Grablege des Hauses Hohenzollern-Sigmaringen. Von 1680-1682 wurde das barocke Langhaus erbaut. 1715 wurde die Marienkapelle im Stil des Rokoko angebaut. Die Kapelle musste wegen eines Brandes 1747 erneuert werden. Ab 1889 wurde die Bettelordenkirche als prächtiger, repräsentativer Kuppelbau im Stil der italienischen Renaissance durch Johannes de Pay (1844-1899) umgebaut, da sie ab 1847 in einer Gruft die Grablege der Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen geworden war. 1911 wurde die Kirche geweiht.
    Die
    Westfassade der Kirche von der Friedhofstraße aus gesehen.
    Der Eingang, der außer für besondere Anlässe immer geschlossen ist. Darüber ein Relief mit der Darstellung von Maria mit dem Jesuskind in einem floralen Kranz aus Fayence.
    Blick auf die Nordseite der Kirche mit der Marienkapelle. Oben ein kleiner Dachreiter mit Glocke und die große Kuppel.
    Detail der Reliefs an den Pilastern der Marienkapelle.
    Blick von Nordosten auf den Chorabschluss mit Kuppel.
    Eines der ehemaligen Klostergebäude mit einem Durchgang in einen Hof.
    Am
    Karlsplatz das Gebäude des ehemaligen Erbprinzlichen Marstalls mit Stallungen, Remisen und Wohnungen für Bedienstete. Es wurde 1875 im Stil des Historismus errichtet. Architekt war Josef Laur (1817-1886).
    Detail des kleinen Giebels zum Karlsplatz mit einem fürstlichen Wappen, geschaffen von Baumeister Josef Laur 1874-1876 .
    Denkmal für Wilhelm Fürst von Hohenzollern an der Seite des Marstalls.
    Vor dem Marstall ein Feld mit mehr als 20 Wasserfontänen. In der Mitte ein Denkmal für Fürst Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen (1811-1885). Die Büste aus Broze wurde 1869 von Professor Reich gefertigt.
    Schloss Sigmaringen:
    Das Schloss liegt auf einem die Donau einengenden, lang gestreckten Kalkfelsen. Der Felsrücken ist rund 200 Meter lang und erhebt sich bis zu 35 Meter über die Donau. Durch die nach Norden und Osten steil abfallenden Felsen, bot es der ursprünglich im 11. Jahrhundert entstandenen mittelalterlichen Burg einen guten strategischen Schutz.
    Die Burg wechselte häufig den Besitzer und war unter anderem auch im 13. Jahrhundert kurz im Besitz von Albrecht und Rudolf von Habsburg. Vor 1325 verpfändete Herzog Luipold von Habsburg die Burg und die Grafschaft Sigmaringen an die Grafen von Württemberg, später ging beides in deren Besitz. Zwischen 1460 und 1500, unter den Grafen von Werdenberg, erfuhr die Burg Umbau und Erweiterung zum Schloss Sigmaringen, dessen Ausdehnung sich bis heute erhielt. In den Jahren 1460 und 1500 wurde die Burg zum Schloss umgebaut. Graf Karl I. von Hohenzollern (1516-1576) bezog das Schloss und war damit der erste Hohenzoller auf dem Schloss Sigmaringen.
    Im Dreißigjährigen Krieg wurde der östliche Teil des Schlosses durch einen Brand zerstört.
    1806 bis 1849 war Sigmaringen Hauptstadt und Residenz des souveränen Fürstentums Hohenzollern-Sigmaringen.
    Lageplan der Gebäude des Schlosses.
    Vom Karlsplatz aus hat man einen sehr guten Blick auf das Schloss der Hohenzollern.
    Blick auf die nordöstlichen Giebel des Schlosses.
    Blick von der Fürst-Wilhelm-Straße auf die Südfassade des
    Wilhelmsbau. Durch einen Brand wurde 1893 der Ostflügel des Schlosses fast vollständig zerstört. Von 1895-1908 wurde der zerstörte Teil wieder aufgebaut. Beteiligt war der Berliner Hofbaurat Albert Geyer (1846-1938), und ab 1900 der Münchner Architekt Emanuel von Seidl (1860-1919). Der Bibliotheksbau wurde neu errichtet, sowie der Römerturm und der Wilhelmsbau umgebaut und in ihrem Erscheinungsbild stark verändert..
    An der Ecke ein Relief mit kämpfenden Widdern.
    Weitere Reliefs an der Südfassade des Wilhelmsbau.
    Auffahrt und Zugang zum Schloss.über den
    Karl-Anton-Platz.
    Blick vom Karl-Anton-Platz im Süden auf die Fassaden des Schlosses, rechts der Wilhelmsbau. Die Fassade direkt hinter dem Denkmal ist die Portugiesische Galerie, die den Innenhof des Schlosses im Süden abschließt.
    Denkmal für Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen auf dem Karl-Anton-Platz. Die Statue aus Bronze auf einem Sockelaus Marmor wurde 1890 von Adolf von Donndorf (1835-1916) geschaffen.
    Blick auf den Turm über dem Eingang zum
    Schloss.
    Blick auf die Ecke des Karl-Anton-Platz mit einem Teil der Südfassade des Schlosses und der dem Platz zugewandten Westfassade des Wilhelmsbau.
    Geht man den Kirchberg weiter hinauf Richtung Schloss und der Kirche Sankt Johann kommt man zum
    Kantorenhaus oder „Dorn’schen Haus“. Alemannischer Fachwerkbau von 1464. Es zählt zu den ältesten Häusern in Sigmaringen.
    Kirche Sankt Johann: die Kirche liegt im Süden, zu den Füßen des Schlosses, sie ist Pfarrkirche und war auch Hofkirche. 1359 wurde erstmals unterhalb der Burg eine romanische Johanneskapelle erwähnt. Vom spätgotischen Nachfolgebau aus der Zeit 1440-1444 hat sich nur der 1583 vollendete Kirchturm erhalten. Die heutige barocke Kirche wurde 1757-1760 von Johann Martin Ilg und Hans Jakob Stoffler erbaut. Das Glockengeschoss wurde 1768 erneuert, erhöht und mit einer barocken Zwiebelhaube versehen. Mehrfach wurde die Kirche renoviert und restauriert, es erfolgte eine neubarocke Ergänzung der Ausstattung und die Orgelempore wurde vergrößert.
