Synagoge Rykestraße

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08.09.2025
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Synagoge Rykestraße
(08.09.2025)

Die Synagoge in der Rykestraße, im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg, ist eine der drei größten Synagogen Europas und die größte in Deutschland. Nach Amsterdam und Budapest bietet diese Synagoge Platz für 1200 Gemeindemitglieder.
Es gab zwar die Neue Synagoge in der Oranienburger Straße, aber die jüdische Gemeinde Berlins errichtete hier eine weitere Synagoge, da durch den Zuzug vor allem osteuropäischer Juden im Nordosten Berlins ein weiteres Gotteshaus erforderlich wurde.

Entstanden ist die Synagoge 1903/1904 nach Entwürfen des Architekten Johann Hoeniger (1850-1913) im neu-romanischen Stil.
Noch im Jahr der Einweihung 1904 wurde im Vorderhaus die VI. Religionsschule der Jüdischen Gemeinde mit bis zu 500 Schülern eingerichtet. 1926 wurde im Vorderhaus die III. Private Volksschule der jüdischen Gemeinde eingerichtet. Bis 1938 galt der Prenzlauer Berg als Zentrum des jüdischen Lebens.

Die Synagoge steht auf dem Hof des zur Straße nur schmalen Grundstückes, inmitten einer typischen innerstädtischen Wohnlage, was in der Pogromnacht 1938 eine vollständige Zerstörung verhinderte. Nachbargrundstücke sollten durch eine Zerstörung nicht gefährdet werden. Jedoch wurde das Innere der Synagoge geschändet, Rabbiner und Gemeindemitglieder wurden in das KZ Sachsenhausen deportiert. Ab Mai 1940 wurde das Gebäude als Deopot und als Pferdestall genutzt. Die Schule wurde geschlossen.
Nach dem Ende des NS-Regimes, wurden im Vorderhaus zeitweise Juden aus Osteuropa untergebracht, die das Regime überlebt hatten.
Im Juli 1945 wurde dann hier das erste Paar durch den Rabbiner Martin Riesenburger nach dem Holocaust getraut. Da er ab 1943 für den Friedhof der Jüdischen Gemeinde in Berlin-Weißensee als Rabbiner tätig war, hatte er die Möglichkeit, zahlreiche Thorarollen und Gebetbücher vor der Vernichtung zu retten, indem er sie in den Dächern von Familiengräbern versteckte.
Die heutigen Thorarollen in der Synagoge stammen noch von diesen historischen, versteckten Exemplaren.
Blick auf das Vorderhaus in der Rykestraße aus rotem Backstein, mit zwei Rundbogen als Durchgang in den Innenhof.
Schmiedeeiesernes Gitter unter dem Rundbogen mit floralen Motiven und dem Davidsstern. Dahinter Kreuzrippengewölbe.
Informationstafel
Blick vom Innenhof auf die
Fassade der Synagoge.
Detail eines der von einem Giebel überspannten Eingänge, die jeweils aus zwei Rundbögen bestehen mit einem Mosaik darüber. Flankiert von je zwei kleinen, in die Ecke der Wand eingefügten Säulen. An den Türflügeln Tierköpfe mit einem Ring aus Metall.
Detail des Mosaiks
Farbige Glasfenster.
Kleiner Brunnen mit Wasser an einer gefliesten Wand. Auf dem Brunnen ein Davidsstern.
Inneres:
Blick in das Innere der Synagoge, rechts und links Rundbogenarkaden, die jeweils Emporen tragen.
Balkendecke und Kassettendecke, an der Kronleuchter mit einem Davidsstern hängen. Die nach Osten ausgerichtete Synagoge hat einen mit Mosaiken ausgestatteten Rundbogen, der den Thoraschrein überwölbt. In der Mitte davor die Bima, das Lesepodest und durch Stufen erreichbar, der mit einem bestickten Tuch verhängte Thoraschrein. Er wird flankiert von Säulen aus Marmor, mit einem Rundbogen darüber mit Mosaik, sowie zwei siebenarmigen Leuchtern (Menora) an der Wand. Darüber eine kleine Lampe mit dem ewigen Licht.
Vor diesem heiligen Bereich eine Brüstung aus Stein, mit jeweils einem siebenarmigen Leuchter, der Menora.
Blick auf die historischen Thorarollen hinter dem Vorhang.
Blick zurück zum Eingang mit der Empora darüber.
Details der Glasfenster über dem Eingang.

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