    Inneres:
    Die
    Saalkirche hat einen eingezogenen Chor und kleinen, angedeuteten Querhausarmen. Pilastern gliedern die Wände, flaches Tonnengewölbe und über der Vierung ein in den Dachstuhl hineinragendes Kuppelgewölbe. Im Chor und am Querhausgewölbe Stuckaturen von Johann Jakob Schwarzmann (1729-1784) aus der Zeit des Rokoko. Die Stuckaturen im Langhaus und am Chorbogen wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts teilweise abgeschlagen und konnten erst im 20. Jahrhundert rekonstruiert weden. Die Deckengemälde und Altarbilder wurden um 1760 von Andreas Meinrad von Au (1712-1792) gemalt.
    Blick in den
    Chor mit dem Hauptaltar und zwei Seitenaltären vor dem Chorbogen. Alle drei Altäre wurden von Johann Michael Feichtmayr (1709-1772) geschaffen.
    Detail einer Stuckatur am Chorbogen.
    Hauptaltar mit der Darstellung der Kreuzigung von Andreas Meinrad von Au. Das Gemälde ist 3,5 m hoch und 2 m breit. Links die Statue des Apostels Petrus, rechts der Apostel Paulus, die beide vom Bildhauer Johann Georg Weckenmann (1727-1795) stammen. Sie sind lebensgroß, aus Holz und weiß bemalt. Im Aufsatz des Altars Gottvater und die Taube des Heiligen Geistes, umgeben von Putten.
    Blick auf einen Teil der zweiteiligen Chororgel. Sie wurde 1773 von Konrad Keppner (Wirkungszeit 1768-1790) gebaut. Die Prospekte der Chororgeln sind mit Grisaillenmalerei von Josef Anton Hops (1720-1761) 1773 versehen worden.
    Taufbecken
    Fürstenloge an der linken Chorwand. Darüber das fürstliche Wappen mit einem von Engeln getragenen Vorhang und einer Krone darüber.
    Fresko an der Decke des Chores mit der Darstellung des letzten Abendmahls.
    Blick zurück in den Chor mit den beiden Seitenaltären, die aus grauem Stuckmarmor bestehen und seitlich Voluten aufweisen. Die ebenfalls mit Voluten verzierten Aufsätze auf den Seitenaltären reichen hoch bis zum Gesims.
    Seitenaltäre links vom Chor. Auf dem direkt vor dem Chorbogen stehenden Altar von 1760 ist in einem Gemälde die heilige Familie und Sippe dargestellt, gemalt von Andreas Meinrad von Au (1712-1792). Der Altar ist der heiligen Anna geweiht. Vor dem Fenster in der Seitenkapelle der Altar des heiligen Fidelis von Johann Michael Feichtmayr (1709-1772). Der Altar besteht aus grauem und rötlichem Stuckmarmor. Die Aufbauten haben seitliche Voluten, auf denen geschnitzte Vasen stehen. Über der Statue des Heiligen halten Putten eine Märtyrerkrone. Links neben dem Altar steht die Prozessionsstatue des heiligen Fidelis.
    Neben der Statue des Fidelis die in Messing gegossene Tür zum Schrein des Fidelis. Im Flachrelief sind auf geätztem Grund Figuren von Heiligen gegossen. Sie wurden Hermann Vischer (- 1488) oder Peter Vischer dem Älteren (1455-1529) in den Jahren 1460/1480 zugeschrieben. Im Schrein befindet sich die Büste des Heiligen, die 1764 von Johann Baptist Hops geschaffen wurde.
    Blick auf die
    Kanzel und den rechts vom Chorbogen stehenden Seitenaltar. In zentralen Gemälde auf dem rechten Seitenaltar von 1760, sind die vierzehn Nothelfer dargestellt. Gemalt wurde es ebenafalls von Andreas Meinrad von Au . Geweiht ist der Altar den 14 Nothelfern und dem heiligen Sebastian.
    Detail der neubarocken Kanzel. Sie wurde erst 1892 vom Stuckateur Georg Bihl (1845-1895) geschaffen. Sie besteht aus Stuckmarmor. Ihre Position in der Kirche garantierte einen Sichtkontakt zur Fürstenloge.
    Blick in die rechte Seitenkapelle mit dem am Chorbogen stehenden Seitenaltar und am Ende vor dem Fenster der dem heiligen Johann von Nepomuk geweihte Altar, ebenfalls von Johann Michael Feichtmayr geschaffen. Die Statue des Heiligen von 1760 stammt von Johann Georg Weckenmann (1727-1795).
    Fast 100 qm großes
    Fresko von Andreas Meinrad von Au an der Decke des Langhauses mit dem Titel „Das Mysterium der Kirche“. Wegen der Fülle der abgebildeten Szenen wird es auch „Maria als Könignin der Märtyrer“ genannt. Ganz oben im Himmel thront Gottvater, darunter die von einem Schwert durchbohrte Maria mit dem toten Christus. An den Rändern Personen des Alten Testaments. Darunter auf von Engeln getragenen Wolken die 12 Apostel, erweitert um Barnabas und Paulus, links angeführt vom Evangelisten Johannes im grünen Gewand. Weiter unten das Himmelstor in der Form eines Triumphbogens, um das eine größere Anzahl von Heiligen versammelt ist. Rechts der heilige Fidelis von Sigmaringen, der beim Durchschreiten des Tores von Sankt Meinrad, dem Familienheiligen der Hohenzollern, empfangen wird. Ganz unten im Bereich des Irdischen, die Personifikation der Kirche mit dem Allerheiligsten, begleitet von den Personifikationen der Erdteile und Europa.
    Das
    Deckenfresko im Kreuzschiff mit der Darstellung des Johannes auf Patmos und die Anbetung des Apokalyptischen Lammes. Vorbild für das querovale Fresko war ein Fresko von Paul Troger (1698-1762) im Dom von Brixen.
    Blick durch das Kirchenschiff auf die
    Orgelempore und die Hauptorgel. Die Orgelempore wurde im 19. Jahrhundert vergrößert und 1908 vom Stuckateur Corra mit Ornamenten versehen.
    Die Orgel wurde 1995 von der Manufacture d’Orgues Kœnig gebaut. Das Gehäuse wurde im Stil des 18. Jahrhunderts gestaltet. Die Vorgängerorgel von 1908 stammte von den Gebrüdern Späth Orgelbau.
    Marstallmuseum: dem Kirchturm gegenüber befindet sich das Marstallmuseum. Das Gebäude wurde 1724 unter Fürst Josef von Hohenzollern erbaut. 1866-1867 im Auftrag von Fürst Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen renoviert und im Stil der Neorenaissance umgebaut. Seit 1952 die die Kutschensammlung öffenlich zugänglich.
    Schloss Sigmaringen:
    Das Schloss liegt auf einem die Donau einengenden, lang gestreckten Kalkfelsen. Der Felsrücken ist rund 200 Meter lang und erhebt sich bis zu 45 Meter über die Donau. Durch die nach Norden und Osten steil abfallenden Felsen, bot es der ursprünglich im 11. Jahrhundert entstandenen mittelalterlichen Burg einen guten strategischen Schutz. Sie wurde 1077 erstmals urkunglich erwähnt. Die ältesten erhaltenen Teile der Burg stammen noch aus der Zeit der Staufer um 1200.
    Die Burg wechselte häufig den Besitzer und war unter anderem auch im 13. Jahrhundert kurz im Besitz von Albrecht und Rudolf von Habsburg. Vor 1325 verpfändete Herzog Luipold von Habsburg die Burg und die Grafschaft Sigmaringen an die Grafen von Württemberg, später ging beides in deren Besitz. Zwischen 1460 und 1500, unter den Grafen von Werdenberg, erfuhr die Burg Umbau und Erweiterung zum Schloss Sigmaringen, dessen Ausdehnung sich bis heute erhielt. In den Jahren 1460 und 1500 wurde die Burg zum Schloss umgebaut. Graf Karl I. von Hohenzollern (1516-1576) bezog das Schloss und war damit ab 1535 der erste Hohenzoller auf dem Schloss Sigmaringen.
    Die Basis des Schlosses deckt sich weitestgehend mit den äußeren Umfassungsmauern der Burg.
    Im Auftrag von Karl II. von Hohenzollern wurde das Schloss von dem Baumeister Hans Alberthal (ca. 1575/1580- ca. 1657) 1627-1630 im Stil Renaissance umgebaut.
    Im Dreißigjährigen Krieg wurden durch die Schweden große Teile des Schlosses in Brand gesetzt und dann ab Mitte des 17. Jahrhunderts wieder aufgebaut.
    1806 bis 1849 war Sigmaringen Hauptstadt und Residenz des souveränen Fürstentums Hohenzollern-Sigmaringen. 1860-1880 wurden Teile des Schlosses durch Hofbaurat Josef Laur im neugotischen Stil umgebaut. 1893 zerstörte ein Brand den Ostteil des Schlosses.
    Blick von der Fürst-Wilhelm-Straße zwischen Marstallmuseum und Kirche auf den
    Eingangsbereich des Schlosses.
    Links ein Nebengebäude mit Staffelgiebeln an Gauben ohne Fenster ggf. erbaut 1862 in neugotischen Stil.
    An der Schmalseite des Gebäudes ein Erker im neugotischen Stil „Erbaut von Carl Anton Fürst zu Hohenzollern 1862“.
    Rechts daneben über einem Erdgeschoss mit Arkaden ein großer Bogen mit einem Turm und Zinnen, der direkt an das Eingangsgebäude anschließt.
    Detail der ersten Etage mit drei Fenstern hinter einem Balkongitter mit Spitzbogen. Die Fenster haben Fensterrahmen in neugotischen Formen.
    Eingangsgebäude mit zwei Türmen, die unten rund und weiter oben achteckig und mit Fenstern ausgestattet sind. Sie flänkieren einen Rundbogen als Durchgang, flankiert von zwei Wachhäuschen.
    In der Wölbung zwischen den Türmen ein Wandgemälde, darunter ein gemaltes Wappen der Fürsten Hohenzollern-Sigmaringen. Es wird flankiert von Justizia und der Personifikationen des Überflusses mit Füllhorn. Darunter ein gotisches Relief aus Stein von 1536. Dargestellt ist Felix Graf Wendenberg, der vor einer Pietá kniet.
    Türklopfer
    Durchgang bzw. Aufgang durch das Einganggebäude. An den Wänden Rüstungen und Hirschgeweihe.
    Kleiner Raum mit Rüstungen und einer Truhe.
    An der Wand ein Schild, Helme und Waffen.
    Durchgang in den Innenhof mit Kreuzgewölbe. Dekoriert mit Statuen in Rüstung auf Podesten und Hirschgeweihen. An einer unverputzten Wand kann man noch die Buckelquaderbauweise des Bergfrieds sehen.
    Türklopfer
    Innenhof mit der südwestlichen Fassade des zentralen Schlosstraktes. Links eine Treppe zu einem achteckigen Turm mit Fenstern. Daneben ein Rundbogen, über dem sich hinter einer Terrasse die mit Reliefs verzierte Fassade befindet.
    Detail des Rundbogens, oben mit einer Skulptur von König David, an den beiden Seiten Fanfaren blasende Engel.
    An der Fassade oberhalb des Rundbogens, ganz obern die Jahreszahlen 1892 und 1903. Darunter eine Statue des heiligen Michael und unten ein Relief mit der Darstellung von Hunden, die ein Wappenschild halten.
    Blick zurück zum Durchgang, der ebenfalls flankiert wird von einem achteckigen Turm. Ein Portal im Erdgeschoss des Turms wird bekrönt vom Pelikan, der seine Jungen mit seinem Blut füttert, ein christliches Symbol für Familiensinn und Fürsorge. Eine Etage darüber die Statue eines Ritters auf einem Pferd.
    Links neben dem Turm die sogenannte
    Portugiesische Galerie im Süden des Innenhofes. Sie ist benannt nach der portugiesischen Infantin Antonia, der Frau von Fürst Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen. Dieser Ballsaal des Schlosses wurde 1902 nach Plänen von Emanuel von Seidl erbaut und war Teil der großen Erneuerung nach dem Brand von 1893. Ursprünglich befand sich hier die Schlossterrasse.
    An der Wand ein Relief aus Metall als Denkmal zur Erinnerung an Carl I. König von Rumänien, Prinz von Hohenzollern.
    Details von zwei Fratzen als Relief an der Fassade.
    Hubertushalle in der ersten Etage über dem Rundbogen. Hunderte Jagdtrophäen hängen an den Wänden der Halle und zeugen von der Jagdleidenschaft der Fürsten. Auch ausgestopfte Tiere, wie ein Bär, Köpfe von Gazellen, Raubvögel, Fasanen, ein Fuchs.
    Vitrine mit verschiedenen Jagdwaffen und einem Pulverhorn aus Bein mit Gravuren, 17. Jahrhundert.
    Farbiges Wappen der Fürsten Hohenzollern-Sigmaringen an der Wand.
    Türklopfer.
    Grundriss vom Erdgeschoss des Schlosses. Rechts vom Innenhof die
    Eingangshalle bzw. Kanonenhalle.
    Der Name Kanonenhalle kommt wahrscheinlich von den beiden Feldgeschützen, die in der Halle ausgestellt sind. Sie waren ein Geschenk von Kaiser Napoleon III. Die Kanonen und Rüstungen stammen aus dem 16. Jahrhundert.
    Über der von zwei Statuen von Rittern flankierten Tür, ein Schild und Zweihänderschwerter.
    Kamin aus Sandstein aus dem 17. Jahrhundert, der 1862 erworben wurde.
    Historischer Schrank aus Holz mit Jagdtrophäen darüber.
    Anrichte aus Holz, üppig geschnitzt mit Hermen, Rosetten an den zwei Türen und floralen Motiven. Daneben ein Historischer Stuhl mit geschnitzter Lehne, die eine Ritter und ein Wappen darstellt.
    Weitere historische Stühle mit aufwändig geschnitzten Lehnen mit figürlichen Darstellungen, wie zum Beispiel die Apostel Petrus und Andreas.
    Eingang zur Kapelle: Über der Tür ein Dreipassbogen mit der Darstellung der heiligen Dreieinigkeit, umgeben von Wolken und Engelsköpfen.
    Von den Kapitellen mit Engeln führen Bänder mit Reliefs nach links und rechts. Sie zeigen Ritter und andere Personen in floralen Ranken.
    Reich dekorierter historischer Stuhl aus Holz.
    Treppenhaus zur Beletage. Vor dem Treppenaufgang Büste aus Marmor auf einer Säule von Fürst Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen (1835-1905). Links in der Nische eine weitere Büste von Fürst Karl Anton von Hohehzollern-Sigmaringen (1811-1885).
    Die historische enge Verbindung zwischen Thron und Kirche zeigen die Gemälde mit Bildnissen von Fürstbischöfen von Ermland in Ostpreußen.
    Auf dem Treppenabsatz eine blaue Majolika-Vase.
    Blick durch das Treppenhaus weiter nach oben. Kurz vor der ersten Etage ein 1694 hergestellter Gobelin nach einer Vorlage des flämischen Malers David Teniers (1638-1685). 8 qm groß. Darstellung einer „Zigeunerszene“.
    Kleiner Eckschrank mit Intarsien und der Darstellung einer Dame auf einem Pferd und unten einer Jagdszene.
    Beim Blick zurück durch das Treppenhaus, neben dem Fenster ein Gemälde mit der Darstellung der Ermordung des heiligen Fidelis, 1622 als er von Calvinisten in Graubünden erschlagen wurde. Das Gemälde stammt aus der Schule des Tiepolo.
    In den Fensternischen stehen kleine Reiterstatuen. Fürst Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen und Friedrich der Große.
    Blick durch das Treppenhaus weiter nach oben.
    Blick in das flache Gewölbe mit einem Deckengemälde am Ende des Treppenhauses.
    Detail des Deckengemäldes mit einer weiblichen, mythologischen Frau in einer Kutsche am Himmel, eventuell die Göttin Ceres oder Demeter.
    In einer Nische eine Statue der Jagdgöttin Diana.
    Barockes Gemälde mit dem Bildnis eines Fürsten.
    Grundriss von der
    ersten Etage, der Beletage des Schlosses.
    Auf dem Flur mehrere italienische
    Möbel aus dem 19. Jahrhundert mit Intarsien aus Elfenbein oder Bein. Dargestellt sind Jagdszenen.
    Dateils eines Stuhls und zweier Schreibschränke.
    Kleidung einer Frau und eines Mannes aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.
    In der Nordostecke des Schlosses befindet sich das
    Bad. Es ist für die damalige Zeit sehr fortschrittlich mit einer der ersten fest installierten Toilettenanlagen. Vor dem 20. Jahrhundert waren Einrichtungen von Bädern nicht fest installiert und wurden von Raum zu Raum getragen. Hier sind sie fest an Wasserleitungen, Kanalisation und Heinzung angeschlossen.
    Ruheraum neben dem Bad.
    Klingelanlage für die Dienstboten.
    Blick aus dem Fenster Richtung Norden, auf die Donau und das gegenüberliegende Ufer.
    Ankleidezimmer: es wurde zeitgleich mit dem Badezimmer eingerichtet. Hier vereitete sich die Dame des Hauses auf ihre Auftritte in der Öffentlichkeit vor.
    Historischer Schrank mit Intarsien und einer gläsernen Vitrine als Aufsatz.
    Blick in das Ankleidezimmer mit einem Waschtisch und einem Bidet, welches bei Bedarf unter dem Waschtisch herausgezogen werden konnte.
    Gemälde mit dem Bildnis von Josephine Friederike Luise Fürstin von Hohenzollern-Sigmaringen (1813-1900).
    Kronleuchter aus Glas.
    Historischer Schrank mit Intarsien und einer Marmorplatte.
    Sofa, ebenfalls mit Intarsien verziert.
    Detail der Intarsien.
    Spiegel mit Holzrahmen
    Über dem Sofa ein Gemälde mit der Darstellung von vier Kinderns aus dem Hause Hohenzollern-Sigmaringen.
    Schlafzimmer: wie es in Adelsfamilien bis in das 19. Jahrhundert noch üblich war, schliefen Fürst und Fürstin in getrennten Räumen. Der Raum befindet sich auf der Ostseite des Schlosses und ist schlicht und zweckmäßig eingerichtet. Aus hygienischen Gründen war das Bett aus leichter zu reinigendem Metall.
    An der Decke Stuckaturen mit kleinen Putten.
    Historische Möbel mit Intarsien und Marmorplatte.
    Eine Vitrine mit einer Sammlung kleiner Figuren und Tassen aus Porzellan.
    Gemälde mit dem Bildnis von Katharina von Hohenzollern-Sigmaringen (1817-1893).
    Ecksalon der Fürstinnen im Südosten des Schlosses: Der Salon war der Aufenthaltsraum der Fürstinnen. Er wurde im Stil des Rokoko um 1900 eingerichtet.
    Sofa und zwei Sessel un einen runden Tisch im Stil des Rokoko mit Silberplattierung.
    Silberfarbene, halbhohe Vitrine mit Marmorplatte. Darüber ein Gemälde mit dem Bildnis von Amalie Zephyrine Fürstin von Hohenzollern-Sigmaringen (1760-1841). Sie lebte kurz nach der Geburt des Stammhalters Karl bei ihrem Bruder in Paris und befreundete sich dort mit Joséphine de Beauharnais, der späteren Gattin von Napoleon. Dieser Freundschaft ist es zu verdanken, daß die Fürstentümer Hohenzollern-Sigmaringen und Hohenzollern-Hechingen während der napoleonischen Zeit souverän blieben. Figurine mit historischer Kleidung der Fürstin.
    Gemälde mit dem Bildnis der Fürstin Amalie Zephyrine Fürstin von Hohenzollern-Sigmaringen.
    In der Ecke ein kleiner runder gold- und silberfarbener Tisch, dessen Platte von einem Putto getragen wird und ein Gemälde mit dem Bildnis einer Fürstin von Hohenzollern-Sigmaringen.
    Nische im Ecksalon mit einem Kamin, einem runden Tisch und zwei Polsterstühlen im Stil des Rokoko.
    Gemälde mit dem Bildnis eines Fürsten von Hohenzoller-Sigmaringen in Uniform.
    Kronleuchter von der Meißener Porzellanmanufaktur, dekoriert mit Blüten.
    Blauer Salon auf der Südseite des Schlosses: er war bei festlichen Anlässen der Empfangsraum und das Gesellschaftszimmer und diente auch als Schreibsalon. Zahlreiche Gemälde der fürstlichen Familie aus dem 19. Jahrhundert zieren die Wände.
    Chaiselongue im Empirestil, darüber ein Gemälde mit dem Bildnis von Karl Ludwig Friedrich von Baden (1786-1818), dem Ehemann von Stéphanie de Beauharnais, deren Bildnis an der gegenüberliegenden Wand hängt.
    Halbhoher Schrank mit Intarsien.
    Auf dem Schrank eine kleine Uhr und zwei kleine Amphoren auf einem Sockel aus Porzellan.
    An der Wand ein Gemälde mit dem Bildnis von Josephine von Baden (1813-1900), umgeben von Bildnissen von vier ihrer Kinder, die sie mit Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen hatte. Durch diese Kinder ist das Haus Hohenzollern-Sigmaringen mit mehreren europäischen Adelshäusern verwandt. Oben links Karl, der spätere König von Rumänien, unten links Stephanie, die spätere Königin von Portugal. Rechts oben Leopold der Erbprinz von Hohenzollern-Sigmaringen, darunter Anton, der nach der Schlacht von Königgrätz verstarb.

    Schreibschrank mit Intarsien.
    Darüber ein Gemälde mit dem Bildnis von Stéphanie de Beauharnais, der Adoptivtochter von Napoleon, der späteren Großherzogin von Baden und Mutter von Josephine.
    Schreibschrank mit Intarsien.
    Kleiner niedriger Schrank mit Intarsien und einer Marmorplatte.
    Gemälde mit dem Bildnis von Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen (1811-1885), dem Ehemann von Josephine.
    Grüner Salon: auch in diesem Salon wurden Gäste empfangen. Er ist mit Möbeln aus der Zeit des Empire eingerichtet. Sie bestehen aus Mahagoniholz, verziert mit Beschlägen aus Messing. An den Wänden zahlreiche Gemälde mit Bildnissen von Mitgliedern der Fürstenfamilie Hohenzollern-Sigmaringen.
    Detail von einem der Messingbeschläge eines Sessels, Lamassu darstellend.
    Die Stuckdecke ist unter anderem mit lateinischen Sätzen verziert, die die Geisteshaltung des Bauherren vermitteln sollen.
    Kronleuchter.
    Eine weitere Sitzecke mit rundem Tisch.
    Kamin aus Marmor, darauf zwei Deckelvasen und eine Uhr.
    Zwischen den Fenstern ein niedriger Schrank mit Spiegel und einem goldfarbenen Kerzenständer.
    Gemälde mit dem Bildnis von Karl I. König von Rumänien (1893-1914).
    Halbhoher Schrank mit Intarsien.
    Historische, goldfarbene Uhr.
    Tür aus Holz mit Intarsien und Metallbeschlägen am Übergang zum Schwarzen Salon.
    Schwarzer Salon: dieser Salon diente den Herren zum Rauchen oder Spielen. Das Herrenzimmer hat eine total andere Raumwirkung als der Salon der Damen. Die Stecke besteht aus Stuckkassetten, die mit Graphit überzogen sind und dunklem Mobiliar, welches typisch ist für die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ein kräftiger Kontrast sind die Polsterbezüge, Vorhänge und Tapeten aus gemustertem portugiesischem Samt. Sitzgruppe mit einem Montafoner Spieltisch von 1611. Die Tischbeine stellen Greifenbeine dar – Fabelwesen aus Löwe und Vogel.
    Detail der gewebten, gemusterten Rückenlehne des Sofas.
    Vor den Trennwänden zum angrenzenden Raum steht jeweils ein Architrav mit Säulen, die mit Reliefs verziert sind. Zwischen den Säulen an der Wand Wandleuchten mit venezianischen Spiegeln dahinter.
    Historischer Schrank aus Holz mit Säulen, Hermen und Reliefs.
    Blick zurück durch den Durchgang in der Wand mit Säulen, zurück in den Grünen Salon.
    Eine weitere Sitzecke zum Spielen mit einem weiteren Montafoner Spieltisch, der eine Schieferplatte als Tischplatte hat. Darauf wurden mit Kreide die Spielergebnisse notiert. Neben den Säulen auch kanelierte Pilaster aus Holz an den Wänden und ein weiterer historischer Schrank aus Holz.
    Detail einer Leiste mit Intarsien, einen Vogel darstellend.
    Blick auf die schwarze Kassettendecke aus Stuck, die mit Graphit überzogen ist.
    Dekoration aus geschwärztem Stuck, Glas und Marmor über dem Durchgang zum nächsten Raum, dem Roten Salon.
    Roter Salon: der Vorraum zum Speisesaal befindet sich auf der, der Donau zugewandten Seite im Norden des Schlosses. Hier traf sich die höfische Gesellschaft, bevor man in den Speisesaal ging. Am Übergang zwischen Wand und Decke befinden sich Stuckreliefs, die Wappen, Inschriften und Darstellungen der internationalen Beziehungen des Hauses Hohenzollern-Sigmaringen andeuten. Außerdem sind in Reliefs die Schlösser der Linie Hohenzollern-Haigerloch, Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-Sigmaringen dargestellt. Dies sind die drei Linien, die durch die Aufteilung des Besitzes auf die drei Söhne von Karl I. entstand. Auf den mehrere Meter breiten Sofas, fanden zur Zeit der ausladenden Festkleider maximal 3-4 Damen Platz.
    An der Wand gegenüber des Eingang zwischen den Fenstern Graf Johann, der 1623 in den Fürstenstand erhoben worden war. Darunter eine Truhe aus Holz.
    Blick auf die Wand mit dem Kamin. Darauf zwei weibliche Statuen, die das Wappen des Hauses Hohenzollern-Sigmaringen halten.
    Rechts neben dem Kamin zwei gepolterste Stühle. Darüber ein Gemälde mit dem Bildnis von Graf Eitel Friedrich III. (1494-1525), der ein Freund und Berater von Kaiser Karl V. war.
    Tür zum Treppenhaus, 1903, Rahmen aus Marmor, Türen aus Holz mit Metallbeschlägen.
    Detail der in metallischen Farben gehaltenen Stuckdekorationen in einer Ecke.
    Blick zurück zum Durchgang in den Schwarzen Salon. Flankiert wird der Durchgang von zwei Gemälden aus der Holbeinschule. Dargestellt sind die beiden ersten Hohenzollern auf Schloss Sigmaringen.
    Links Karl I. Graf von Hohenzollern (1516-1576)
    Rechts seine Ehefrau Anna I. Gräfin von Hohenzollern (1512-1579), ehemals Markgräfin von Baden-Durchlach.
    Dekoration über dem Durchgang aus Stuck und Marmor.
    Gemälde mit dem Bildnis von Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen (1811-1885).
    Über den beiden großen Sofas Gemälde mit Bildnissen von Kaiser Karl V. und seiner Gemahlin Isabella von Portugal. Im goldfarbenen Rahmen sind jeweils die Wappen integriert.
    An der Decke ein
    Fresko. Hier der Reiter in Rüstung, der sich durch eine optische Täuschung immer vom Betrachter weg bewegt. Außerdem allegorische Figuren und Putti.
    Speisesaal bzw. Französischer Salon: einige Stufen führen hinunter zum Speisesaal, der sich im älterenTeil des Schlosses auf der Nordseite befindet. 1872 wurde er vom französischen Architekten Marc Lambert im Stil des Historismus umgestaltet. Dabei wählte er die Stilrichtung Ludwig XVI., also spätes 18. Jahrhundert aus. Direkt unter diesem Saal liegt die Küche und die Speisen wurden über einen Aufzug in den nebenan befindlichen Raum transportiert.
    Detail des Reliefs an den Türen mit Kriegstrophäen.
    Der Tisch war ausziehbar, so daß 30 Gäste Platz fanden.
    Blick zurück zu den Stufen, die hinauf in den Roten Salon führen. In der Ecke eine Vitrine mit ausgestelltem Porzellan, überwiegend von der Königlichen Porellan-Manunfaktur KPM in Berlin. An den Wänden Reliefs und Uhren.
    Details der Wandvertäfelungen mit goldfarbenen Reliefs auf leicht fliederfarbenem Untergrund. Thema sind Vasen mit Blumen und auf den Türen militärische Motive wie Waffen und Rüstungen.
    Details der üppig farbig dekorierten Decke mit Medaillons und Putti. In den Flächen zwischen den Zierleisten florale Motive und Tiere, wie zum Beispiel Vögel und Hunde.
    In der Laibung zwischen Wand und Decke Malereien von Kindern in Gärten und Vasen mit Blumen.
    Das Deckengemälde zeigt kleine Putti schwebend im Himmel.

    Im Durchgang zum Ahnensaal im Westen des Schlosses, Schränke und Vitrinen mit Bildnissen auf Porzellan gemalt.
    Porzellanmalerei mit dem Bildnis von Luise Großherzogin von Baden (1838-1923). Prinzessin Luise war die einzige Tochter von Prinz Wilhelm von Preußen, dem späteren Deutschen Kaiser Wilhelm I. (1797–1888) und wurde durch ihre Heirat Großherzogin von Baden.
    Ahnensaal:
    Der Saal wurde 1736 erbaut und dann 1878 zum Ahnensaal umgestaltet. Über 26 überlebensgroße Gemälde zeigen die Grafen und Fürsten des Hauses Hohenzollern. Oberhalb der Gemälde, am Übergang zur Decke prächtige Stuckaturen. Über den Türen Gemälde von Schlössern und Burgern der Hohenzollern, flankiert von Atlanten, die das Gebälk über der Tür stützen. Die Gemälde hängen in chronologischer Reihenfolge. Links von der Tür die aktuellsten Bildnisse. Das fünfte von der Tür links wieder Fürst Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen (1811-1885), der infolge der Revolution von 1848/49 als erster deutscher Fürst auf die Regentschaft verzichtete und das Fürstentum an Preußen abtrag. Rechts daneben Fürst Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen (1835-1905), dem damals die spanische Krone angetragen wurde, dies aber ablehnte. Rechts daneben Fürst Wilhelm von Hohenzollern-Sigmaringen (1864-1927), der Urgroßvater des jetzigen Fürsten.
    Details einer anderen Tür mit Bildnissen von Fürsten in Rüstung.
    Blick durch den Saal auf die gegenüberliegende Seite, hinter der sich der Königssaal befindet.
    Details der Tür und der Türflügel mit Reliefs, die Kriegstrophäen darstellen, Muscheln, Lorbeerkränze, Köpfe von Löwen und Details der Türgriffe bzw. Türklopfer aus Messing.
    Über der Tür in der rechten Ecke eine Ansicht der Burg von Nürnberg, die sich noch zu einem Drittel im Besitz der Fürsten von Hohenzollern befindet. Rechts und links Bildnisse der Fürsten des 17. und 18. Jahrhunderts.
    Zwischen den Fenstern weitere Gemälde mit Tischen davor und Leuchtern.
    An der
    Decke Gemälde von Friedrich Madaus und Ludwig Lesker (1840-1890). Im Zentrum die Darstellung eine Allegorie von Uranos und Mars, sowie den Göttinnen Abundantia und Concordia.
    In den Ecken die Personifikationen der Tugenden – Weisheit, Gerechtigkeit, Kraft und Beständigkeit, umgeben von üppigen Stuckaturen von Emil Roddo.
    Königszimmer, in alten Plänen Kaiserzimmer genannt: es gehört zu den prächtigsten Räumen im Schloss und wird seit dem 20. Jahrhundert für Familienfeste und Neujahrsempfänge des aktuellen Fürsten genutzt. Es ist in Rot und Gold gehalten und den preußischen Hohenzollern gewidmet. Es ist der letzte Raum, ganz im Südwesten des Schlosses. Blick in den Raum, hinten ein weißer Ofen aus dem 18. Jahrhundert.
    Links ein Kamin mit zwei Sesseln und Stufen ein einen weiteren Raum.
    Büste von Kaiser Wilhelm I. und über einem Tisch mit Marmorplatte ein Gemälde mit dem Bildnis von Kaiser Wilhelm II.(1859-1941).
    Kamin mit zwei Sesseln, auf dem Kamin zwei chinesische Vasen. Darüber zwei Gemälde mit Bildnissen von Kaiser Wilhelm I. (1797-1888) und seiner Frau Kaiserin Augusta (1811-1890).
    Zwischen den Fenstern ein Tisch mit Uhr. Darüber ein Gemälde mit der Darstellung der Familie von Kaiser Friedrich (1831-1888) – der 99 Tage Kaiser – und seiner Frau Kaiserin Viktoria (1840-1901) – der Tochter von Queen Victoria von England. Sie sind umgeben von ihren Kindern. Das Gemälde ist von Ernst Hildebrand (1833-1924).
    Gemälde mit Bildnis von Kaiser Friedrich über einem Tisch mit Marmoplatte.
    Gemälde mit Bildnis von Friedrich II. (1712-1786) über einem Tisch mit Marmorplatte.
    Großer venezianischer Spiegel.
    Kassettendecke aus Holz mit goldfarbenen Verzierungen aus Metall.
    Neugotische Tür aus Holz mit Türklopfer und Metallbeschlägen.
    Altdeutscher Saal: er ist heute der Familie der Hohenzollern des 20. und 21. Jahrhunderts gewidmet. 1944 war der Saal Schauplatz der Zwangsräumung, als das Schloss für die geflohene Vichy-Regierung unter Marschall Pétain beschlagnahmt wurde. Die Möbel stammen teilweise aus dem Besitz von Fürstin Maria Theresia, Prinzessin von Bourbon-Sizilien, also 19. Jahrhundert.
    Büromöbel und Bücherschrank am Fenster ebenfalls 19. Jahrhundert.
    In der Mitte eine Sitzgruppe für Kinder mit einem Spielzeugauto davor.
    Auf der anderen Seite des Raumes ein Cembalo aus dem Besitz von Fürstin Margarete, Prinzessin von Sachsen (1900-1962). Die Figur dahinter und das Foto auf dem Cembalo, stellt Fürstin Margarete als modebewusste junge Frau dar. Paravent mit Fotos von Kindern der Familie. Dahinter Gemälde mit Bildnis von Fürst Friedrich von Hohenzollern-Sigmaringen (1891-1965), Ehemann von Fürstin Margarete. In der Ecke ein Kachelofen.
    Gemälde mit Bildnis eines Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen.

    Historischer Schrank aus Holz mit Säulen.
    Zwei Sessel und Bildnisse des aktuellen Fürstenpaares Karl Friedrich von Hohenzollern (1952-) und Katharina von Hohenzollern (1959-).
    Portugiesische Galerie: vor dem Brand von 1893 befand sich hier die Schlossterrasse. Sie schließt den Innenhof des Schlosses nach Süden ab. Bis heute finden hier Konzerte und Galadiners statt. Der Saal wurde erst 1902 fertiggestellt, Architekt war Emanuel von Seidl (1856-1919). Blick in den Saal, der an einer Stirnseite einen Architrav mit 4 Säulen aus Marmor hat, die eine kleine erhöhte Bühne begrenzen.
    Hier steht der
    Neptunbrunnen mit Mosaiken aus Muscheln, Quarzen und Blaukieseln. Daneben ein Flügel.
    Detail des Brunnens.
    Blick in den Saal mit den wertvollen, 3,25 m hohen
    Gobelins, gegenüber der Fensterseite, die zum Innenhof des Schlosses weist. In veränderter Reihenfolge zeigen sie biblische Szenen aus dem Leben von Bathseba und David. Sie wurden um 1500 nach Vorlagen von Pieter Coecke van Aelst (1502-1550) hergestellt. An der flach gewölbten Decke Stuck, kleine Spiegel und Kronleuchter.
    Details der Geobelins, die unterschiedlich breit sind. Der größte Gobelin zeigt den Einzug Salomons in Gihon.
    Zwischen den Fenstern Statuen aus Marmor in Nischen, eine Reminiszenz an das antike Rom.
    Blick zurück durch die Galerie.
    Blick zum Ender der Portugiesischen Galerie, flankiert von zwei Brunnen mit Meerjungfrauen. Fürst Leopold hatte sie erworben, nachdem er sie auf der Pariser Weltausstellung gesehen hatte. Neben einem Spiegel jeweils zwei weiße Säulen aus Marmor mit ionischen Kapitellen.
    Details der Brunnen mit Meerjungfrauen.
    Ausgang zurück in die Hubertushalle mit ihren Jagdtrophäen.
    Über der Tür ein Lorbeerkranz mit einer Büste. Dekorationen aus Marmor umgeben die Tür.
    Waffenhalle: Die Waffensammlung im Schloss Sigmaringen ist eine der umfangsreichsten Privatsammlungen Europas mit ca. 3000 Exponaten. Sie befindet sich heute unterhalb der Portugiesischen Galerie. Bereits1743 gab es eine Rüstkammer. Fürst Karl Anton ließ 1846 eine Remise zu einer neuen Waffenhalle umbauen. Die Ausstellung zeigt die Geschichte der Waffen und Rüstungen vom 14. bis ins 20. Jahrhundert.
    Vitrine mit Armbrüsten.
    Ritterrüstungen, Speere und eine Strumwand aus dem 15. Jahrhundert.
    Weitere Rüstungen und ein Ritter auf einem Pferd mit dem Wappen der Hohenzollern auf der Schabracke. An der Wand weitere historische Waffen.
    Historische Darstellung der Waffenhalle.
    Der lange Gang voller Rüstungen und Waffen hat ein neugotisches Rippengewölbe, um den Eindruck einer mittelalterlichen Rüstkammer zu erwecken.
    Kunstvoll mit Reliefs verzierter Schild mit der Darstellung des heiligen Michael im Zentrum.
    Mit Skulpturen verzierte Konsolen am Ende der Rippen vom Rippengewölbe.
    Sammlung von Folterinstrumenten. Pranger, Streckbank, Schandmasken und Richtschwerter.
    Zwei Hohenzollernsche Feldschlangen, ein spezieller Kanonentyp von 1579 / 1581.
    Rüstung eines Samurai.
    Eine weitere Feldschlange und zwei Univormröcke.
    Orientalisches Steinschloss-Prunkgewehre, um 1800.
    Kunstvoll verzierter Helm ohne Visier, ein Morion, ab 1623.
    Verzierter mittelalterlicher Schwertgriff.
    Mehrere Pulverhörner aus Bein mit Gravuren.
    Tür aus Holz mit gotischen Formen. Rahmen aus dunklem Holz mit geschnitzten Darstellungen von Christus als Weltenrichter oben und an den Seiten Tote in ihren Gräbern.
    Blicke auf das
    Schloss von Norden, von der Donau aus. Ein Weg führt direkt an der Donau entlang Richtung Osten.
    Am östlichen Ende des Schlosses, steht direkt an der Donau das
    eheamlige Elektrizitätswerk mit einer Fußgängerbrücke
    über die Donau.
    1896 wurde von der Hohenzollernschen Hüttenverwaltung Laucherthal ein altes Mühlengebäude um. Der Einbau einer Turbine und von zwei Gleichstromgeneratoren, machten den Bau zu einem kleinen Elektrizitätswerk. Auch eine Wohnung für den Maschinenmeister wurde errichtet. 2006/07 wurde das Gebäude restauriert.
    Altstadt von Sigmaringen: Blick in die Fürst-Wilhelm-Straße. In der Mitte der Rathausbrunnen bzw. Marktbrunnen. Links dahinter die Touristeninformation in einem Fachwerkbau von 1579. Dahinter ein historisches Gebäude mit Staffelgiebel. Dann das Hotel Traube, ebenfalls ein Fachwerkbau.
    Über dem Eingang zum Hotel Traube das Wappen der Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen, da das Gebäude um 1600 der Fürstenfamilie gehörte. Damals hieß es Herberge zum Adler.
    Auf dem Platz vor dem Rathaus steht der
    Rathausbrunnen bzw. Marktbrunnen von 1826. Er entstand im Auftrag des Fürsten Anton Aloys von Hohenzollern-Sigmaringen. Auf einer verzierten Säule die Statue von Fürst Johann von Hohenzollern, dem ersten Fürsten aus dem Haus Hohenzollern-Sigmaringen. An jeder Seite der achteckigen Brunnenschale sind Wappen angebracht. Der Brunnen ist umgeben von einer Krone aus Laub und Ostereiern.
    Rathaus: das heutige Rathaus entstand 1925-1927 nach einem Entwurf von Friedrich Imbery (1888-1962). An der rechten Ecke des Rathauses befindet sich ein Ehrenmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Sigmaringer. Über einem Gang mit Rundbogenarkaden ein Balkon. Auf dem Dach ein Dachreiter mit Uhr und Glocke und darunter drei Gauben.
    Historischer Fachwerkbau, Burgstraße 2.
    Historisches Gebäude Fürst-Wilhelm-Straße 25. An der Fassade farbige Malerei im Jugendstil.

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